Darf ich im Insolvenzverfahren einen Nebenjob ausüben?

Nebenjob während des Insolvenzverfahrens ist selbstverständlich erlaubt – Hierzu brauchen Sie keine Erlaubnis des Insolvenzverwalters, Sie müssen ihn aber schriftlich informieren, dass Sie einen neuen Job begonnen haben.

Selbstverständlich dürfen Sie einen Nebenjob ausüben. Das hat mit der Restschuldbefreiung überhaupt nichts zu tun und hat keinerlei Auswirkung auf die spätere Erteilung der Restschuldbefreiung.

Es ist auch nicht erforderlich, dass Sie den Insolvenzverwalter vorher um Erlaubnis bitten, ob Sie den Job annehmen dürfen. In diese Entscheidung darf er sich nicht einmischen.

Aber: Sobald Sie den Arbeitsvertrag unterschrieben haben, bzw. mit dem Nebenjob begonnen haben, teilen Sie dies dem Insolvenzverwalter schriftlich mit.

Übersenden Sie ihm hierzu eine schriftliche Mitteilung und fügen Sie den Arbeitsvertrag am besten bei. Dann übersenden Sie ihm die monatlichen Gehaltsnachweise.

Diese Aufgabe gehört zu Ihren Informationspflichten dem Insolvenzverwalter gegenüber, den Sie unbedingt nachkommen müssen.

Es gilt wie immer: Sie müssen den Insolvenzverwalter von sich aus informieren, wenn sich Veränderungen in Ihrer Einkommenssituation ergeben und wenn Sie umziehen.

Ansonsten melden Sie sich immer nur, wenn der Insolvenzverwalter Sie anschreibt und irgendetwas von Ihnen haben will.

Bevor Sie den Nebenjob beginnen, sollten Sie sich allerdings überlegen, ob sich der Job für Sie wegen der bestehenden Pfändungsgrenzen lohnt.

Es werden sämtliche Nettoeinkommen zusammengezählt. Anhand dem Gesamt-Nettoeinkommen wird dann der pfändbare Betrag errechnet, den Ihnen der Insolvenzverwalter wegnehmen wird.

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22 Gedanken zu „Darf ich im Insolvenzverfahren einen Nebenjob ausüben?

  1. Hallo
    Ich bin in 3 Monaten soweit das mir nichts mehr gepfändet wird und das 7 Jahr beginnt. Mein Treuhänder gibt mir keinerlei Infos was mich erwartet.
    Darf ich dann einen 450 Euro Vertrag abschliessen und das Geld behalten?
    Direkt nach der letzten Pfändung?
    Was passiert im letzten Jahr? welche Fehler kann ich machen und welche Pflichten habe ich und auch der Verwalter?
    Vielen Dank

    • Jörg Franzke sagt:

      Nachdem die sechsjährige Laufzeit der Gehaltsabtretung abgelaufen ist, können Sie wieder so viel verdienen wie Sie wollen. also auch den neuen Job annehmen. Im letzten (siebten) Jahr passiert gar nichts und Sie können auch nichts falsch machen. Es gibt auch keinen Insolvenzverwalter mehr.

  2. Lieber Herr Franzke,
    Ich habe einen Beruf den ich ausübe und hätte jetzt die Gelegenheit bei meiner ehemalige Chefin 20 Stunden zusätzlich am Wochenende zuarbeiten. Ich weis das ich mein träuhändler informieren muss. Was ich verstanden habe das beide Nettoeinkommen zusammen gezogen werden und Dann gepfändet wird. Ist es richtig das ich das auch dem Gericht vorlegen b.z.w beantragen muss damit ich auch an die Summe x die nach der Pfändung raus kommt zu Verfügung habe. Denn das Gericht gewährt mir in dem Beschluss nur das Gehalt von meinen Hauptjob. Und würde so nicht an das Geld vom zweiten arbeiteitgeber…. was raten Sie mir um es richtig zumachen.
    Lieben Dank

    Frau arold

  3. Schlechtinger Bruno sagt:

    Hallo Herr Franzke

    Ich stehe kurz vor der Insolvenz und habe einen Nebenjob als Lkw-Fahrer. Meine Frage wäre, darf der Insolvenzverwalter(Treuhänder) meine Fahrerkarte auslesen, ob ich nicht zuviel Stunden arbeite und somit über den Minijobbetrag hinauskomme??
    Würde mich über eine Antwort freuen.
    Mfg Bruno

  4. Hallo,
    ich möchte gerne wissen, wenn ich einen Hauptjob habe und einen 400 euro machen möchte, was mir ungefähr davon noch abgezogen wird???

  5. Lothar Boris sagt:

    Sehr geehrter Herr Franzke,

    ich las zum Thema Privatinsolvenz, dass man eine (nebenberufliche) selbstständige bzw. freiberufliche Tätigkeit vom Insolvenzverwalter im Vorfeld genehmigen lassen muss. Hintergrund sei der, dass Steuervorauszahlungen zu leisten seien. Wenn diese für den Veranlagungszeitraum zu niedrig waren und es zu einer Steuernachforderung kommt, geht diese ggf. zu Lasten der Masse bzw. erhöht die Schuldenlast im laufenden Verfahren. Daher würden viele Treuhänder keine Genehmigung für eine selbstständige Tätigkeit erteilen. Stimmt das? Für die Beantwortung der Frage bedanke ich mich bereits jetzt ganz herzlich!

    Beste Grüße
    Lothar

    • Jörg Franzke sagt:

      Hallo,
      nein das ist nicht richtig. Sie müssen den Insolvenzverwalter nicht um Genehmigung ersuchen, sondern Sie müssen darüber informieren, dass Sie sich selbständig gemacht haben.

  6. Wird der Nebenjob bei den Pfändungsfreigrenzen voll angrechnet? Ich habe gelesen, dass lt. §850a die Mehrarbeitsstunden zu Hälfte nicht angerechnet werden. Ist das noch so? Wäre z.B. die Hälfte eines zusätzlich zum Hauptberuf ausgeübtem Nebenjob pfändungsfrei?

  7. Hallo, ich wurde von meinem Ex Arbeitgeber übers Ohr gehauen, habe jetzt Schulden! Mein nächster Schritt wäre die privat Insolvenz sofern ich nicht mehr aus dieser Nummer raus komme!
    Ich habe ein Haus! Muss das weg?
    Und habe zwei Kinder!
    Wie verhält sich das auf mein Haus?
    Wie sieht das aus was man verdienen kann, und was die Grenze ist, und was von gehalt angeht?
    Danke

    • Jörg Franzke sagt:

      Ja, das Haus wäre weg. Ich würde mir das an Ihrer Stelle genau überlegen, ob Sie in die Insolvenz gehen. Nur wenn es keinen Ausweg mehr gibt, wählen Sie diesen Weg.

  8. Hallo,
    ich bin im Insolvenzverfahren und arbeite im öffentlichen Dienst, ich habe jetzt eine Möglichkeit bei einem anderen Arbeitgeber eine Stelle zu bekommen. Ich könnte in meinem jetzigen Dienstverhältnis meine Stunden reduzieren, brauche ich da eine Genehmigung des Insolvenzverwalters und wie würde der andere Job versteuert werden?

  9. Hallo,
    wie verhält es sich denn bei „Nebenjobs“, welche nicht regelmäßig sind? Ich habe einen Hauptjob und bin Hobby-Musiker, könnte aber nebenher ab und an ein paar bezahlte Gigs haben.
    Was muss ich hier dem Insolvenzverwalter melden, wenn mir bei meinem Haputjob der Pfändungsbetrag bereits abgezogen wird?

    Vielen Dank im Voraus

    Freundliche Grüße

    Thomas

    • Jörg Franzke sagt:

      Wenn Sie ehrlich sein wollen, dann müssen Sie dem Verwalter immer das Geld angeben, das Sie hinzuverdienen. Vielleicht gibt es ja eine Abrechnung an das Finanzamt. Diese reichen Sie dem Insolvenzverwalter weiter.

  10. Hauptjob und Nebenjob in der Privatinsolvenz.
    Was genau muß ich denn berechnen und den Insolvenzverwalter überweisen?
    Von meinen Arbeitgeber wird mir schon der Pfändungsbetrag vom eigentlichen Lohn abgezogen.
    Muß ich den Nebenjob zu den Lohn dazurechnen was mir noch vom Arbeitgeber über bleibt oder vom eigentlichen Nettoverdienst bevor der Pfändungsbetrag abgezogen wurde?
    MfG
    Ralf

    • Jörg Franzke sagt:

      Hallo,
      Sie sind verpflichtet, dem Insolvenzverwalter sowohl den Hauptjob mitzuteilen, als auch den Nebenjob. Was er dann damit macht, ist seine Sache. Eigentlich müsste er beim Insolvenzgericht einen Antrag stellen, auf Zusammenrechnung der beiden Einkommen und Ermittlung der Pfändungsgrenze. Wenn der Insolvenzverwalter das nicht macht, ist er selbst schuld. Sie selbst müssen die Pfändungsgrenze nicht berechnen. Wenn Sie sich also sicher sind, dass der Insolvenzverwalter sowohl über den eigentlichen Job als auch über den Nebenjob informiert ist, brauchen Sie nichts weiter zu veranlassen.

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