Die größten Irrtümer rund um die Insolvenz

Die größten Irrtümer rund um die Insolvenz

Die größten Irrtümer rund um die Insolvenz 

Allein im Einzelhandel geht man von bis zu 50.000 Insolvenzen infolge der Corona-Pandemie aus. Rechnet man die Gastronomie- und Tourismusbetriebe wie auch die Eventagenturen und zahlreiche andere von der Krise geplagten Unternehmen hinzu, wird die Zahl insgesamt in den nächsten Wochen und Monaten über 100.000 liegen. Kaum jemand setzt sich  mit dem Thema Insolvenz auseinander, bevor es soweit ist. Eine Reihe irrtümlicher Annahmen haben sich mit der Zeit verbreitet, die erst enttarnt und möglicherweise richtig teuer werden, wenn der Insolvenzantrag gestellt ist. Damit es soweit nicht kommt, räumt Jörg Franzke, Rechtsanwalt für Insolvenzrecht, mit gängigen Fehlannahmen auf.

Die GmbH schützt den Geschäftsführer und Gesellschafter vor persönlicher Haftung

Das Märchen, dass die GmbH den Geschäftsführer und Gesellschafter vor persönlicher Haftung schützt, hält sich hartnäckig. Die Haftungsbeschränkung der GmbH ist löchrig. So geht der Gesetzgeber davon aus, dass das GmbH-Vermögen für den Geschäftsführer fremdes Vermögen ist. Er muss es mit großer Sorgfalt verwalten, auch wenn ihm die GmbH selbst gehört. Aus der Treuepflicht für fremdes Vermögen leitet der Gesetzgeber eine Vielzahl von Haftungstatbeständen zu Lasten des Geschäftsführers ab. Einige Beispiele:

  • Der Geschäftsführer haftet für Steuerrückstände der GmbH und Arbeitnehmeranteile zur Sozialversicherung.
  • Er haftet ebenfalls für die zu späte Stellung des Insolvenzantrages.
  • Hat die GmbH vor der Insolvenz ein Darlehen bedient, für das der Geschäftsführer persönlich haftet, muss er die im letzten Jahr vor der Antragstellung gezahlten Darlehensraten an die Insolvenzmasse erstatten.

Kurzum: Eigentlich müsste die GmbH GmgH heißen: Gesellschaft mit garantierter Haftung.

Für den Gesellschafter sieht es etwas besser aus, aber auch hier lauern Fallen. Oft geben Gesellschafter ihrer GmbH ein Darlehen und zahlen es sich später wieder zurück. Sie denken, mit der Rückzahlung ist der Fall erledigt, aber das ist ein Irrtum. Der Gesetzgeber geht davon aus, dass das Darlehen kein Darlehen war, sondern zur Erhöhung des Eigenkapitals diente. Sonst – so die Rechtsprechung – hätte die GmbH das Darlehen nicht vom Gesellschafter erhalten, sondern von einer Bank. Mit der Folge, dass der Gesellschafter die Rückzahlung aller Darlehen der letzten zwei Jahre vor der Insolvenz erstatten muss. Außerdem muss der Gesellschafter die Einzahlung der Stammeinlagen anhand eines Kontobeleges von seinem Privatkonto an die GmbH nachweisen. Die übliche Erklärung im notariellen Gründungsvertrag, alle Stammeinlagen seien erbracht, reicht als Nachweis allein nicht aus.

Der Insolvenzverwalter ist der Anwalt des Schuldners

Viele Schuldner, die eine Privatinsolvenz anmelden müssen, verstehen die Funktion des Insolvenzverwalters falsch. Sie denken, der Insolvenzverwalter ist für sie da und hilft ihnen aus den Schulden. Aber der Insolvenzverwalter ist nicht der Anwalt des Schuldners, sondern eine neutrale Person. Erfahrungsgemäß fühlt sich der Insolvenzverwalter den Gläubigern näher als dem Schuldner. Weiter ist er ihm gegenüber zu keinerlei Rechenschaft oder Auskünften verpflichtet.

Mit dem Insolvenzeröffnungsbeschluss enteignet das Gericht den Schuldner. Demgemäß geht das Vermögen des Schuldners auf den Insolvenzverwalter über, der es für die Gläubiger verwaltet. Folglich muss er dem Schuldner nicht sagen, was er mit dem Vermögen macht.

Weil der Insolvenzverwalter sich häufig gegen die Interessen des Schuldners und anderer Beteiligter durchsetzen muss, hat er seitens des Gesetzgebers eine Position inne, in der er kaum angreifbar ist. Rechtsmittel gegen seine Entscheidungen gibt es kaum. Weil das Insolvenzgericht den Insolvenzverwalter auswählt, wird es immer hinter ihm stehen und ihn nur bei ganz groben Regelverstößen nicht decken.

In der Insolvenz wird dem Schuldner geholfen

Viele Schuldner wie auch Geschäftsführer erhoffen sich von dem Insolvenzverfahren beziehungsweise dem Insolvenzverwalter Hilfe. Sie hoffen, dass er sie durch das Verfahren führt und die GmbH rettet. Und tatsächlich wird der Insolvenzverwalter versuchen, die GmbH zu retten sowie zu erhalten. Es ist sein Job, die Insolvenzmasse – also die GmbH – bestmöglich zu verwerten und der Verkauf eines laufenden Geschäftsbetriebes bringt mehr Geld in die Kasse als die Zerschlagung und der Verkauf der Einzelteile. Für die alten Gesellschafter und Geschäftsführer ist hier jedoch kein Platz vorgesehen – sie sind raus. Allenfalls wird der Altgeschäftsführer noch gebraucht, um das neue Management anzulernen. Danach ist endgültig Schluss für ihn.

Die größten Irrtümer rund um die Insolvenz

Der Geschäftsführer muss weiter seiner Arbeit nachgehen

Beantragt der Geschäftsführer das Insolvenzverfahren, steht er erst einmal unter Schock. Also wird er sich automatisch an der starken und anfangs freundlichen Person des Insolvenzverwalters orientieren und sich von ihm manipulieren lassen. Der Insolvenzverwalter weiß das zu seinem Vorteil zu nutzen. Er wird den Geschäftsführer dazu bringen, weiterzuarbeiten und den Geschäftsbetrieb am Laufen zu halten. Eine Verfügung verspricht der Insolvenzverwalter zwar, aber nicht schriftlich und deshalb bezahlt er sie auch nicht. Das heißt: Der Geschäftsführer macht sich mehrere Monate für den Insolvenzverwalter krumm, der es ihm mit einem späteren Rauswurf und noch etwas später mit einem Brief dankt, in dem er den Geschäftsführer für tausende Euro Schadensersatz in Haftung nimmt. 

Dabei ist der Geschäftsführer nicht zur Fortsetzung der Arbeit verpflichtet. In Deutschland gibt es keine Arbeitspflicht. Das gilt auch für das Insolvenzverfahren. Der Geschäftsführer muss dem Insolvenzverwalter zwar bezüglich der Handelsbücher Rede und Antwort stehen und umfassend Auskunft erteilen, aber den Geschäftsbetrieb muss er nicht fortführen. Mit Abgabe des Insolvenzantrages bei Gericht kann der Geschäftsführer nach Hause gehen und sich um sein neues Leben kümmern. Will er das Unternehmen retten oder für sich behalten, muss er ein Schutzschirmverfahren oder Insolvenz in Eigenverwaltung beantragen.

Zahlungsunfähigkeit tritt ein, wenn die Kasse leer ist

Gerade die Geschäftsführer kleinerer Unternehmen setzen sich oft nicht mit dem Begriff der Zahlungsunfähigkeit im Sinne des Insolvenzrechts auseinander. Sie denken, die Zahlungsunfähigkeit tritt ein, wenn das Konto leer ist. Das ist ein Trugschluss, denn die Zahlungsunfähigkeit tritt viel früher ein. Es genügt bereits, wenn die fälligen Forderungen 10% höher als die liquiden Mittel sind, unabhängig vom Kontostand. Die Folge ist die persönliche Haftung wegen Insolvenzverschleppung.

Man darf während der Insolvenz nicht selbstständig sein

Ein weit verbreiteter Irrglaube von Einzelhändlern und Freiberuflern ist, in der Insolvenz nicht selbstständig sein zu dürfen. Das ist falsch. Ganz im Gegenteil kann die Selbstständigkeit während der Insolvenz sogar vorteilhaft sein. Etwas Nachjustierung des Verhaltens zu Beginn des Insolvenzverfahrens kann den Insolvenzverwalter dazu bringen, den Geschäftsbetrieb aus der Insolvenzmasse frei zu geben. Somit ist die Selbstständigkeit dann nicht mehr Bestandteil der Insolvenzmasse, sodass der Selbstständige wieder tun und so viel Geld verdienen kann, wie er will, ohne dass es gepfändet wird. In der Praxis einigt man sich mit dem Insolvenzverwalter auf einen festen monatlichen Betrag von ca. 100 Euro. Selbst wenn man dann 10.000 Euro monatlich verdienen würde, müsste man nur den vereinbarten Betrag an die Insolvenzmasse bezahlen.

Das vor der Insolvenz noch vorhandene Vermögen im Kasino verspielt

Viele private Schuldner wollen Vermögenswerte vor der Insolvenz verstecken. So wird die Lebensversicherung aufgelöst, das Geld im Wald vergraben und erst dann beantragt der Schuldner die Insolvenz. Fragt der Insolvenzverwalter nach dem Verbleib, antworten viele: „Ich habe das Geld verspielt oder damit private Schulden bezahlt.“ Keine gute Idee, weil ein derartiges Vorgehen strafbar ist. Erlaubt ist es, vorhandenes Vermögen vor der Insolvenz maßvoll auszugeben und für den Lebenserwerb zu verbrauchen. Hier ist jedoch Vorsicht geboten, da auch der maßvolle Verbrauch des Vermögens einen Gläubiger dazu bringen kann, einen Antrag auf Versagung der Restschuldbefreiung zu stellen, wenn er davon erfährt. Will man das Guthaben unbedingt für sich behalten, kann man die Insolvenz nicht beantragen, ehe das Geld ausgegeben ist.

Die Bank ist nett, weil man jahrelang ein guter Kunde war

Eine jahrzehntelange freundschaftliche Beziehung zum Kundenberater der Bank bringt dem Schuldner nichts, weil der Vorgang in eine Spezialabteilung verlegt wird. Der persönliche Bonus ist weg und genau das ist auch die Absicht dahinter. Auf diese Weise lässt sich „Dienst nach Vorschrift“ eher sicherstellen.

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Tipps zum Regelinsolvenz anmelden

Tipps zum Regelinsolvenz anmelden

Regelinsolvenz anmelden, die besten Tipps

Wenn Sie Inhaber eines Einzelunternehmens sind oder Freiberufler und Sie eine Regelinsolvenz anmelden müssen, sollten Sie vorbereitet sein. Lesen Sie meine Tipps wie Sie die Regelinsolvenz anmelden und Sie werden die gröbsten Fehler vermeiden.

Den Betrieb erst abmelden und abwickeln. Erst danach Regelinsolvenz anmelden

Wenn Sie Ihren Betrieb einstellen und die selbständige Tätigkeit aufgeben wollen, muss das Unternehmen abgewickelt werden. Das tun Sie falls möglich selbst.

Der beste Zeitpunkt, wann Sie die Regelinsolvenz beantragen, hängt von Ihrem Unternehmen ab. Als Einzelunternehmer oder Freiberufler besteht keine Insolvenz-Antragspflicht.

An Stelle eines unüberlegten Insolvenzantrages sollten Sie den Geschäftsbetrieb zunächst einstellen und abwickeln. So vorzugehen, ist für Einzelunternehmer und Freiberufler vorteilhaft.

Will z. B. eine andere Person einen gleichartigen Gewerbebetrieb mit Ihnen als angestellten Geschäftsführer gründen und ist die Gründung noch nicht abgeschlossen, wird ein neugieriger Insolvenzverwalter hinderlich sein. Ist der Geschäftsbetrieb abgewickelt, wird Ihr Insolvenzantrag und später das Insolvenzverfahren leichter und risikoärmer sein. Die Erteilung der Restschuldbefreiung am Ende der Regelinsolvenz wird damit wahrscheinlicher.

Ein Antrag mit laufendem Geschäftsbetrieb dient in erster Linie der bestmöglichen Befriedigung der Gläubiger. Stellen Sie den Antrag später nachdem der Betrieb abgewickelt ist, dient das Verfahren Ihrer Entschuldung.

Sie können auch selbständig bleiben trotz Regelinsolvenz

Wenn Sie Ihre Selbständigkeit trotz Regelinsolvenz nicht verlieren wollen, stehen Ihnen mehrere Möglichkeiten offen:

Alle Varianten haben Vor- und Nachteile und bergen spezielle Risiken. Bis zur Freigabe des Geschäftsbetriebes aus der Insolvenzmasse darf Sie der Insolvenzverwalter gewaltig ärgern. So mancher betroffene Unternehmer gibt entnervt auf. Aber es handelt es sich um die „billigste“ und einfachste Methode.

Die Gründung einer Auffanggesellschaft mit einem „ähnlichen“ Geschäfte wie bisher birgt ein Risiko. Man könnte Ihnen einen Gestaltungsmissbrauch vorwerfen. Der Schutzschirm ist meines Erachtens die beste Methode. Allerdings eignet sich ein solches Verfahren erst ab einer bestimmten Umsatzgröße.

Beantragen Sie nicht unüberlegt die Regelinsolvenz. Seit Einführung des Schutzschirmverfahrens stehen Ihnen Wege offen. Sie behalten Ihre Firma und sind binnen Jahresfrist schuldbefreit.

Schlüpfen Sie unter den Schutzschirm, bevor es brenzlig wird

Ihr Ihr Betrieb zu groß für eine Auffanggesellschaft, beantragen Sie eine Schutzschirm-Insolvenz bzw. die Insolvenz in Eigenverwaltung. Das Schutzschirmverfahren stellt Ihren Betrieb unter Gläubigerschutz. Das Arbeitsamt übernimmt drei Lohnrunden.

Im Schutzschirmverfahren erarbeiten wir einen Sanierungsplan und einen  Insolvenzplan. Den Insolvenzplan legen wir den Gläubigern zur Abstimmung vor. Stimmen die Gläubiger für den Insolvenzplan, zahlt das Unternehmen eine machbare Quote und ist danach schuldenfrei.

Das Schutzschirmverfahren eignet sich für alle rentablen Betriebe, die an Altlasten kranken. Mit Hilfe des Schutzschirms werden diese Altlasten mit einer geringen Quote abgefunden.

Das Schutzschirmverfahren ist auch die richtige Wahl, wenn der Kostenabbau im Unternehmen mit herkömmlichen Mitteln nicht schnell genug geht. Stellen Sie nicht einfach einen Insolvenzantrag, wenn Sie als Unternehmer pleite sind. Seit Einführung des neuen Schutzschirmverfahrens stehen Ihnen mehrere Wege offen, um sich schnell binnen Jahresfrist zu entschulden.

Ist Ihr Betrieb rentabel, werden Sie aber wegen widriger Umstände in die Knie gezwungen, schlüpfen Sie unter den Schutzschirm.

Entschulden Sie sich selbst und Ihre Firma in 1 Jahr oder schneller

Als Einzelunternehmer bzw. Freiberufler entschulden Sie sich mit Hilfe der Planinsolvenz in 1 Jahr. Vereinfacht ausgedrückt ist der Insolvenzplan ein Teilzahlungsvergleich mit den Gläubigern unter gerichtlicher Aufsicht. Das heißt, anstelle 100% der Schulden erhalten die Gläubiger lediglich 5% oder 10%. Die Möglichkeit, sich per Insolvenzplan zu entschulden, war bisher nur größeren Unternehmen vorbehalten. Der Insolvenzplan setzt sich zunehmend bei kleineren Unternehmen und Freiberuflern durch.

Ein Insolvenzplan lohnt sich. Die Schulden-Befreiung dauert ungefähr ein Jahr: Drei Monate bis Insolvenzeröffnung, drei Monate bis zum Feststellungs-Termin und weitere drei Monate bis zur Abstimmung über den Insolvenzplan. Danach den Schufaeintrag löschen lassen und Sie sind wieder intakt.

Damit ein Insolvenzplan gelingt, hat der Gesetzgeber einige Erleichterungen eingebaut. Die erforderliche Stimmen-Mehrheit lässt sich leicht erreichen.

Entschulden Sie Ihr Unternehmen und sich selbst mit einem Insolvenzplan binnen Jahresfrist.

Behalten Sie Ihre Firma trotz Insolvenz unter Kontrolle

Eigenverwaltung bedeutet: Die Geschäftsführung bleibt “im Amt” und führt den Betrieb wie bisher fort. Anstelle eines Insolvenzverwalters bestellt das Gericht einen Sachwalter. Der Sachwalter beaufsichtigt, ob die Sanierung die Gläubiger schädigt. So lange kein Schaden eintritt, lässt er die Geschäftsführung in Ruhe.

Will der Unternehmer seinen Betrieb erhalten, schafft die Eigenverwaltung die besten Voraussetzungen dazu: Eine normale Regelinsolvenz ist auf Zerschlagung programmiert. Deshalb die Eigenverwaltung. Die Eigenverwaltung bezweckt die Fortführung des Unternehmens.

Die Sanierung in der Eigenverwaltung ist nach ca. neun bis zwölf Monaten abgeschlossen. Die Geschäftsbeziehungen überstehen diese Frist und bestehen weiter. Die Eigenverwaltung ist für Kunden und Lieferanten weitgehend unsichtbar. Einen Auftragsverlust in der Insolvenz in Eigenverwaltung muss der Schuldner nicht befürchten.

Die Eigenverwaltung auch für den persönlich haftenden Geschäftsführer vorteilhaft. Es bestehen gute Aussichten, den Geschäftsführer bei Eigenverwaltung aus der Haftung zu befreien. Den Gläubigern ist klar, dass die Sanierung nur mit einer intakten Geschäftsführung sinnvoll ist.

Führen Sie Ihre Firma in Eigenverwaltung. Dann wird Sie sehr wahrscheinlich die Regelinsolvenz überleben.

Leiten Sie kein Geld an Familienmitglieder um, bevor Sie Regelinsolvenz anmelden

Bei jedem Insolvenzverfahren, egal ob Schutzschirm oder Eigenverwaltung oder Regelinsolvenz wird der Insolvenzverwalter die Anfechtung prüfen. Der Insolvenzverwalter will wissen, ob Sie vor der Insolvenz und in dem Wissen der bevorstehenden Unternehmenspleite noch Zahlungen an „Family and Friends“ geleistet haben.

Derartige Zahlungen wird der Insolvenzverwalter anfechten und zurückholen. Die Anfechtung kann sehr nervig sein. Familienmitglieder, die dem Unternehmer gefällig sein wollten, sind den Regressforderungen des Insolvenzverwalters ausgesetzt.

Die Anfechtung gegenüber Familienmitgliedern ist für den Insolvenzverwalter aus gesetzlichen Gründen besonders einfach. Deshalb mein Rat: Lassen Sie es sein. Statt dessen heben Sie das Geld in Bar ab und legen es in die Keksdose. Das ist gesetzlich erlaubt und belastet nicht hilfsbereite Familienmitglieder.

Das Geld in der Keksdose dürfen Sie maßvoll für den Lebensunterhalt ausgeben. Sie dürfen auch die Betriebseinrichtung verkaufen und die Einnahmen für den Lebensunterhalt verbrauchen.

Überweisen Sie vor der Insolvenz kein Geld an Freunde oder Familie. Verkaufen Sie nicht die Betriebseinrichtung an die Auffanggesellschaft.

Verstecken Sie nur, was Ihnen später nicht auf die Füße fällt

Oft werde ich gefragt, welches Vermögen man vor der Regelinsolvenz verstecken darf. Auf solch direkte Fragen kann ich nur antworten: „Gar nichts“, alles ist verboten.

Es gibt Mandanten, die verstecken alles, was nicht in den Geschäftsbüchern steht. Dies mag der eine oder andere so machen. Für Einzelunternehmer oder Freiberufler gilt, dass dieser die Betriebseinrichtung verkaufen und den Verkaufserlös maßvoll verbrauchen darf.

Führen Sie außerdem ein Rechtsgeschäft als Bargeschäft durch, darf der Insolvenzverwalter dieses Geschäft nicht anfechten. Ein Bargeschäft liegt vor, wenn Leistung und Gegenleistung in unmittelbarem Zusammenhang stehen. Im  Klartext: Wenn der Unternehmer die erbrachte Leistung des Auftragnehmers sofort nach Leistungserbringung wie bei einen Tagelöhner mit Bargeld bezahlt.

Also darf der kurz vor der Insolvenz stehende Unternehmer per Bargeschäft noch Zahlungen an befreundete Unternehmer leisten. Der Insolvenzverwalter darf Bargeschäfte nicht anfechten.

Verbleibt aus Ihrer Selbständigkeit ein Guthaben, dürfen Sie dieses auch vor der Insolvenz noch maßvoll ausgeben. Bei Bargeschäften ist die Anfechtung verboten.

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Aussetzung Insolvenzantragspflicht nach Covid-Gesetz löchrig

Aussetzung Insolvenzantragspflicht nach Covid-Gesetz löchrig

Aussetzung der Insolvenzantragspflicht nach Covid-Gesetz ist löchrig

Wird die Zahlungsunfähigkeit eines Unternehmens festgestellt, besteht für eine GmbH, UG oder GmbH & Co. KG eine sofortige Insolvenzantragspflicht. So war es bisher. Infolge der Covid Pandemie hat der Gesetzgeber die Insolvenzantragspflicht abgeschwächt. Allerdings stellt sich bei genauem Hinsehen heraus, dass die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht löchrig ist. DENN die Aussetzung gilt nur dann, wenn das Unternehmen die Zahlungsunfähigkeit aufgrund der Corona-Pandemie in absehbarer Zeit wieder beseitigen kann. Diese Ausnahme von der Ausnahme ist tückisch. Die Problematik habe ich Ihnen in einem Beispiel verdeutlicht.

 

Unternehmerin prüft Aussetzung der Insolvenzantragspflicht nach Covid Gesetz

Prüfungsschema zur Aussetzung der Insolvenz  

Prüfen Sie zunächst, ob Ihr Unternehmen von der Aussetzung der Insolvenzantragspflicht nach dem neuen Covid-Gesetz profitieren kann:

1. Zahlungsfähigkeit zum 31. Dezember 2019 prüfen:

War das Unternehmen zu diesem Zeitpunkt noch liquide? Lassen die Zahlen keinen anderen Schluss zu, als dass das Unternehmen bereits zu diesem Zeitpunkt zahlungsunfähig war, kommt zur Rettung des Betriebes nur noch die Insolvenz in Eigenverwaltung infrage. In dieser Situation braucht man sich keine Hoffnungen auf Kredite und staatliche Liquiditätshilfen zu machen, weil die Insolvenzantragspflicht bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht ausgesetzt war.

2. Sind die Voraussetzungen für die Aussetzung gegeben?

Es müssen zwei Bedingungen erfüllt sein, damit die Stellung des Insolvenzantrags laut COVID-19-Insolvenzaussetzungsgesetz (COVInsAG) ausgesetzt wird:

  • Die Insolvenzreife muss auf den Folgen der COVID-19-Pandemie beruhen und
  • es muss eine Aussicht auf Beseitigung der Zahlungsunfähigkeit bestehen.

3. Ergebnis

Wird eine dieser beiden Voraussetzungen nicht erfüllt, besteht wie bisher die Insolvenzantragspflicht. Die Geschäftsführung muss den Insolvenzantrag stellen.

War das Unternehmen bis zum Stichtag noch zahlungsfähig, geht der Gesetzgeber zwar davon aus, dass beide Voraussetzungen erfüllt sind, allerdings ist diese Vermutung widerlegbar, wie folgendes Beispiel zeigt.

Was bedeutet die Ausnahme von der Ausnahme?

Was die Ausnahme von der Ausnahme: “ Es besteht Aussicht auf Beseitigung der Zahlungsunfähigkeit“ letztendlich bedeutet, möchte ich Ihnen am Beispiel eines Gebäudereinigers verdeutlichen:

Beispiel eines Gebäudereiniger-Betriebes:

Eine Transportunternehmerin ist mit dem Insolvenzplan von Schulden befreit

Ein Gebäudereinigungsbetrieb mit 80 Mitarbeitern reinigt seit Jahren ein Kaufhaus und betreibt dafür das Facility Management. Da das Auftragsvolumen sehr umfangreich ist, ist das Kaufhaus so gut wie der einzige Kunde. Die Zusammenarbeit hat bisher problemlos funktioniert und man hat sich auf die partnerschaftliche Geschäftsbeziehung verlassen, sodass es bis dato keinen Anlass für den Gebäudereiniger gab, nach anderen Kunden Ausschau zu halten. Und auch die finanzielle Situation war zufriedenstellend. Es wurde ein auskömmlicher Gewinn erarbeitet, der meist direkt in Reinigungsmaschinen investiert wurde – größere Geldreserven konnten dadurch nicht angelegt werden.

In der Krise die Sparpotenziale ausloten

Am 16. März hat das Kaufhaus geschlossen. Die Geschäftsführung des Gebäudereinigungsbetriebes handelte schnell und setzte die Mitarbeiter umgehend auf 100 prozentige Kurzarbeit. Um sämtliche Sparpotenziale auszuloten, folgten Verhandlungen mit Vermietern, Leasinggebern und Finanzierern über das Aussetzen der Raten. Während einige auf die Geschäftsführung zugingen, stellten sich insbesondere die Banken, die den Fuhrpark finanziert haben, quer und verwiesen auf staatliche Soforthilfe und Kredite der KfW. Das Ergebnis: Die liquiden Mittel und die Soforthilfe reichen noch bis April, allerdings nur, wenn viele Rechnungen erst einmal liegen bleiben. Es ist die reinste Zitterpartie, sodass die Geschäftsführung hoffnungsvoll darauf wartet, dass die Krise überstanden und das Kaufhaus wieder geöffnet ist. Dann kann man wieder den Forderungen der Lieferanten nachkommen und später gegebenenfalls eine konkrete Abzahlungsvereinbarung aushandeln.

Mit Zeit und Kredit das Unternehmen retten?

Legt man hierfür nun das bisherige Gesetz an, ist der Betrieb bereits zahlungsunfähig und dazu verpflichtet, eine GmbH-Insolvenz zu beantragen. Entsprechend der gesetzlichen Neuregelung hat der Betrieb die Insolvenzreife noch nicht erreicht. Zumindest geht davon die Geschäftsführung aus. Immerhin war der Betrieb am 31. Dezember 2019 noch zahlungsunfähig und die Ursache für die prekäre Finanzsituation ist zweifellos auf die Pandemie zurückzuführen. Abwarten lautet also die Devise und der Steuerberater tut sein Möglichstes, um mit einem Antrag eines KfW-Kredites den Fortbestand des Unternehmens zu sichern.

Kaufhaus rettet sich unter den Schutzschirm, ungewisse Zukunft für den Gebäudereiniger

Anfang April stellt sich heraus, dass der Auftraggeber – das Kaufhaus – pleite ist und ein Schutzschirmverfahren beantragt hat. Auch wenn davon ausgegangen wird, dass die in Rede stehende Filiale Ende April wieder öffnet, so ist die Gesamtsituation doch völlig ungewiss. Was bedeutet das nun für den Gebäudereinigungsbetrieb?

Bei einem Schutzschirmverfahren handelt es sich um eine besondere Art des Insolvenzverfahrens. Während ein reguläres Insolvenzverfahren auf die Liquidation oder wenigstens den Verkauf werthaltiger Einzelteile ausgerichtet ist, geht es hierbei darum, das Unternehmen zu erhalten wie auch zu entschulden. Das Schutzschirmverfahren ist in zwei Abschnitte aufgeteilt. Das eigentliche Schutzschirmverfahren – auch vorläufiges Insolvenzverfahren genannt – und das Hauptverfahren. Das vorläufige Verfahren erstreckt sich auf einen Zeitraum von zwei bis drei Monaten, das Hauptverfahren nimmt etwa vier Monate in Anspruch. Es ist davon auszugehen, dass während des vorläufigen Insolvenzverfahrens der langfristige Vertrag mit dem Gebäudereiniger wie gehabt fortgesetzt wird, alte Rechnungen darf der Auftraggeber nun jedoch nicht mehr begleichen. Hat die Kaufhauskette das Verfahren am 3. April eröffnet und wurde die März-Rechnung des Handwerkbetriebs bis dahin noch nicht bezahlt, muss er die Rechnung abschreiben. Alle Leistungen, die vor dem Stichtag erbracht wurden, sind verloren. Läuft es ganz schlecht für den Gebäudereiniger, kündigt die Kaufhauskette den langfristigen Vertrag später im Hauptverfahren fristlos – wozu sie im Schutzschirmverfahren berechtigt ist.

Ergebnis: Aussetzung der Insolvenzantragspflicht zweifelhaft

Fraglich ist nun, ob in diesem Fall die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht noch Anwendung findet. Schließlich ist dafür eine der Voraussetzungen, dass sich die Zahlungsunfähigkeit wieder beseitigen lässt. Vor dem Hintergrund, dass der Gebäudereiniger voraussichtlich 80% seines Auftragsvolumens einbüßt, ist nicht davon auszugehen. Anstatt sich also allein auf den erweiterten gesetzlichen Rahmen zu verlassen, wäre es für den Gebäudereiniger wesentlich sinnvoller, selbst unter den Schutzschirm zu schlüpfen und sich dadurch vollständig zu sanieren und zu entschulden. Denn: Was die Großen können, das können die Kleinen schon lange!

Ergebnis nach Prüfung Aussetzung der Insolvenzantragspflicht
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Die Insolvenzantragspflicht in der Corona Krise

Die Insolvenzantragspflicht in der Corona Krise

Aussetzung der Insolvenzantragspflicht nach dem neuen Covid-19-Gesetz

Seit 27.03.20 ist das neue Covid-19-Gesetz in Kraft. Die Insolvenzantragspflicht in der Corona Krise ist seit dem ausgesetzt. Das sind die Folgen für Sie als Geschäftsführer einer GmbH, AG, UG, usw.:

Die neue Vorschrift zur Insolvenzantragspflicht

Nach altem Recht muss die Geschäftsführung einer Kapitalgesellschaft (GmbH, AG, UG, usw.) die Insolvenz spätestens binnen drei Wochen nach Eintritt der Zahlungsunfähigkeit beantragen. Diese Vorschrift gilt seit dem 27.03.2020 unter den folgenden Bedingungen nicht mehr:

  • Das Unternehmen war am 31.12.19 noch nicht zahlungsunfähig im Sinne des § 17 InsO (also nach den üblichen Voraussetzungen).
  • Die Insolvenzursache ist eine Folge der Covid-Pandemie.
  • Es bestehen Aussichten auf eine Beseitigung der Zahlungsunfähigkeit.

Wie also müssen Sie als Geschäftsführer die Insolvenzantragspflicht ab sofort überwachen? Hierzu gebe ich Ihnen folgende Ratschläge an die Hand.

Eine Frau denkt nach über ihre Insolvenzantragspflicht

Geschäftsführer muss in der Krise TÄGLICH die Liquidität überwachen

Die meisten Geschäftsführer dokumentieren die Liquidität ihres Unternehmens nicht. Das ist ein schwerer Fehler. Denn anhand der Dokumenation kann sich der Geschäftsführer später entlasten. In der Krise befindet sich der Geschäftsführer in einer unangenehmen Sandwich-Position:

  • Beantragt der Geschäftsführer die Insolvenz zu früh, haftet er gegenüber den Gesellschaftern für die falsche Entscheidung.
  • Beantragt er die Insolvenz zu spät, haftet er gegenüber dem Insolvenzverwalter wegen Insolvenzverschleppung gem. § 15a InsO und aufgrund des Zahlungsverbotes gem. § 64 Abs.1 InsO.

Nicht gut! Zumindest nicht gut für den Geschäftsführer. Deshalb rate ich jedem Geschäftsführer zu seinem eigenen Schutz, den Eintritt der Insolvenzreife genau abzupassen.

 

BWA und Liquiditätsplanung reicht nicht, um den Geschäftsführer zu entlasten

Den Eintritt der Insolvenzreife überwacht der Geschäftsführer täglich anhand der verfügbaren Liquidität und den fälligen Forderungen. Die BWA des Steuerberaters reicht zur Liquiditäts-Überwachung keinesfalls aus. Diese erreicht die meisten Geschäftsführer ohnehin erst mit zweimonatiger Verspätung. Die Informationen aus der BWA dienen der steuerlichen Abschöpfung. Sie sind zur Ermittlung der Insolvenzreife jedoch ungeeignet. Besser als die BWA ist die übliche Liquiditätsplanung, die ein sorgfältiger Geschäftsführer für die nächsten Monate erstellt. Die Liquiditätsplanung ist jedoch nur ein Bestandteil der Liquiditäts-Überwachung zur Ermittlung der Insolvenzreife.

So überwachen Sie die Insolvenzantragspflicht Ihrer GmbH in der Krise

Der Finanzstatus zur Ermittlung der Insolvenzreife ist also etwas ganz anderes als die BWA und die Liquiditätsplanung. Der Finanzstatus ist eine Momentaufnahme. Der Geschäftsführer muss sich morgens als erstes fragen: Wie ist der Stand meines Unternehmens heute? Wie viel Geld steht heute zur Verfügung? Was muss ich heute bezahlen?

Der Finanzstatus sollte als T-Tabelle geführt werden. Die linke Spalte ist eine Liste des Stand heute verfügbaren Geldes. Die Rechte Spalte ist eine Liste der Stand heute zu zahlenden Rechnungen. Hier zeige ich Ihnen ein Beispiel für einen Finanzstatus:

Linke Spalte:

Hier bitte die liquiden Mittel eintragen.

  • Wie viel ist heute auf den Konten?
  • Wie viel ist heute in der Kasse?
  • Wie hoch ist der Kreditrahmen?
  • Welche Zahlung geht heute garantiert ein?

Rechte Spalte:

Die fälligen Forderungen auflisten.

  • Welche Rechnungen sind heute zu zahlen?
  • Welche Dauerschuldverhältnisse werden heute abgebucht?
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icon finanzstatus täglich auswerten

Den Finanzstatus täglich auswerten

Als nächsten Schritt werten Sie Ihren Finanzstaus aus. Die Auswertung funkioniert, indem Sie ganz einfach die Werte der linken Spalte (liquide Mittel) addieren und die Werte der rechten Spalte (fällige Forderungen). Sind die fälligen Forderungen kleiner als die liquiden Mittel oder liegen sie nur geringfügig darüber, ist die Welt in Ordnung und Sie können sich Ihrem Tagesgeschäft widmen. Ihr Unternehmen ist zahlungsfähig. Eine Insolvenzantragspflicht besteht nicht.

%

Verdacht auf Zahlungsunfähigkeit ab 10%

icon Verdacht auf Zahlungsunfähigkeit

Verdacht auf Zahlungsunfähigkeit

Sind die fälligen Forderungen jedoch um 10% höher als die liquiden Mittel, ist den Geschäftsführer die Welt nur noch halb in Ordnung. Es besteht ein Verdacht auf Zahlungsunfähigkeit. Sie können den Verdacht aber widerlegen.

icon liquiditätsplanung

Verdacht widerlegen mit Liquiditätsplanung

Den Verdacht widerlegen Sie mit Ihrer Liquiditätsplanung. Anhand der Liquiditätsplanung ermitteln Sie die Zahlungseingänge und Zahlungsausgänge der nächsten Wochen und Monate. Können Sie mit der Liquiditätsplanung darstellen, dass die im Finanzstaus ermittelte Deckungslücke sich aufgrund erwarteter Zahlungseingänge kurzfristig schließt, ist alles in Ordnung. Ihr Unternehmen ist nicht zahlungsunfähig.

rotes Dreieck

Unternehmen ist zahlungsunfähig

Kommen Sie jedoch zu dem Ergebnis, dass die Deckungslücke sich nicht schließen wird, ist Ihr Unternehmen zahlungsunfähig im Sinne der Insolvenzordnung. Sie haben ab sofort einen Insolvenzantrag zu stellen. Sie dürfen den Insolvenzantrag bis zu drei Wochen hinauszögern, wenn Sie sich in dieser Galgenfrist ernsthaft um neue Gelder bemühen. Dies ist das klassische bis zum 27.03.20 gültige Prüfungsschema zur Ermittlung der Zahlungsunfähigkeit eines Unternehmens und der sich daraus ergebenden Insolvenzantragspflicht.

Fortsetzung der Prüfung mit dem neuen Covid-Gesetz

Setzen Sie Ihre Prüfung nun anhand der neuen Regelungen über die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht fort. Wie oben beschrieben, kommen drei weitere Bedingungen hinzu:

ein corona Virus

Das Unternehmen war am 31.12.19 noch zahlungsfähig

Das Unternehmen war am 31.12.19 noch nicht zahlungsunfähig im Sinne des § 17 InsO (also nach den üblichen Voraussetzungen). Führen Sie die Prüfung der Insolvenzreife wie oben beschrieben auf den Stichtag des 31.12.19 durch.

Kommen Sie zu dem Ergebnis, dass Ihre Firma bereits am 27.03.20 zahlungsunfähig war, beantragen Sie einen Schutzschirm, um Ihren Betrieb zu retten. Andere Mittel als den Schutzschirm bzw. Insolvenz in Eigenverwaltung stehen Ihnen nicht (mehr) zur Verfügung. Insbesondere auch keine Kredite und keine staatlichen Liquiditätshilfen. Denn all diese Fördermittel setzen voraus, dass Ihr Unternehmen nicht zahlungsunfähig im Sinne der Insolvenzordnung ist.

Schwinnring zur beseitigung Zahlungsunfähigkeit

Es bestehen Aussichten auf eine Beseitigung der Zahlungsunfähigkeit

War Ihr Unternehmen also am 31.12.19 noch nicht zahlungsunfähig, ist die Insolvenzantragspflicht grundsätzlich bis 30.09.20 ausgesetzt. Die nach dem 27.03.20 eintretende Insolvenzursache ist eine Folge der Covid-Pandemie.

Ergebnis

Falls Ihr Unternehmen am 27.03.20 noch nicht zahlungsunfähig war, sind Sie erst einmal im sicheren Hafen. Ihr Unternehmen muss keine Insolvenz beantragen. kann vor allem auch Liquiditätshilfen und Kredite beantragen.

Allen anderen Unternehmen rate ich dringend zu einem Schutzschirmverfahren bzw. Insolvenz in Eigenverwaltung. Auch damit können wir Ihren Betrieb ohne weiteres retten.

Stellen Sie nicht einfach einen Insolvenzantrag. Es wäre schade um Ihr Unternehmen.

Beitrag u.a. veröffentlicht auf handwerkernachrichten.de

Schutzschirmverfahren als Rettungsanker für Corona geschädigte Betriebe

Schutzschirmverfahren als Rettungsanker für Corona geschädigte Betriebe

Schutzschirmverfahren als Rettungsanker für Corona geschädigte Betriebe

Vielen Unternehmen insbesondere aus Gastronomie, Tourismus und Eventmanagement bricht in Zeiten des Corona-Virus das Geschäft weg. Unter bestimmten Voraussetzungen kann das Schutzschirmverfahren die Rettung sein – ein rechtliches Tool für eine Sanierung in Eigenverwaltung.

Schutzschirmverfahren als Rettungsanker

Das Corona Covid Virus versetzt nicht nur viele Menschen in Panik. Es trifft auch die deutsche Wirtschaft in noch nicht absehbarem Ausmaß. Vielen Unternehmen aus Gastronomie, Tourismus und Eventmanagement bricht derzeit durch das brachliegende öffentliche Leben das Geschäft weg. Bei drohender Insolvenz kann das Schutzschirmverfahren der rettende Anker sein. Es gibt Firmen ein Werkzeug an die Hand, rechtzeitig aktiv zu werden und eine Sanierung in Eigenverwaltung durchzuführen.

Das Schutzschirmverfahren – nicht nur für Konzerne wie Condor

Als am 12. März wurde der „Schutzschirmplan“ der von Zahlungsunfähigkeit bedrohten Fluggesellschaft Condor durch die Gläubiger mehrheitlich angenommen. Ein Aufatmen ging durch die Reihen. „Durch die heutige Zustimmung der Mehrheit der Gläubiger ist der Weg für die Zukunft mit dem neuen Eigentümer PGL frei“, so Lucas F. Flöther, Sachwalter der Condor Flugdienst GmbH. Somit konnte der Schutzschirm für Condor aufgehoben werden. Der Schutzschirmplan war am 11. Februar 2020 beim Amtsgericht Frankfurt am Main eingereicht worden. Die darin enthaltenen Maßnahmen sollten Condor für eine Zukunft ohne den früheren Mutterkonzern Thomas Cook aufstellen. Dieser hatte im September Insolvenz angemeldet. Condor hatte im Rahmen des Schutzschirmverfahrens in Eigenverwaltung nach einem Investor gesucht und den Flugbetrieb ohne Ausfälle fortgeführt.

Immer häufiger nutzen auch Mittelständler in einer wirtschaftlichen Krise die Möglichkeit der Eigenverwaltung im Rahmen eines Insolvenzverfahrens. Gerade wenn staatliche Liquiditätshilfen und Kurzarbeitergeld nicht mehr ausreichen, ist das Schutzschirmverfahren in vielen Fällen die nächste Aktionsstufe. Vereinfach wurde der Zugang zu dem Verfahren 2012 durch das „Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen“ (ESUG). Der Trend zu Eigenverwaltung und Schutzschirmverfahren wird also von Wirtschaft und Politik unterstützt, da die Praxis zeigt: Sehr häufig können ihre Instrumente Unternehmen sehr effizient bei der Überwindung einer Krise helfen.

Beim Schutzschirmverfahren bleibt die Geschäftsführung am Steuer

Bei einem Schutzschirmverfahren hat das Unternehmen zunächst drei Monate Zeit, einen Sanierungsplan – wie bei Condor – aufzustellen. Die Geschäftsführung kann selbst einen vom Gericht bestellten Sachwalter vorschlagen. Dieser achtet als eine Art Blauhelmsoldat darauf, dass der gesetzliche Rahmen eingehalten wird und die Rechte der Gläubiger gewahrt werden. Anders als ein Insolvenzverwalter hat er aber keine absolute Verfügungsgewalt. In diesen drei Monaten ist der laufende Betrieb geschützt: Gläubiger dürfen ihre Güter – z.B. noch nicht abbezahlte Maschinen, geleaste Autos, angemietete Räume – nicht zurückfordern. Überhaupt sind jegliche Vollstreckungsmaßnahmen verboten. Die Geschäftsführung bleibt weiter am Steuer und vertritt die Firma nach außen.

Laufende Kosten können radikal gesenkt werden

Mit der umfassenden Protektion, den das Unternehmen in diesen drei Monaten genießt, macht das Schutzschirmverfahren seinem Namen alle Ehre. Weitere Ausnahmeregelungen sorgen dafür, dass die Firma kaum Kosten hat. Das Unternehmen entscheidet zum Beispiel, welche Verträge vorteilhaft und welche nachteilig sind. Nachteilige Verträge erfüllt das Unternehmen ab sofort nicht mehr und gibt beispielsweise Leasinggegenstände einfach zurück. Günstige Verträge führt es fort. Zudem fördert der Staat den Schutzschirm und übernimmt drei Lohnrunden. Mit dem Insolvenzgeld und dem Aussetzen weiterer Zahlungspflichten kann man schnell wieder Liquidität aufbauen.“

„Insolvenz light“ mit Protektion und Turboantrieb

Wird der Schutzschirmplan dann sowohl vom Gericht als auch vom Gläubigerausschuss angenommen, mündet das Schutzschirmverfahren in eine Art „Insolvenz light“. Die vorgeschlagenen Maßnahmen werden in Eigenverwaltung umgesetzt und das Unternehmen im Idealfall anschließend stabilisiert aus dem Verfahren entlassen.

Fast Track

Das kann erstaunlich zügig gehen. Wie zügig, zeigt der Fall eines IT-Beratungsunternehmens mit 26 Mitarbeitern. Weil ein fest zugesagter Großauftrag nicht zustande gekommen war, war die Firma in die Nähe des wirtschaftlichen Supergaus geraten. Verschuldet war die Inhaberin vor Antragstellung mit 2.181.000 €. Im Insolvenzplan gelang es, sich mit den Gläubigern auf eine Quote von 6,4 % zu einigen. Der Schutzschirm von der Eröffnung bis zur Abstimmung über den Insolvenzplan dauerte nur vier Monate. Entscheidend für diesen Erfolg war das Zusammenwirken aller Beteiligten, vom Management über die zuständige Richterin bis hin zu den wichtigsten Ressourcen des Unternehmens: den Mitarbeitern, die trotz der Krise an Bord blieben.

Das Timing als entscheidender Erfolgsfaktor

Ein ebenso wichtiger Faktor wie loyale Mitarbeiter ist das Timing. Das Schutzschirmverfahren soll von Zahlungsunfähigkeit bedrohte Firmen nicht nur wieder auf die Beine helfen. Es soll auch verhindern, dass erst dann die Reißleine gezogen wird, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist. Dies ist nämlich viel zu oft der Fall. Aus Angst vor öffentlichem Gesichtsverlust zögern Unternehmer nicht selten den Schritt zum Insolvenzantrag so lange wie möglich hinaus. Oft kann der Insolvenzverwalter dann wirklich nur noch die Firma zerschlagen, die Scherben verteilen und als letzter den Schlüssel umdrehen. Ein Schutzschirmverfahren wird daher nur bewilligt, wenn die Firma noch zahlungsfähig und eine Sanierung realistisch ist.

Alle Möglichkeiten einer Sanierung in Eigenverwaltung ausloten

Schon deshalb steht es in der Außenwahrnehmung viel positiver da als ein Insolvenzverfahren, denn Optimismus ist hier keine Schönfärberei. Condor war prädestiniert für ein Schutzschirmverfahren: Das Unternehmen war in erster Linie durch die Insolvenz des Mutterkonzerns in Not geraten. „Condor kommt stärker aus dem Schutzschirmverfahren, als es reingegangen ist“, beschrieb CEO Teckentrup die Situation nach Annahme des Sanierungsplans. Mit einem solch überragenden Ergebnis sollten Unternehmen nicht rechnen. Eine lohnende Investition ist es aber allemal, die Möglichkeiten einer Sanierung in Eigenverwaltung auszuloten, wenn die Zeichen auf Krise stehen.

Rechtsanwalt Jörg Franzke erklärt das Schutzschirmverfahren
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Covid Schutzschirm, wie Unternehmer Ihren Betrieb retten

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Begriffe, die im normalen Geschäftsalltag normalerweise nicht zur Sprache kommen, gewinnen unversehens grundlegende Bedeutung: Insolvenz, Kurzarbeitergeld, Liquiditätshilfe, Förderdarlehen, Schutzschirmverfahren – Corona hat aus dem Nichts eine völlig neue Unternehmenswirklichkeit geschaffen.

Die neue Realität

Ganz abgesehen von den gesundheitlichen Gefahren und den gesellschaftlichen Auswirkungen stehen insbesondere mittlere und kleine Unternehmen durch Corona vor Herausforderungen, wie sie selbst in der zurückliegenden Weltwirtschaftskrise nicht zu beobachten waren. Zehntausende Unternehmen geraten unversehens in eine existenzgefährdende Lage, nicht selten innerhalb weniger Tage und suchen nach Möglichkeiten, wie man seinen Betrieb rettet.

Dabei sind die Ausgangskriterien alles andere als rosig. Eine Umfrage der Unternehmervereinigung „The Alternative Board“ unter 165 Firmenchefs ergab: über 80 Prozent verfügen über keinen ausgearbeiteten Notfallplan. Das bestätigt auch Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer des Verbands der Bayerischen Wirtschaft. Seiner Ansicht nach ist es unerlässlich, rechtzeitig betriebsinterne Regelungen zu entwickeln, die im Krisenfall zur Anwendung kommen. (Quelle: Tageszeitung WELT)

In beiden Fällen, beim Aufbau eines Krisenplans sowie beim Handling einer aktuellen Krise dieser Größenordnung, ist die Betreuung durch einen Berater für extreme Krisen nicht einfach nur ratsam – in vielen Fällen kann sie sich als lebenswichtig erweisen. Dabei kommt es vor allem auf die Wahl des richtigen Partners an.

In den vielen Jahren meiner beruflichen Tätigkeit habe ich einen Kodex entwickelt, der meiner Ansicht nach für die Krisenberatung von grundsätzlicher Bedeutung ist. Prinzip eins: niemals die Interessen eines Gläubigers vertreten. Prinzip zwei: Aufgaben niemals an einen Vertreter delegieren. Nur so lässt sich die erforderliche Vertrauensbasis aufbauen, die für eine effektive und erfolgreiche Zusammenarbeit wichtig ist.

Krisenmanagement ist vielschichtig

So vielfältig, wie eine Großkrise vom Kaliber einer Corona-Pandemie auf Leben und Wirtschaft einwirkt, so unterschiedlich können die Gegenmaßnahmen sein. Hier den Überblick zu bewahren und die richtigen Strategien zum richtigen Zeitpunkt auf den Weg zu bringen, ist die wesentliche Aufgabe eines Krisenberaters für den Covid Schutzschirm. Seine Pflicht ist es, in einem sich rasch und hektisch ändernden Umfeld die Übersicht zu bewahren und rechtzeitig Chancen und Möglichkeiten auszumachen. Dabei sind vor allem zwei Themenbereiche von grundsätzlicher Bedeutung:

Staatliche Liquiditätshilfe

Die schlimmsten Auswirkungen für das eigene Unternehmen durch die Inanspruchnahme staatlicher Hilfen abfedern – das klingt zunächst wie die Lösung der brennendsten Probleme. Die Schwierigkeit dabei: Die Lage ändert sich ständig, feste Routinen und Vorgehensweisen sind nicht auszumachen. Letztendlich bedeutet die vorherrschende Situation auch für die Bundesregierung Neuland, in das sie sich einfinden muss – wie wir alle.

Bürgschaften und KfW-Kredite oder Kurzarbeitergeld sind hier die bekanntesten Maßnahmen, doch schon bei ihnen tauchen eine Reihe von Fragezeichen auf. Nicht immer sind Kredite das Mittel der Wahl, selbst bei niedrigen oder nicht vorhandenen Zinsen. Ausfälle durch verschiebbaren Konsum lassen sich auf diese Weise überbrücken, beispielsweise die verspätete Anschaffung einer neuen Einbauküche nach dem Abflachen der Epidemie. Anders sieht es bei unwiederbringlichen Einnahmeverlusten aus, die nach der Krise nicht nachgeholt werden können. Hier kann der Kredit keine wirkliche Lösung bringen – das Problem wird lediglich nach hinten verschoben.

Dazu kommen weitere Staatshilfen, die noch nicht in feuchten Tüchern sind, ganz abgesehen von Modellen, die erst noch entstehen. Sehr deutlich wird die unübersichtliche Lage durch den von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier vorgestellten Drei-Stufen-Plan. Die erwähnten Bürgschaften und KfW-Kredite der Stufe eins sind dabei die einzig konkrete Komponente.

Die flexiblere Gestaltung und die Aufstockung von Krediten in Stufe zwei und umfangreiche Konjunkturprogramme in Stufe drei sind davon abhängig, wie und in welchem Ausmaß sich die Krise verschärft. Und die Kriterien dafür legt die Regierung fest – das sind alles andere als planbare Größen.

Doch damit sind die Möglichkeiten noch nicht ausgeschöpft. Weitere Hilfsmaßnahmen können jederzeit auf den Plan treten, wenn die Situation es erfordert. So sind derzeit beispielsweise auch steuerliche Erleichterungen im Gespräch, wobei ihre konkrete Ausgestaltung noch in den Sternen steht. Auch hier ist intensive Beobachtung unerlässlich.

Der Krisenberater beurteilt die laufende Situation, lokalisiert und bewertet in diesem chaotischen und volatilen Umfeld alle aktuellen Sachstände und nutzt die Möglichkeiten des Covid Schutzschirms, die speziell für seinen Klienten sinnvoll und nutzbringend sind.

Schutzschirm oder Insolvenz in Eigenverwaltung

Nicht in jedem Fall wird sich eine Insolvenz vermeiden lassen, die durch die Corona-Epidemie ausgelöst wurde. Besonders in dieser schwierigen Situation ist ein zielgerichtetes und abgewogenes Krisenmanagement von Bedeutung, um das Überleben des Unternehmens zu ermöglichen. Besonders das Schutzschirmverfahren können in dieser Situation das Schlimmste abwenden und das Unternehmen mittelfristig wieder auf Kurs bringen.

Codid Schutzschirm ist doof

Schutzschirmverfahren als Präventivmaßnahme

Droht die Zahlungsunfähigkeit oder die Überschuldung, lässt sich ein Schutzschirmverfahren auf den Weg bringen – wenn die Zahlungsunfähigkeit noch nicht eingetreten ist.

Die Insolvenzordnung eröffnet Unternehmern durch die Einführung des Gesetzes zur weiteren Erleichterung von Sanierung von Unternehmen die Möglichkeit, im Schutz eines Verfahrens in Eigenverwaltung einen Sanierungsplan zu erstellen. Das Schutzschirmverfahren gemäß Paragraph 270b InsO stellt somit die Grundlage für einen Vergleich mit den Gläubigern dar, und das entweder außerhalb oder innerhalb eines eröffneten Insolvenzverfahrens.

Einer der wesentlichen Unterschiede des Schutzschirmverfahrens gegenüber der Insolvenz in Eigenverwaltung ist die Wahl des Sachwalters. Er darf beim Schutzschirmverfahren vom Unternehmen ernannt werden, wenn keine sachlichen Gründe dagegensprechen.

Das Schutzschirmverfahren eröffnet dem Unternehmen einen bis zu drei Monate andauernden Zeitraum zur Erarbeitung des Sanierungskonzepts. Anschließend entscheidet das Insolvenzgericht über den Eröffnungsantrag. In dieser Zeit ist das Unternehmen vor Vollstreckungsmaßnahmen oder der Verwertung von Sicherheiten durch die Gläubiger sicher, auch, wenn diese die Sanierung ablehnen. Als Unternehmen sind Sie also während des Schutzschirmverfahrens vor der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder dem Verlust der Kontrolle über Ihr Vermögen sicher.

Eigenverwaltung ist kein völliger Kontrollverlust

Ist die Zahlungsunfähigkeit erst eingetreten, führt kein Weg an der Insolvenz vorbei. Das Verfahren in Eigenverwaltung weist aber entgegen dem normalen Insolvenzverfahren einen wesentlichen Vorteil auf: Der Schuldner kann über die Insolvenzmasse verfügen und sie selbst verwalten – dies allerdings unter der Aufsicht eines Sachwalters. Dieses Verfahren kann eingeleitet werden, wenn abzusehen ist, dass das Verfahren sich nicht zum Nachteil der Gläubiger auswirken wird.

Die Insolvenz in Eigenverwaltung birgt demnach deutliche Vorteile gegenüber der regulären Insolvenz in sich: Im normalen Insolvenzverfahren erfolgt die Bestellung eines Insolvenzverwalters, der die gesamte Verfügungsgewalt über das Vermögen des Schuldners erhält. Er hat somit keinen Einfluss auf die Maßnahmen, die der Verwalter im Rahmen der Insolvenz durchführt.

Die Eigenverwaltung versetzt den Schuldner in die Rolle des Insolvenzverwalters. Die Kontrolle der Abläufe übernimmt in diesem Fall ein Sachwalter, der dem Schuldner zur Seite gestellt wird. Er wacht insbesondere über die Einhaltung aller insolvenzrechtlichen Vorgaben, wie sie in der Insolvenzordnung festgelegt sind.

Dass es sich auch bei Eigenverwaltung um ein vollwertiges Insolvenzverfahren handelt, sollte dennoch klar sein. Auch diese Variante erfordert einen Insolvenzantrag des Schuldners, der wie erwähnt deutlich machen muss, dass das Verfahren keine Nachteile für die Gläubiger auslöst.

Beide Abläufe, das Schutzschirmverfahren und die Eigenverwaltung, erfordern für die erfolgreiche Durchführung fundierte juristische Kenntnisse. Insbesondere die Erläuterung der Gründe, warum die Eigenverwaltung vertretbar ist, muss fundiert und formal korrekt erfolgen.

Selbst einfachste Fehler wie eine verspätete Antragstellung und die dadurch ausgelöste Verfahrensverzögerung können zur sofortigen Überleitung in ein reguläres Insolvenzverfahren führen. Auch Fehler bei der Weiterführung des Unternehmens während der Eigenverwaltung können diese unerwünschte Entwicklung auslösen. Hier ist die professionelle Kombination aus Rechtskunde und Krisenmanagement gefragt.

Der wesentliche Faktor bei der erfolgreichen Behandlung einer Unternehmenskrise ist die Zeit. Je früher ein Unternehmer die Krise seiner Firma erkennt und beschließt, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, desto besser. Eine Beratung kann nur dann optimal wirken, wenn der Krisenberater rechtzeitig in die Prozesse eingebunden wird. In diesem Fall kann er alle Phasen des Verfahren optimal betreuen – von der Antragstellung für Schutzschirm oder Eigenverwaltung über die insolvenzrechtliche Beratung bis hin zur Begleitung durch die Unternehmenskrise mit all ihren Aspekten.

Wenn Sie den Eindruck gewinnen, dass die Corona-Krise Ihr Unternehmen existenziell gefährdet, sollten Sie einen Grundsatz nicht vernachlässigen: Sie können niemals zu früh Rat suchen – aber leicht zu spät. Gerne stehe ich für ein persönliches Gespräch zur Verfügung.

Rechtsanwalt Jörg Franzke erklärt das Schutzschirmverfahren
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