Ich will in die Insolvenz. Bis wann darf der Gerichtsvollzieher pfänden?

Gerichtsvollzieher darf Sie bis zur Eröffnung des Insolvenzverfahrens besuchen – Widerstand lohnt nicht, Wohnungseinrichtung nicht pfändbar – Offenbarungseid schadet nicht der Restschuldbefreiung.

Bis zu dem Tag, an dem das Insolvenzgericht das Verfahren per Gerichtsbeschluss eröffnet hat.

Viele Mandanten haben furchtbare Angst vor dem Gerichtsvollzieher und unternehmen alles mögliche, um ihm aus dem Weg zu gehen. Dabei riskieren Sie sogar einen Haftbefehl wegen nicht abgegebener Eidesstattlicher Versicherung.

Eigentlich ist dies alles unnötig. Wer ein Insolvenzverfahren beantragen will, muss den Gerichtsvollzieher gar nicht mehr fürchten.

Die Gegenstände in Ihrer Wohnung sind in der Regel nicht pfändbar. Soll er doch kommen und sich in der Wohnung umsehen!

Wahrscheinlich wird er sich nur ganz kurz das Wohnzimmer sehen wollen und in Ihrer Sockenschublade stöbert er schon gar nicht.

Selbst wenn Sie eine Eidesstattliche Versicherung oder Offenbarungseid abgeben müssen, wird das Ihre Rechtslage nicht verschlechtern. Wie von den Schulden sind Sie auch von den Folgen des Offenbarungseides spätestens bei Erteilung der Restschuldbefreiung nach sechs Jahren befreit.

Selbstverständlich erlöschen auch die Forderungen, die ursächlich für den Offenbarungseid waren.

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4 Gedanken zu „Ich will in die Insolvenz. Bis wann darf der Gerichtsvollzieher pfänden?

  1. Guten Tag Herr Franzke,

    habe eine Gartenlaube mit kl. Grundstück(Schuldenfrei) zur Pacht in einer Kleingartensparte. Muss ich befürchten das dieser Garten mir vom Gerichtsvollzieher weggenommen wird wenn ich in die Insolvenz gehe? Ich habe ab 01.01. meine Zahlungen eingestellt da mein Geld zum leben nicht reicht. Sollte ich lieber den Garten dem Verein zurückgeben und anschl. einen Verwandten überschreiben? Oder lieber noch eine weitere Person mit in das Pachtverhältnis eintragen? Ich wäre dankbar wenn es dafür eine Lösung geben würde so das man den Garten nicht verliert.

    • Jörg Franzke sagt:

      In der Regel sehen die Pachtverträge vor, dass die Grundstück geräumt zurückgegeben werden müssen. Würde der Insolvenzverwalter also die Pachtvertrag kündigen, dann müsste er die Räumungkosten übernehmen. Das tut er nicht. Also wird er den Pachtvertrag aus der Insolvenzmasse freigeben und Sie zahlen ihm einen Obolus.

  2. M.Schmidt sagt:

    Hallo,
    ich habe Heute am 13.5.14 den antrag zur Privatinsolvenz zum Amtsgericht Dortmund geschickt. Wie lange dauert es jetzt ca. bis zur Eröffnung? Habe auch einen Vollstreckungsbescheid von einem Gläubiger bekommen bei dem die Einspruchsfrist Heute abläuft.
    Muss ich nun dami rechnen das der GV demnächst bei mir vor der Tür steht?

    • Jörg Franzke sagt:

      Es dauert in der Regel zwischen vier und sechs Wochen, bis das Insolvenzgericht das Verfahren nach Einreichen des Antrages eröffnet. Sollte der Gerichtsvollzieher vorbekommen wollen, dann soll er das ruhig tun. Es müssen nicht befürchten, dass Gegenstände aus der Wohnung gepfändet werden. Die Pfänungsgrenzen von Wohnungsgegenständen sind sehr hoch, Sie haben entsprechenden Pfändungsschutz. Auch die Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung steht einer Restschuldbefreiung nicht entgegen.

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