EU-Insolvenz

EU-Insolvenz in England, Irland oder Frankreich:
Nach 18 Monaten schuldenfrei.


Update zum Brexit vom 02.08.2016: Nach Rücksprache mit dem Insolvency Service am High Court of Justice in London wird sich der Brexit wenn überhaupt erst in einigen Jahren auf die EU-Insolvenz auswirken. Das heißt, die EU-Insolvenz in England bleibt bis auf weiteres möglich. Seit März 16 hat ein weiteres EU-Land das englische Verbraucherinsolvenzrecht 1 zu 1 übernommen, sodass auch dieses Land ab sofort für die schnelle Entschuldung zur Verfügung steht.

Falls Sie Wert legen, auf eine schnelle und unkomplizierte Entschuldung, entscheiden Sie sich für die EU-Insolvenz.

Die EU-Insolvenz ermöglicht die Entschuldung innerhalb von ca. 18 Monaten. Das heißt, fünf Jahre Zeitersparnis schneller im Vergleich zur deutschen Insolvenz. Doch auch aus zusätzlichen Gründen kann eine EU-Insolvenz für Unternehmer äußerst vorteilhaft sein.

Auf dieser Web-Seite erhalten Sie erste Informationen zur Verbraucherinsolvenz für Deutsche in England, Irland oder Frankreich. Prüfen Sie anhand dieser Informationen, ob eine EU-Insolvenz für Sie in Frage kommt.

Falls ja, berate ich Sie als nächsten Schritt gerne persönlich zum EU-Insolvenzrecht. Bitte vereinbaren Sie hierzu einen telefonischen, oder besser: persönlichen Gesprächstermin mit meinem Sekretariat.

Auf dem Gebiet der EUInsVO in Verbindung mit Insolvency Act verfüge ich inzwischen über einzigartige Fachkenntnisse des internationalen Rechts und werde Ihnen bei allen, sich aus der EU-Insolvenz ergebenden Rechtsfragen kompetent zur Seite stehen.

Ich bin auch in England als Rechtsanwalt zugelassen (= Registered European Lawyer) und werde Sie bei Bedarf vor dem englischen Gericht und vor Behörden vertreten.


Was ist überhaupt eine EU-Insolvenz?

Die Integration der Mitgliedsstaaten in die Europäische Union hat einen Wettbewerb unter den nationalen Rechtsordnungen ausgelöst. EU-Bürger und Firmen nehmen das nationale Recht für sich in Anspruch, das die meisten Vorteile bringt. (= Forum Shopping).

Die nationalen Regeln zu Schuldenerlass und Restschuldbefreiung weichen stark voneinander ab. Während die deutsche Insolvenzordnung zu einer sechsjährigen Laufzeit zwingt, garantieren der englische und der irische Insolvency Act die Restschuldbefreiung spätestens nach 12 Monaten (=Early Discharge).

Auch in drei grenznahen Arrondissements in Frankreich ist eine schnelle Entschuldung aufgrund einer historischen Gesetzeslücke möglich. Wir empfehlen diesen Weg aber nur noch ausnahmsweise.

Verständlich, dass sich immer mehr Deutsche für eine Entschuldung nach englischem oder irischen Recht entscheiden. Bei richtiger Vorgehensweise ist dies völlig legal, aber deutsche Richter befürchten Kontrollverlust und halten massiv entgegen.

Englische und irische Gerichte entscheiden liberaler. Nach Versuchen, EU-Insolvenz Fälle zurückzudrängen und nach rechtswissenschaftlicher Diskussion, hat die englische Rechtsprechung inzwischen einige Präsenzfälle geschaffen, um eine EU-Insolvenz weitgehend rechtssicher durchzuführen.

Die heutige Entscheidungspraxis der englischen Insolvenzgerichte zum Umgang mit deutschen Schuldnern wurde von mir entscheidend geprägt. Ich war an der Herbeiführung der wichtigsten Präsenzfälle (=Case Law) beteiligt.


EU-Insolvenz in England und Irland

Das Verbraucherinsolvenzverfahren nach englischem und seit März 2016 auch nach irischem Recht bietet dem betroffenen Schuldner im Vergleich zu allen anderen nationalen Insolvenzordnungen in der EU die größten Vorteile.

Der größte Vorteil ist natürlich die Erteilung der Restschuldbefreiung binnen Jahresfrist. Aber auch das Verfahren selbst ist vorteilhafter und lässt dem Schuldner weitaus mehr Freiheit, als beispielsweise die deutsche Insolvenzordnung.

Eine Zwangsvollstreckung vor der Insolvenz wie Pfändung, Durchsuchung, eidesstattliche Versicherung kommen praktisch nicht vor und es gibt weitere Vorteile.

Ich will Ihnen kein Paradies versprechen. Die englische Justiz ist supermächtig und willkürlich. Droht ein Fall zu entgleiten und will ein Official Receiver (wieder einmal) ein Exempel statuieren, kann es richtig Ärger geben. Deshalb ist es bei der EU-Insolvenz in England so wichtig, jedem Ärger aus dem Weg zu gehen und nirgendwo anzuecken.

Zur EU-Insolvenz in England kann ich aufgrund zwölfjähriger Erfahrung sehr gut beraten: Jedem, dem es möglich ist, empfehle ich dieses Verfahren.


Das Mandat

Ich berate Sie zum deutschem, englischem und europäischen Insolvenzrecht und schütze Ihre Interessen, während Sie das Verfahren durchführen und später bei der Rückkehr nach Deutschland.

Das Mandat beginnt mit einer Erstberatung in meiner Kanzlei oder als Telefontermin. Sie erhalten eine Einführung zur EU-Insolvenz und – sehr wichig: Wir besprechen, was vorher zu erledigen ist, um die Entschuldung per EU-Insolvenz überhaupt zu ermöglichen.

Ich bin zugleich in England als Rechtsanwalt zugelassen und werde Ihre Interessen gegenüber dem englischen Insolvenzgericht und Behörden wahrnehmen. Ein englischer Anwalt darf Insolvenzanträge für die Behörde entgegen nehmen, sodass Ihr persönliches Erscheinen bei Gericht nicht erforderlich ist.

Ein Relocation-Service erleichtert Ihnen den Umzug und organisiert die Einrichtung des neuen Lebensmittelpunktes, Ihr Aufwand wird also sehr gering bleiben.

Auf dem Gebiet der EUInsVO in Verbindung mit Insolvency Act verfüge ich inzwischen über einzigartige Fachkenntnisse, sodass ich Sie insbesondere gegenüber Gläubigern, die Ihnen das englische Restschuldbefreiungsverfahren „zerschießen“ wollen, erfolgreich vertreten werde.


Meine Erfahrung

Zur EU-Insolvenz berate ich seit über zehn Jahren. Ich war von erster Stunde an (in Frankreich) mit dabei und ich berate noch heute erfolgreich Mandanten, wie sie sich schnell und ohne Komplikationen in England oder Frankreich entschulden.

In der Zeit meiner Beratung habe ich die EU-Insolvenz-Agenturen kommen und gehen sehen. Alle haben von mir abgeschrieben, aber ich bilde mir ein, das „Original“ zu sein. Aufgrund meiner seriösen und ehrlichen Beratung bin ich noch heute von allen „Beratern“ als Einziger „am Leben“.

Meine Mandanten werde ich auch in Zukunft offen und fair zu diesem sensiblen und zugleich hoch interessanten Thema beraten. Seit Einführung des Insolvenzplanverfahrens in Deutschland ab Juli 2014 ist es sehr ruhig um die EU Insolvenz geworden, weil alle Betroffenen auf eine schnelle Entschuldung in Deutschland hoffen…

Dies ist Ihre Chance, eine EU-Insolvenz so diskret wie in den Anfangsjahren außerhalb des gesellschaftlichen Fokus abzuwickeln. Die Rechtsprechung zur Anerkennung der EU-Insolvenz ist heute anerkannt und gefestigt und auch die englischen Gerichte sind nach Abflauen des Massenandrangs vor wenigen Jahren sichtlich entspannt.

Ich meine: Für flexible Geschäftsleute ist die EU-Insolvenz unverändert das beste von allen Entschuldungs-Verfahren.

Eine Einführung in das jeweilige Insolvenzrecht erhalten Sie hier:

Vier Tipps zur EU-Insolvenz:

1. Sorgen Sie für gültige Ausweispapiere.

Als allerersten Schritt müssen Sie sich um Ihre Ausweise kümmern. Überprüfen Sie beide Dokumente auf ihre Gültigkeit für mindestens zwei Jahre. Falls zu alt, bitte sofort verlängern.

Sollten die Ausweise während der Laufzeit der EU-Insolvenz ablaufen, ist kein deutsches Meldeamt mehr für Sie zuständig. Sie müssten sich zum Konsulat in London oder Paris begeben, was ziemlich aufwändig ist.

Tipp: Der Reisepass muss mindestens zwei Jahre gültig sein. Nach Ihrem Umzug lassen Sie z.B. „London“ als Wohnort in Ihren Reisepass eintragen.

2. Wählen Sie das Land für die EU-Insolvenz, das für Sie besser geeignet ist.

Im Gegensatz zum französischen bietet Ihnen das englische Verbraucherinsolvenzverfahren viele Vorteile. Das englische Insolvenzverfahren ist einfacher und der Aufwand, den Sie zum Nachweis Ihres Lebensmittelpunktes betreiben müssen, wird in Frankreich weitaus höher und teurer sein.

Andererseits werden Sie in England nicht von jeder Schuld befreit. Haben Sie Schulden, für die in England keine Befreiung vorgesehen ist, entscheiden Sie sich für Frankreich.

Tipp: Beziehen Sie die jeweiligen Rechtsfolgen der Restschuldbefreiungs-Beschlüsse der verschiedenen Länder in Ihre strategischen Überlegungen ein.

3. Seien Sie sich bewusst, dass Sie sich nicht nur Freunde machen.

Der schmale Grad zwischen „Erlaubt“ und „Verboten“ in der EU-Insolvenz besteht darin, dass es Ihnen bei Strafe verboten ist, die EU-Insolvenz zu benutzen, um vor der Insolvenz noch Geld beiseite zu schaffen.

Beispielsweise wäre es töricht, etwaig noch vorhandene deutsche Konten zu plündern, um die Guthaben an eine treuhänderisch gehaltene Limited in England zu überweisen.

Bekanntlich ist das Beiseite Schaffen von Vermögen vor der Insolvenz ist in jedem Land strafbar, lassen Sie sich also nicht darauf ein.

Tipp: Nenutzen Sie die EU-Insolvenz nicht dazu, um Geld von den Gläubigern zu verstecken.

4. Die Unterkunft in England muss angemessen sein.

Immer wieder gibt es Sparfüchse, die wahre Löcher als Wohnung anmieten, nur um Geld zu sparen. Oder sie lassen sich auf Agenturen ein, mit Scheinadressen oder Unterkünften, wo 10 und mehr Deutsche angemeldet sind.

Das geht schief. Wenn Engländer eines nicht leiden können, dann ist es, sich von Deutschen an der Nase herumführen zu lassen. Darauf reagieren sie allergisch.

Wenn Sie beispielsweise in London eine Bruchbude für 400 GBP anmieten, wird Ihnen kein Richter abkaufen, dass Sie als Deutscher dauerhaft dort leben. Ihr Insolvenzantrag wird abgelehnt oder das laufende Verfahren gar annulliert.

Tipp: Ihre Unterkunft und alles andere müssen stimmig sein.

37 Gedanken zu „EU-Insolvenz

  1. Hallo Herr Franzke,
    großes Lob für Ihre umfangreichen Informationen und individuellen Antworten.
    Sie unterscheiden sich wohltuend von einigen „schwarzen Schafen“.

    Ich bin seit 2014 in Deutschland abgemeldet und lebe seit Februar 2016 in England in eigener Wohnung.
    Ich fahre seit knapp einem Jahr ein englisches Auto, lag schon im englischen Krankenhaus und werde im Mai zum zweiten Mal lokal wählen.

    Aus psychischen Gründen bin ich bisher keiner Beschäftigung nachgegangen, sondern wurde von meinem Sohn, Schwester und Mutter unterstützt.
    Ich bin noch in Deutschland verheiratet, aber getrennt lebend(auch beim Finanzamt in D).
    Stellen die bestehende Ehe und Erwerbslosigkeit Gründe dar, die Anerkennung des COMI zu verweigern?
    Ich könnte ggf. eine geringfügige Beschäftigung aufnehmen.

    Vielen Dank im Voraus
    H. K.

    • Jörg Franzke sagt:

      Ich denke nicht, dass jemand Ihren COMI noch anzweifeln kann. Trotzdem, wenn Sie auf Nummer Sicher gehen wollen, dann nehmen Sie noch für zwei Monate die geringfügige Beschäftigung an, bevor Sie den Antrag stellen.

  2. Wolfgang Kolb sagt:

    Guten Tag Herr Franzke,

    Welche Erfahrungen haben Sie mit Irland gemacht?
    Wie lange dauert eine Verbraucher / Privatinsolvenz in Irland?

    Vielen Dank im Voraus fuer Ihre freundliche Hilfe!

    Mit freundlichen Gruessen

    Wolfgang Kolb

  3. Guten Tag, Herr Franzke! Grandiose Seite!

    Ich lebe seit etwa einem Dreivierteljahr in London, verdiene monatlich etwa 1.300 GBP netto und möchte zum Herbst in die Insolvenz starten.

    Ich habe ein paar Fragen zur Entscheidung über die IPO:

    1. Welcher Zeitraum ist für die Ermittlung des durchschnittlichen Einkommens maßgeblich?
    2. Werden Unterstützungen durch Eltern (zusätzlich ca. 300 GBP mtl., einmal ca. 700 GBP zusätzlich zu den 1.300 GBP) als Einkommen angerechnet?
    3. Wenn eine IPO über 100 GBP ausgehandelt wird – ist die bombenfest oder kann die sich nachträglich nach oben ändern, wenn sich die Einkommens-/Vermögensstruktur wesentlich verbessert?

    • Jörg Franzke sagt:

      1.300 GBP ist in London ungefähr die Pfändungsgrenze. Allerdings wird die Unterstützung der Eltern hinzugerechnet. Die IPO ist natürlich verlässlich und es zählt das Einkommen der letzten drei Monate.

  4. Sehr geehrter Herr Franzen!

    Muss man für die Insolvenz in England Leben und auch hinreisen?

    Grund: Da ich krank bin und nicht verreisen kann! Ist dann eine EU insolvenz nicht möglich?

  5. Herbert Schiller sagt:

    Hallo Herr Franzke
    Lebe seit ueber 10 jahren in UK verheirated mit englischer staatsbuergerin und zwei kindern. In Deutschland kommt es nun zur zwangsversteigerung des hauses aus erster ehe, alles versucht um aus dem kredit vertrag rauszukommen aber ex ehefrau hat sich gestreubt wollte das haus halten, konnte die abtraege auf dauer nicht leisten. Ich erwarte das nach der versteigerung um die 60.000 euro schulden bei der spaarkasse verbleiben, gehe fest davon aus das die ex eine insolvenz in Deutschland anmelded.
    Ich bin allein verdiener mit etwa £1.900 und hausbesitzer allerdings nur zu 5% derzeitiger wert £ 4.000
    Frage: was kommt auf mich zu
    Kommt eine EU insolvenz in frage
    Was geschieht mit englischen verbindlicheiten und vor allem mit dem haus, kann meine ehefrau dazu verdienen.
    Hoffe sie finden zeit mir anzuworten
    Many thanks

    Herbert

    • Jörg Franzke sagt:

      Warten Sie doch erst einmal ab, ob die deutschen Gläubiger überhaupt gegen Sie in UK vollstrecken. Aber davon unabhängig, können Sie in England eine insolvency procedure durchlaufen und sind spätestens nach einem Jahr „discharged“ also restschuldbefreit. Die Insolvenz würde alle Schulden umfassen, also sowohl die deutschen Schulden, als auch die englischen. Das Verfahren in UK gibt rechtlich nicht viel her, rufen Sie einfach beim County Court an und erkundigen Sie sich.

  6. Sehr geehrter Herr Franzke,

    meine Frau und ich durchlaufen derzeit eine Insolvenz in England.
    Im Mai erhalten wir die Restschuldbefreiung und wollen im Juni zurück nach Deutschland.
    Wir wohnen und arbeiten in England seit 2 Jahren.
    Einer unserer Gläubiger war das Finanzamt.
    Dieses hat sich nicht bei der Eröffnung der Insolvenz beim Official Receiver gemeldet.
    Wir rechnen jetzt bei unserer Rückkehr nach Deutschland mit Kontenpfändung bzw.Lohnpfändung von Seiten des Finanzamtes.
    Hat eine Vollstreckungsgegenklage eine aufschiebende Wirkung gegen eine Pfändung?
    Gerne würden wir Sie dann beauftragen uns rechtlich zu vertreten.
    Mit welchen Kosten müssten wir rechnen?
    Streitwert derzeit €12.000.

    Vielen Dank für Ihre Antwort.

    • Jörg Franzke sagt:

      Gerade das Finanzamt ist hart in der Zwangsvollstreckung, anerkennt aber die Discharge. Ich glaube nicht, dass das Finanzamt erneut vollstreckt. Falls doch, müssten Sie sich mit einer Vollstreckungsgegenklage wehren. Melden Sie sich einfach mal in Deutschland an und dann sehen Sie, was passiert.

  7. Hallo Herr Franzke,

    ich bin gerade mit Begeisterung auf Ihre Seite getoßen. Wirklich großartig, dass Sie sich die Zeit nehmen all diese Fragen zu beantworten!

    Also mein Fall sieht so aus: Ich bin vor zwei Monaten zum studieren (3 Jahre) nach London gezogen. Ich habe leider schon seit Jahren mit selbstverursachten Schulden (ich schiebe es gerne auf den jugendlichen Leichtsinn) zu kämpfen (Verträge, Dispo, Stromschulden). Von England aus sind diese Dinge noch schwerer zu managen und nach der letzten Kontopfändung spiele ich mit der Idee der Privatinsolvenz.

    Würde für mich eine EU Insolvenz infrage kommen als Studentin ?
    Die andere Sache ist auch was das ganze bringt wenn wirklich gar nichts bei mir zu holen ist? Was haben dann die Gläubiger davon? Ich habe zwei Nebenjobs aber die bringen vllt um die 700 GBP ein.

    Ich hoffe Sie können mir weiterhelfen! Vielen Dank für Ihre Zeit und Mühe.

    Grüße

    Bianca

  8. Hallo Herr Franzke,
    Ich bin vor einem Monat nach Irland ausgewandert um einen neuen Job an zu nehmen. Leider übersteigen meine Schulden nun allmählich mein Limit. Kann ich von Irland aus eine EU-Insolvenz beantragen oder muss ich mich vor Ort an einen Insolvenzberater wenden?

    • Jörg Franzke sagt:

      Soweit mir bekannt, gibt es in Irland keine Restschuldbefreiung wie in Deutschland oder in England. Fragen Sie aber besser einen Insolvenzberater vor Ort.

  9. Loubnan Wehbe sagt:

    Hallo Herr Franzke,

    ich lebe in England/Birmingham mit meinen ‚Frau und zwei Kindern‘ seit ca. zwei Jahren. Ich bin der einzige der arbeitet in meiner Familie, da meine Frau aus gesundheitlichen Gründen nicht arbeiten kann. Ich habe eine Frage und ich hoffe, dass Sie mir weiterhelfen können:

    Wie ich bereits erwähnte, ich bin der einzige verdiener in meiner Familie. Ich bin verheiratet und habe zwei Kindern. Nun zu meiner Frage, wieviel darf ich monatlich verdienen, ohne dass das Insolvenzverfahren in England auf bis zu drei Jahre verlängert?

    Vielen vielen Dank im Voraus

    • Jörg Franzke sagt:

      Im Gegensatz zu Deutschland gibt es in England keine festen Pfändungsgrenzen, man muss diese vielmehr mit dem Official Receiver individuell vereinbaren. Bei drei Unterhaltspflichten dürfte die Pfändungsgrenze bei ca. 2.000 GBP liegen. Falls der Official Receiver der Ansicht ist, dass Sie „zuviel“ verdienen, dann würde er mit Ihnen einen Vertrag (=Income Payment Agreement) abschließen, gemäß dem Sie dann einen fest vereinbaren Geldbetrag abführen müssen. Das Insolvenzverfahren selbst wird aber nach einem Jahr aufgehoben.

  10. Hallo Herr Franzke,
    wir haben eine oHG, für die wir eigentlich Insolvenz anmelden müssten. Wir haben unter 20 Gläubiger (insgesamt privat und geschäftlich).
    Jetzt wäre die Idee, die oHG ohne Insolvenz abzumelden und die private Insolvenz in England anzustreben (da wir ja persönlich haften, müssten wir (bzw. mein Mann) sowieso auch hier die Privatinsolvenz anmelden.
    Da man ja erst nach 6 Monaten Lebensmittelpunkt in England die Insolvenz anmelden kann, wäre das ein Wettlauf mit der Zeit, oder? Wenn nämlich ein Gläubiger hier in Deutschland den Insolvenzantrag stellt, hat sich das in England damit erledigt?

    Die zweite Frage ist:
    Ich habe in 2011 die RSB erhalten, kann also in Deutschland keinen Antrag auf RSB stellen.
    Gilt das auch für England? Darf ich dort Privatinsolvenz anmelden mit RSB? Wird die englische RSB dann hier anerkannt?

    Danke und Grüße

    • Jörg Franzke sagt:

      Sie können so vorgehen, wie beschrieben. OHG abmelden und auswandern. Ein Wettlauf mit der Zeit ist das aber nicht. Sobald Sie ca. drei Monate in UK leben, haben die deutschen Gerichte ihre örtliche Zuständigkeit für Sie verloren und damit kann man keinen Insolvenzantrag mehr gegen Sie stellen. In UK gilt die Sperrfrist nicht.

    • Vielen Dank für die Beantwortung meiner ersten Frage (Abmeldung der oHG).
      Trotzdem nochmal dazu die Frage, ob Gläuber, insbesondere das Finanzamt und die Bank) dann tatsächlich erst so spät einen Insolvenzantrag stellen würden?

      Gerne würde ich nich meine zweite Frage beantwortet wissen, die wichtig für unsere Entscheidungsfindung ist:
      Ich habe in 2011 die RSB erhalten, kann also in Deutschland keinen Antrag auf RSB stellen.
      Gilt das auch für England? Darf ich dort Privatinsolvenz anmelden mit RSB? Wird die englische RSB dann hier anerkannt?

      Viele Dank!

      • Jörg Franzke sagt:

        Nach Auslösung der OHG kann nur noch gegen Sie als haftende Person ein Insolvenzantrag gestellt werden. „Normale“ Gläubiger machen das in der Regel nicht, weil sie die Verfahrenskosten bezahlen müssten und das schreckt natürlich ab. Finanzämter und Sozialversicherungsträger müssen bei Insolvenzantragstellung keine Verfahrenskosten zahlen. Die Sozialkassen stellen Insolvenzanträge, weil sie dann den Ausfall von der Bundesagentur für Arbeit ersetzt bekommen und die Finanzämter, um Chancengleichheit zwischen Unternehmen herzustellen. Niemand darf sich einen Vorteil verschaffen, indem er keine Steuern bezahlt. Haben Sie das Gewerbe jedoch abgemeldet, sehen die Finanzämter in der Regel von einem Insolvenzantrag ab.
        In England könnten Sie sofort nachdem Ihr COMI sich dort befindet einen Insolvenzantrag stellen und die erteilte Restschuldbefreiung wird dann auch in Deutschland anerkannt.

  11. Hallo unsere GBR bekommt Schwierigkeiten uns beiden Inhabern droht die privatinsolvenz. Kann man durch die EU Insolvenz aus England aus trotzdem für Aufträge in Deutschland gebucht werden? Also zwar in England Leben aber selbständig in Deutschland arbeiten? So könnte man in der Heimat bleiben und dennoch diesen Vorteil nutzen oder sehe ich das falsch ?

    • Jörg Franzke sagt:

      Ja, das geht. Wenn Sie in UK self employed sind und dort leben, dann können Sie selbstverständlich auch Rechnungen an dt. Auftraggeber schreiben.

  12. Philipp Kaczmarek sagt:

    Lieber Herr Franzke, ich habe noch keine Seite im Netz gesehen, die so unglaublich viele Informationen bietet, wie Ihre. Ich werde einen Beratungstermin bei Ihnen buchen!

  13. Guten Tag Herr Frazke,

    zunächst ein grosses Lob an Sie und Ihr Team.
    Was Sie hier leisten ist grossartig!

    Ich hoffe, dass Sie auch mir in meiner Angelegenheit einen Hinweis geben können.
    Ich wohne in England und habe kürzlich meinen Antrag bei dem örtlichen Gericht eingereicht.
    Dieser wurde angenommen und nach einem ersten Gespräch mit dem Insolvenzverwalter zeichnet sich nun ein Income Payment Agreement ab, da ich geringfügig mehr als 1200 Pounds verdiene.
    Wenn ich nun diesem zustimme gillt es für drei Jahre.
    Ist trotzdem mit einer Restschuldbefreiung nach einem Jahr zu rechnen?
    Wenn ich nach einem Jahr die Discharge bekomme und nach Deutschland zurück gehe, muss ich dann weiterhin meine Einkünfte offenlegen und einen Teil davon abführen oder endet mit dem verlassen Englands die Zuständigkeit des Insolvensverwalters und des englischen Gerichts?
    Werden gegebenenfalls Deutsche Behörden oder Gerichte die Durchsetzung des Income Payment Agreement fortführen oder gar ein neues Verfahren in Deutschland einleiten?

    Hochachtungsvoll,

    Filip Gutmann

    • Jörg Franzke sagt:

      So ist es. Sie werden ein Jahr nach Bankrotterklärung automatisch die Restschuldbefreiung erhalten, aber Sie müssen aufgrund der Income Payment Order noch weitere zwei Jahre den vereinbarten Betrag abführen, auch dann wenn Sie wieder in Deutschland leben. Dem sollten Sie sich nicht widersetzen, sonst ist es. Die Restschuldbefreiung geschrieben. Die deutschen Behörden übernehmen wir überhaupt keine Aufgabe, das Geld geht direkt an den vom Gericht eingesetzten Treuhänder, das ist in der Regel eine englische Anwaltskanzlei.

  14. Hallo Herr Franzke,

    ich habe gehört das der „student loan“ vom englischem / walisischem Insolvenzrecht ausgenommen ist. Stimmt das, bzw. gilt das auch für deutsche Studienkredite? Ich habe durch eine chronische Erkränkung länger studiert als geplant und sitze nun auf zwei Studienkrediten von KfW und DKB. Ich möchte meinen Master nun in Wales machen und überlege dort auch gleichzeitig Insolvenz anzumelden.

    Viele Grüße

    Sabrina

  15. Jannine Frick sagt:

    Frage:Wie lange muss man Geld abführen?

    Hallo ich habe ihre Seite im Internet entdeckt und finde sie sehr gut.

    Ich habe folgende Frage zur Englandinsolvenz und zwar habe ich gelesen dass es passieren kann dass man 3 Jahre lang Teile seines Einkommens abführen muss in England. Ich habe vor für immer in England zu bleiben.

    Meine Frage ist nun: Was muss man tun bzw. maximal verdienen damit man nicht 3 Jahre lang sondern nur 1- 2 Jahre abführen muss?

    Ich bin Kleinunternehmer Self- Employed seit 2009. Mein monatlicher Nettoverdienst sind im Schnitt etwa 1800 Ponds umgerechnet.

    • Jörg Franzke sagt:

      Verdienen Sie um den Zeitpunkt der Abgabe des Insolvenzantrages nur 1.200 GBP, dann wird es kein Income Payment Agreement geben. Was Sie dann später verdienen und insbesondere nach der automatic discharge, fragt niemand mehr.

      • Jannine Frick sagt:

        Vielen Dank für die schnelle Rückmeldung.
        Ich habe dazu noch eine Frage
        gilt das für ,,Alles“ das was auf dem Konto ankommt,

        oder würde man die beruflichen Betriebsausgaben für Büromiete 250 GBP monatlich sowie Steuerberater oben drauf packen können:
        Also 1200 zum Leben
        + plus 250 berufliche Betriebsausgabe monatliche Büromiete + 50 monatliche Kosten Taxaccountant (also 300 GBP berufliche Betriebsausgaben monatlich)
        = 1 500 monatlich die dann so gelten würden wie nur 1 200 Einkommen weil man ja eigentlich nur 1 200 zum Leben hat weil die 300 sind ja berufliche Betriebsausgaben,
        oder wäre man dann schon in der Pflicht ein Income Payment Agreement zu machen weil die Berufskosten nicht geltet gemacht werden können und das Gericht sagt sieh zu wie du von 1200 über die Runden kommst.

        Hauptfrage:
        Oder wie ist das wenn man monatlich 1800 hätte aber z.B 600 monatliche berufliche Betriebsausgaben z.B
        1800 gehen monatlich aufs Konto ein, aber Schuldner hat aufgrund seiner Selbstständigkeit berufliche Ausgaben in Höhe von 600

        z.B 400 Büromiete
        + 100 Fahrtkosten zur Arbeit
        +50 Steuerberater
        +50 Papier und Druckkosten

        also 1800 gehen aufs Konto ein, jedoch hat der Schuldner monatliche berufliche Betriebsausgaben in Höhe von 600 ,also bleiben ihm ja so gesehen nur 1200 zum Leben übrig, sonst könnte er ja gar nicht arbeiten.

        Meine eigentliche Frage ist in diesem 2 Fall unten ist müsste man in diesem Fall schon ein Income Payment Agreement machen, oder könnte man darauf verzichten indem man sich darauf beruft dass man nur 1200 Netto hat da man die 600 ja für die Arbeit braucht?

        • Jörg Franzke sagt:

          Sorry, aber so richtig habe ich nicht verstanden, was Sie von mir beantwortet haben wollen. Es gilt: Ab einem Einkommen von ca. 1.200 GBP besteht das Risiko einer Income Payment Order. Die Grenze legt der Official Receiver nach seinem Ermessen fest. Sie müssen ihm darlegen, dass Sie das Einkommen zu Ihrem Unterhalt benötigen.

          • Jannine Frick sagt:

            Also damit war gemeint wenn monatlich 1800 aufs Konto gehen, aber davon 600 monatlich berufliche Kosten für Büro usw. sind dann hat man ja eigentlich nur 1 200 Netto Einkommen. Sieht der Official Reciever/ Gericht das auch so?

            Oder wird man dann schon als 1800 gewertet? Meine Sorge ist dass man in solch einem Fall trotzdem 3 Jahre in der IPA hängen könnte obwohl einem nach Abzug der 600 nur noch 1200 zur Verfügung stehen. Kann das passieren?

          • Jörg Franzke sagt:

            Das müssen Sie mit ihm aushandeln. Andernfalls reduzieren Sie Ihre Einnahmen vorübergehend.

  16. Heller, Sabine sagt:

    Hallo Herr Franzke,
    Ihre Darlegungen sind ja recht logisch und interessant, wie verhält es sich aber:
    Verdiener 1: Ist in Deutschland gut beschäftigt, aber ständig im Ausland tätig. Sein Gehalt (brutto 6000 €) bekommt er von einer deutschen Firma. Das Arbeitsverhältnis soll nicht gekündigt werden.
    Verdiener 2: Dauerhaft EU-Verrentet und auf deutsche ärzltiche Hilfe und Versicherung angewiesen.
    Empfiehlt es sich dann auch für uns, eine solche Entschuldung in Anspruch zu nehmen, zumal auf das Gehalt in Deutschland doch zugegriffen werden kann.
    Herzlichen Dank

    • Jörg Franzke sagt:

      Hallo.

      solange man in Deutschland einem Beschäftsigungsverhältnis als Arbeitnehmer nachgeht, ist eine EU-Insolvenz in England ausgeschlossen. Man kann nicht behaupten, den Lebensmittelpunkt in England zu haben, wenn man in Deutschland angestellt ist. Dies gilt auch, wenn Ihr Mann sich ständig im Ausland aufhält.

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