Ich möchte trotz Insolvenz
„selbständig“ bleiben. Deshalb eine Auffanggesellschaft gründen?

Zwei Wege die Selbständigkeit zu erhalten – Entweder mit laufendem Geschäftsbetrieb in die Insolvenz und Insolvenzverwalter Betrieb abkaufen oder Freigabe aushandeln – oder Betrieb einstellen, Auffanggesellschaft gründen und sich dort anstellen lassen.

Viele in Zahlungsschwierigkeiten geratene Unternehmer wollen trotz Insolvenz selbständig bleiben. Hierzu stehen zwei Wege zur Verfügung:

  • Entweder der Unternehmer lässt alles so wie es ist und geht mit laufendem Geschäftsbetrieb in das Insolvenzverfahren.
  • Oder der Unternehmer gibt das Gewerbe vorher auf, lässt eine Auffanggesellschaft gründen und beantragt später, nachdem alles erledigt ist, als angestellter Arbeitnehmer dieser Auffanggesellschaft eine Verbraucherinsolvenz.

Welcher Weg für den Unternehmer der bessere ist, hängt vor allem davon ab, über wieviel Betriebseinrichtung das Unternehmen verfügt.

Bei geringer Betriebseinrichtung empfehle ich dringend den Weg über die Auffanggesellschaft. Das erspart eine Menge Ärger und Frustration.

Die Auffanggesellschaft kann eine Limited, Mini-GmbH oder richtige GmbH sein. Welche Gesellschaft die bessere ist, richtet sich nach dem Einzelfall.

Bei erheblicher Betriebseinrichtung, die nicht unter den Arm geklemmt und mitgenommen werden kann, bleibt nur Insolvenzantrag bei laufendem Geschäftsbetrieb. Andernfalls riskiert der Unternehmer strafrechtliche Verfolgung.

Beantragt der Unternehmer die Insolvenz mit laufendem Geschäftsbetrieb, geht dieser in das Eigentum des Insolvenzverwalters über.

Das heißt: Ab sofort arbeitet der Unternehmer in einem fremden Betrieb. Der Insolvenzverwalter wird ihn die neuen Machtverhältnisse schnell spüren lassen, beispielsweise indem jeder Kauf eines neuen Bleistiftes genehmigt werden muss.

Ein Unternehmer im Insolvenzverfahren kann im Gegensatz zu einem Arbeitnehmer kein pfändungfreies Einkommen fordern, es gibt keine Pfändungsgrenzen. Gerade in den ersten drei Monaten des Insolvenzverfahrens lassen viele Insolvenzverwalter die Unternehmer regelrecht verhungern (das ist keine Übertreibung!).

Später kann der Unternemer dem Insolvenzverwalter das Unternehmen abkaufen und in einer Auffanggesellschaft weiterführen oder man vereinbart eine modifizierte Freigabe des Betriebes gegen Zahlung einer festen Monatsrate.

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4 Gedanken zu „Ich möchte trotz Insolvenz
„selbständig“ bleiben. Deshalb eine Auffanggesellschaft gründen?

  1. Dana B. - B. sagt:

    Sehr geehrte Damen und Herren

    Ich hätte gern eine Auskunft zu meiner aktuellen Situation

    Gäbe es die Möglichkeit eines Beratungsgesprächs am Telefon ?

    Mit freundlichen Grüßen
    Dana BB

    • Jörg Franzke sagt:

      Ja, selbstverständlich stehe ich ihnen für eine Beratung zur Verfügung. Bitte hierzu in meiner Kanzlei anrufen und einen Termin geben lassen.

  2. Isolde Gairing sagt:

    Sehr gute Tipps – danke.
    Ich habe Auffanggesellschaft Ltd. gegründet und mich anstellen lassen.
    Der Insolvenzverwalter meiner GmbH berät mich nicht, will nur Geld.
    Jetzt will die frühere Hausbank – obwohl das Insolvenzverfahren eröffnet wurde – von mir den Kontokorrentkredit zurück in Höhe von 20.000 sowie 40.000 Kreditsumme, was ich 2010 über die Bürgschaftsbank bekommen hatte. Zu was gibt es dann überhaupt die Bürgschaftsbank – ich habe dort erhebliche Gebühren bezahlt.
    Muss ich Privatinsolvenz anmelden bzw. die EV abgeben?

    • Jörg Franzke sagt:

      Sieht so aus. Wenn Sie für die GmbH-Schulden privat haften, dann hat Ihnen die GmbH nicht viel geholfen. Dann beantragen Sie jetzt am besten die Privatinsolvenz.

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