Wen muss ich über das kommende Insolvenzverfahren informieren?

Sie müssen niemanden informieren und sollen das auch gar nicht. Tun Sie nach außen so, als ob alles in Ordnung wäre.

Allenfalls informieren Sie Ihren Arbeitgeber, dass da etwas auf Sie zukommen wird. Nutzen Sie hierzu beispielsweise die Gelegenheit, wenn Sie dem Arbeitgeber das neue Gehaltskonto mitteilen, das Sie zur Vorbereitung des Insolvenzverfahrens einrichten sollten.

Informieren Sie keinesfalls die bisherige Bank, bei Sie Ihr Gehaltskonto führen, sonst mach Ihnen die Bank das Konto dicht.

Die Gläubiger brauchen Sie ebenfalls nicht zu informieren. Diese werden von uns zur Vorbereitung des Insolvennzverfahrens wiederholt angeschrieben, einmal Klärung des Forderungsstandes und einmal im außergerichtlichen Schuldenbereinigungsverfahren.

Vermeiden Sie in dieser Phase möglichst jeden Kontakt zu den Gläubigern. Oft kommt es vor, dass geschickte Gläubiger Sie noch zu irgendwelchen Zahlungen überreden, zu denen Sie gar nicht verpflichtet sind.

Auch wenn es schwer fällt, halten Sie still, vermeiden Sie möglichst jeden Kontakt.

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8 Gedanken zu „Wen muss ich über das kommende Insolvenzverfahren informieren?

  1. Ich muss Regelinsolvenz beantragen. Habe jetzt ab 1.4. wieder einen guten Job mit 4000 €. Wie kann ich verhindern, dass der Arbeitgeber etwas von der Situation mitbekommt, da ich bei eingehenden Pfändungen beim AG sofort die Kündigung kriegen würde. Da ich auch beim Finanzamt Schulden habe, kommen die ja sowieso drauf, oder?!

    Gruss

    • Jörg Franzke sagt:

      Versuchen Sie den Insolvenzverwalter davon zu überzeugen, dass Sie die pfändbaren Einkommensanteile freiwillig abführen. Das wird eine Zeitlang funktionieren wie beispielsweise während der Probezeit. Über die Dauer des gesamten Insolvenzverfahrens werden Sie den Arbeitgeber aber sicherlich nicht heraushalten können.

  2. wenn ich mich in einer laufenden insolvenz befinde, wen muss ich darüber benachrichtigen? Wenn mir meine selbständige tätigkeit freigegen ist, muss ich meinen kunden oder geschäftspartnrn sagen das ich mich in einer insolvenz befinde? darf jemand anders öffentlich kommunizieren das ich mich in einer insolvenz befinde ?

    LG

  3. Hallo,

    was ist wenn ich bereits Mahnungen über offene Forderungen erhalte und bereits seit einiger Zeit aufgrund Zahlungsunfähigkeit sämtliche Zahlungen eingestellt habe und demnächst ein PI anstrebe. Jedoch noch ein Gemeinschaftskonto mit meiner Frau besitze und Sie noch daheim gespartes hatte und dies Konto über Ihr anderes Konto überweisen möchte um das Konto zu schließen. Kann das Geld dann einfach vom Insolvenzverwalter oder jmd. anderen eingezogen werden aufgrund von Begünstigung eines Gläubigers oder so?

    • Jörg Franzke sagt:

      Nein. Wenn das Geld Ihrer Frau gehört, kann sie damit machen, was sie will. Um Missverständnisse zu vermeiden, sollte sie dennoch das Geld schnell an sich nehmen.

  4. Was wenn ich dummerweise die gläubiger schon über bervorstehende inso informiert habe vor lauter Angst? Alles im einer?

    • Jörg Franzke sagt:

      Hallo,

      nein, gar nichts ist im Eimer. Alles wird gut und bitte nicht so viel Angst! Es ist schlicht weg egal, ob Sie die Gläubiger vor der Insolvenz informieren oder nicht. Die Restschuldbefreiung kriegen Sie auf jeden Fall.

      Grüsse
      Franzke

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