10 Tipps zur Regelinsolvenz

Wenn Sie Unternehmer sind und eine Insolvenz unabwendbar ist, sollten Sie vorbereitet sein. Lesen Sie meine Insolvenz-Tipps und Sie werden die gröbsten Fehler vermeiden:

  1. Für den Insolvenzantrag den richtigen Zeitpunkt abpassen.
  2. Erhalten Sie Ihre Selbständigkeit im Insolvenzverfahren.
  3. Schlüpfen Sie unter den Schutzschirm, bevor es brenzlig wird.
  4. Entschulden Sie Ihre Firma oder sich selbst in 12 Monaten.
  5. Behalten Sie trotz Insolvenz Ihr Unternehmen unter Kontrolle.
  6. Leiten Sie vor der Insolvenz kein Geld an die Familie um.
  7. Nur das verstecken, was Ihnen später nicht auf die Füße fällt.
  8. Machen Sie die Insolvenz in England, falls es richtig kracht.
  9. Bei Abweisung mangels Masse an die Liquidations-Bilanz denken.
  10. Denken Sie positiv an Ihre unternehmerische Zukunft.
  11. 1. Für die Insolvenzanmeldung den richtigen Zeitpunkt abpassen.

    Wann Sie einen Insolvenzantrag stellen, hängt von dem Unternehmen ab, das Sie betreiben. Sind Sie:

    • Einzelunternehmer beziehungsweise Freiberufler?
    • oder Geschäftsführer einer GmbH oder UG(juristische Person)?

    Als Einzelunternehmer oder Freiberufler besteht keine Antragspflicht. An Stelle eines Insolvenzantrages können Sie den Geschäftsbetrieb auch nur einstellen und abmelden.

    So vorzugehen, ist in der Regel äußerst vorteilhaft. Wird z. B. eine andere Person einen gleichartigen Gewerbebetrieb mit Ihnen als angestellten Geschäftsführer gründen und ist die Gründung noch nicht abgeschlossen, kann ein neugieriger Insolvenzverwalter hinderlich sein.

    Es ist auf jeden Fall besser, wenn Sie das Geschäft zunächst nur abmelden. Dann warten Sie ein paar Monate ab und lassen Zwangsvollstreckungsmaßnahmen gegen sich gelassen ergeben.

    Nach der Wartezeit stellen Sie möglichst einen Antrag auf Verbraucherinsolvenz.

    Der Antrag kann in aller Ruhe vorbereitet werden. Es macht einen großen Unterschied, ob Sie den Antrag mit laufenden Geschäftsbetrieb stellen oder später.

    Ein Antrag mit laufendem Geschäftsbetrieb dient in erster Linie der bestmöglichen Befriedigung der Gläubiger. Stellen Sie den Antrag erst später, nachdem Sie den Betrieb selbst abgewickelt haben, dient das Verfahren eher Ihrer Entschuldung.

    Als GmbH-Geschäftsführer müssen Sie einen Insolvenzantrag stellen, sobald die GmbH zahlungsunfähig oder überschuldet ist.

    Den Insolvenzantrag können Sie bis zu drei Wochen verzögern, wenn Sie in dieser Zeit nachweislich versuchen, das Unternehmen zu sanieren.

    Zahlungsunfähig bedeutet, dass das Unternehmen seine Zahlungspflichten nicht erfüllen kann. Als grobe Faustregel gilt: die fälligen Verbindlichkeiten übersteigen die vorhandenen liquiden Mittel um 10%.

    Überschuldet ist eine GmbH, wenn das Vermögen die bestehenden Verbindlichkeiten nicht mehr gedeckt.

    Der Gesetzgeber mutet dem Geschäftsführer zu, dass er in kritischen Zeiten nahezu täglich eine Überschuldungsbilanz anfertigt und sofort Insolvenz anmeldet, sobald Überschuldung eingetreten ist.

    Tipp 1: Beantragen Sie als Einzelunternehmer oder Freiberufler erst dann die Insolvenz, wenn es für Sie sinnvoll ist.

    Telefontermin-Regelinsolvenz

    2. Erhalten Sie Ihre Selbständigkeit im Insolvenzverfahren.

    Wenn Sie trotz Insolvenzverfahren selbständig bleiben wollen, stehen Ihnen drei Möglichkeiten offen:

    • Entweder, Sie gehen mit laufendem Geschäftsbetrieb in die Insolvenz und versuchen anschließend beim Insolvenzverwalter die Freigabe des Gewerbetriebs aus der Insolvenzmasse gegen Zahlung eines Geldbetrages durchzusetzen.
    • Oder, es wird möglichst weit vor der Insolvenz eine Auffanggesellschaft gegründet, in der Sie später beschäftigt sind. Dann stellen Sie den alten Geschäftsbetrieb ein. Erst nachdem sich das neue Unternehmen eingespielt hat, beantragen Sie als Arbeitnehmer eine Privatinsolvenz.
    • Oder: Sie nehmen sich einen Sanierungsberater und planen mit Ihm sorgfältig eine Insolvenz in Eigenverwaltung mit anschließendem Insolvenzplan (=kleines Schutzschirmverfahren). Später in der Regelinsolvenz führen das Geschäft in Eigenverwaltung fort. Die Entschuldung erfolgt über den Insolvenzplan binnen Jahresfrist.

    Welcher Weg für Sie der bessere ist, hängt von der Struktur und der Größe Ihres Unternehmens ab, insbesondere von der Größe, der Anzahl der Arbeitnehmer und der Betriebsmittel, die sich im Unternehmen befinden.

    Alle drei Wege haben Vor- und Nachteile und bergen spezielle Risiken. Bei einer normalen Insolvenz mit laufendem Geschäftsbetrieb darf der Insolvenzverwalter Sie bis zu einer Freigabe des Geschäftsbetriebes aus der Insolvenzmasse gewaltig ärgern. So mancher betroffene Unternehmer gibt in diesem Fall entnervt auf. Andererseits handelt es sich hierbei um die „billigste“ und einfachste Methode.

    Die Gründung einer Auffanggesellschaft und Betreiben eines „ähnlichen“ Geschäftes wie bisher birgt das Risiko, dass man Ihnen einen illegalen Gestaltungsmissbrauch vorwerfen kann und der Insolvenzverwalter die neue Firma angreift. Andererseits kann die Auffanggesellschaft helfen, das Geschäft nahezu störungsfrei und ohne Rede und Antwort zu stehen, „fortzusetzen“.

    Der kleine Schutzschirm, das heißt Insolvenz in Eigenverwaltung und Entschuldung binnen Jahresfrist mit einem Insolvenzplan ist meines Erachtens die beste Methode. Allerdings eignet sich ein solches Verfahren erst ab einer bestimmten Umsatzgröße.

    Tipp 2: Stellen Sie nicht einfach einen Insolvenzantrag, wenn Sie als Unternehmer pleite sind. Seit Einführung des neuen ESUG-Schutzschirmverfahrens stehen Ihnen mehrere Wege offen, um sich schnell binnen Jahresfrist zu entschulden.

    3. Schlüpfen Sie unter den Schutzschirm, bevor es brenzlig wird.

    Wenn der Betrieb zu groß ist oder aufgrund seiner Struktur ein „Umsatteln auf eine Auffanggesellschaft“ nicht möglich ist, steht Ihnen seit März 2012 das so genannte Schutzschirmverfahren zur Verfügung.

    Mit dem Schutzschirmverfahren erhält der Betrieb erst einmal Gläubigerschutz vor Zwangsvollstreckung jeder Art. Auch die Löhne müssen unter dem Schutzschirm nicht gezahlt werden.

    Der Gläubigerschutz wird für längstens drei Monate gewährt. In dieser Zeit erarbeitet die Geschäftsführung zusammen mit einem Sanierungsberater einen Sanierungs- und Insolvenzplan.

    Der Insolvenzplan wird wiederum ca. drei Monate später den Gläubigern zur Abstimmung vorgelegt. Kommt er zustande, erfüllt das Unternehmen die in dem Insolvenzplan genannten Bedingungen und ist von allen Verbindlichkeiten befreit.

    Das neue Verfahren ist insbesondere geeignet für alle Betriebe, die eigentlich gesund und rentabel laufen, aber an Altlasten oder einmaligen Belastungen kranken. Mit Hilfe des Schutzschirmverfahrens werden diese Altlasten vom Unternehmen isoliert und im Insolvenzplan mit einer geringen Quote abgefunden.

    Das Schutzschirmverfahren ist aber auch immer dann die richtige Wahl, wenn der Kostenabbau im Unternehmen mit herkömmlichen Mitteln nicht schnell genug geht.

    Tipp 3: Läuft Ihr Betrieb eigentlich rentabel, zwingen ihn aber unglückliche Umstände in die Knie, schlüpfen Sie unter den Schutzschirm. Unter dem Schutzschirm erfolgt eine gründliche Betriebssanierung und anschließend die Entschuldung per Insolvenzplan.

    4. Entschulden Sie Ihre Firma oder sich selbst in 1 Jahr (oder schneller)

    Schuldenfrei für Unternehmer in 1 Jahr – wie soll das gehen?

    Indem Sie ein Insolvenzplanverfahren durchlaufen und sich über den Insolvenzplan entschulden.

    Der Insolvenzplan ist vereinfacht ausgedrückt ein Teilzahlungsvergleich mit den Gläubigern unter gerichtlicher Aufsicht. Das heißt, anstelle 100% der Schulden erhalten die Gläubiger lediglich 5% oder 10%.

    Die Möglichkeit, sich über einen Insolvenzplan zu entschulden, war bisher nur größeren Unternehmen vorbehalten, setzt sich zunehmend seit Inkraftreten des ESUG aber auch bei kleineren Unternehmen und Freiberuflern durch.

    Ein Insolvenzplan lohnt sich. Bei geschickter Herangehensweise gelingt die Entschuldung binnen Jahresfrist oder schneller: Drei Monate Insolvenzeröffnungsverfahren, drei Monate bis zur Feststellung der Gläubigerforderungen im Prüftermin und weitere drei Monate bis zur Abstimmung über den Insolvenzplan.

    Sofort nach Annahme des Insolvenzplans durch die Gläubiger ist das Insolvenzverfahren zu Ende und der betroffene Unternehmer ist schuldenfrei.

    Damit ein Insolvenzplan gelingt, hat der Gesetzgeber einige Erleichterungen eingebaut, die das erfolgreiche Zustandekommen des Insolvenzplans unterstützen. Beispielsweise entscheidet immer nur die einfache Mehrheit der vom Schuldner eingeteilten Gläubigergruppen und wer als Gläubiger nicht zum Gerichtstermin über die Abstimmung über den Insolvenzplan erscheint, hat automatisch zugestimmt.

    Für einen erfolgreichen Insolvenzplan ist es äußerst vorteilhaft, wenn man den Gläubigern von außen einen Geldbetrag bieten kann. Beispielsweise die Ehefrau des Zahnarztes stellt einen Betrag von 5.000 EUR bis 10.000 EUR in Aussicht, falls die Gläubiger den Insolvenzplan annehmen.

    Gute Sache, der Insolvenzplan. Ich bin davon überzeugt, dass die Entschuldung per Insolvenzplan innerhalb kürzester Zeit der beliebteste Weg sein wird.

    Ein Insolvenzplan lässt sich sehr gut mit der Eigenverwaltung kombinieren. Eigenverwaltung bedeutet, der Geschäftsführer / Unternehmer führt seinen Betrieb in der Insolvenz eigenverantwortlich fort und ist nicht entmündigt. Anstelle eines Insolvenzverwalters begleitet ihn ein Sanierungsberater und unterstützt die Geschäftsführung bei der Sanierung.

    Tipp 4: Entschulden Sie Ihr Unternehmen beziehungsweise sich selbst mit einem Insolvenzplan binnen Jahresfrist.

    5. Behalten Sie trotz Insolvenz
    Ihr Unternehmen unter Kontrolle.

    Eigenverwaltung bedeutet: Die Geschäftsführung bleibt “im Amt” und führt den Betrieb wie bisher fort.
    Anstelle eines Insolvenzverwalters bestellt das Gericht einen Sachwalter. Der Sachwalter beaufsichtigt, ob die Sanierung die Gläubiger schädigt. So lange kein Schaden eintritt, lässt er die Geschäftsführung ungestört agieren.

    Im Hintergrund der Eigenverwaltung läuft die Sanierung. Sanierungsmaßnahmen wären z.B. die Kündigung unwirtschaftlicher Verträge. Zur Unterstützung der Sanierung ist das Unternehmen für drei Monate von den Lohnkosten befreit.

    Die Eigenverwaltung mündet in einem Insolvenzplan, welcher die Altschulden per Quote bereinigt. Danach ist das Unternehmen schuldenfrei.

    Will der Unternehmer seinen Betrieb erhalten, schafft die Eigenverwaltung die besten Voraussetzungen dazu:
    Ein reguläres Insolvenzverfahren ist schon von seiner Struktur her auf Zerschlagung programmiert. Deshalb die Eigenverwaltung. Die Eigenverwaltung bezweckt die Fortführung des Unternehmens.

    Die Sanierung in der Eigenverwaltung ist nach ca. neun bis zwölf Monaten abgeschlossen. Die meisten Geschäftsbeziehungen überstehen diese kurze Frist und bleiben erhalten.

    Weil die alte Geschäftsführung das Unternehmen fortführt, ist die Sanierung in Eigenverwaltung für Kunden und Lieferanten weitgehend unsichtbar.

    Mit der alten Geschäftsführung verbleiben Know-how und Netzwerk im Unternehmen. Das Know-how wird ergänzt mit dem Wissen des Sanierungsberaters über Sanierung und Restrukturierung.

    In der Eigenverwaltung vertritt die Geschäftsleitung das Unternehmen unverändert nach außen, sodass die vertrauten Ansprechpartner für Kunden, Lieferanten, Mitarbeiter erhalten bleiben.

    In der Eigenverwaltung verschafft das Unternehmen sich mit den Vorfinanzierungseffekten neue Liquidität, indem beispielsweise die Arbeitnehmer das Insolvenzgeld erhalten.

    Die Eigenverwaltung auch für den persönlich haftenden Geschäftsführer vorteilhaft. Es bestehen gute Aussichten, ihn bei Eigenverwaltung aus der Haftung zu befreien. Den Gläubigern ist klar, dass die Sanierung nur mit einer intakten Geschäftsführung sinnvoll ist.

    Tipp 5: Versuchen Sie auf jeden Fall die Insolvenz in Eigenverwaltung zu erhalten, wenn Ihr Betrieb überleben soll.

    6. Leiten Sie vor der Insolvenz kein Geld auf Familienmitglieder um

    Man kann es drehen und wenden wie man will: Jede Insolvenz in Deutschland, egal ob Schutzschirm oder Eigenverwaltung oder Privatinsolvenz mit Auffanggesellschaft wird zur Folge haben, dass der Insolvenzverwalter sich für die Vergangenheit des Unternehmens interessiert.

    Der Insolvenzverwalter will wissen, ob vor der Insolvenz und im Wissen der bevorstehenden Unternehmenspleite noch unberechtigte Zahlungen aus dem Unternehmen abgeflossen sind. Diese wird er zurückholen, durch Anfechtung dieser Rechtsgeschäfte.

    Dies kann mitunter ganz schön nervig sein, vor allem wenn es sich bei den Zahlungsempfängern um Familienmitglieder handelt, die dem Unternehmer „einen Gefallen“ getan haben.

    Die Anfechtung von derartigen Rechtsgeschäften gegenüber Familienmitgliedern ist für den Insolvenzverwalter aus gesetzlichen Gründen besonders einfach. Deshalb mein Rat: Lassen Sie es bleiben.
    Als GmbH-Geschäftsführer haben Sie es besonders schwer, jede Art von Geldabfluss von der GmbH an Familienmitglieder würde Ihnen als Unterschlagung angelastet werden, mit ärgerlichen Konsequenzen.

    Sind Sie hingegen Einzelunternehmer oder Freiberufler können Sie Ihren Betrieb durchaus stilllegen und die Betriebseinrichtung verkaufen. Allein der Verkauf der Betriebseinrichtung ist bei einem Einzelunternehmer nicht verboten.

    Es spielt aus gesetzlicher Sicht keine Rolle, ob Sie Betriebseinrichtung noch besitzen oder mit dem Geld aus dem Verkauf in der Tasche herumlaufen. Strafbar würde es für Sie erst werden, wenn Sie den Offenbarungseid beim Gerichtsvollzieher ablegen und das Geldbündel in der Tasche verschweigen.
    Bis dahin dürfen Sie das Geld maßvoll für den Lebensunterhalt ausgeben.

    Tipp 6: Überweisen Sie vor der Insolvenz keinesfalls noch Geld an Freunde oder Familie und verkaufen Sie keinesfalls die Betriebseinrichtung an die Auffanggesellschaft.

    Telefontermin-Regelinsolvenz

    7. Verstecken Sie nur das, was Ihnen später nicht auf die Füße fällt.

    Oft werde ich gefragt, was man vor der Insolvenz an Vermögenswerten noch verstecken darf. Auf solch eine direkte Frage kann ich nur antworten: „Gar nichts“, alles ist verboten.

    Es gibt Mandanten, die verstecken alles, was nicht in den Geschäftsbüchern steht. Dies mag der eine oder andere so machen und für Einzelunternehmer oder Freiberufler gilt wie oben beschrieben, dass die Betriebseinrichtung verkauft und der Verkaufserlös maßvoll für den Lebensunterhalt aufgebraucht werden darf.

    Für GmbH-Geschäftsführer gelten hingegen weitaus strengere Regeln. Die Geschäftsführung darf sich vor der Insolvenz noch nicht einmal mehr rückständigen Arbeitslohn erstatten, geschweige denn ein Darlehn an sich selbst oder an Familienmitglieder zurück erstatten.

    Gleiches gilt für Sozialversicherungsbeiträge. Es macht keinen Sinn, diese noch schnell zu erstatten. Die Überweisung wird der Insolvenzverwalter ohnehin anfechten.

    Lediglich über das so genannte Bargeschäft kann der GmbH-Geschäftsführer noch ungestraft über das GmbH-Vermögen vor der Insolvenz verfügen.

    Wird ein Rechtsgeschäft als Bargeschäft durchgeführt, ist es selbst unmittelbar vor der Insolvenz für den Insolvenzverwalter tabu.

    Ein Bargeschäft liegt vor, wenn Leistung und Gegenleistung in unmittelbarem Zusammenhang stehen oder im Klartext: Wenn der Unternehmer die erbrachte Leistung des Auftragnehmers sofort nach Leistungserbringung wie bei einen Tagelöhner mit Bargeld bezahlt.

    Also kann der unmittelbar vor der Insolvenz stehende Unternehmer per Bargeschäft durchaus noch Zahlungen an befreundete Unternehmer erbringen, ohne dass diese mit einer Anfechtung rechnen müssen.

    Tipp 7: Nur über das Bargeschäft kann der GmbH-Geschäftsführer vor der Insolvenz noch über Gesellschaftsvermögen verfügen.

    8. Durchlaufen Sie die Insolvenz
    in England, falls es richtig kracht.

    Bekanntlich kann ein Deutscher sich auch in England entschulden. Man nennt dies EI-Insolvenz oder Verbraucherinsolvenz in England. Das Insolvenzverfahren in England dauert von sich aus maximal ein Jahr.

    In den Genuss der englischen Restschuldbefreiung kommt ein betroffener Unternehmer, wenn er seinen Lebensmittelpunkt nach England verlagert. Ca ein halbes Jahr später ist nicht mehr das deutsche Insolvenzgericht zuständig für seine Entschuldung, sondern das englische Insolvenzgericht – natürlich unter Zugrundelegung englischer Gesetze. Diese sind ein vielfaches liberaler und schuldnerfreundlicher, als die Insolvenz in Deutschland.

    Mag sein, dass die EU-Insolvenz in England mit Einführung des ESUG im April 2012 und Entschuldung von Kleinunternehmern und ab Juli 2014 von Verbraucherin über den Insolvenzplan etwas an Attraktivität eingebüßt hat.

    Denn die EU-Insolvenz ist teuer und das Geld kann man auch dazu verwenden, den Gläubigern eine unwiderstehliche Quote in einem einjährigen deutschen Insolvenzplanverfahren anzubieten.

    Aber die EU-Insolvenz wird auch in Zukunft seine Berechtigung haben, vor allem in Fällen, wo es richtig und in Millionenhöhe kracht. Ein Insolvenzplan in Deutschland kann auch scheitern insbesondere, wenn man seine Gläubiger vorher „geärgert“ hat.

    Konkurrenzlos vorteilhaft für den betroffenen Unternehmer ist die EU-Insolvenz außerdem in all den Fällen, in denen in den letzten 4 Jahren vor dem Insolvenzantrag größere Geldbeträge oder anderes Vermögen an Familienmitglieder übertragen wurde. Denn die EU-Insolvenz in England hebelt die deutschen Anfechtungsgesetze aus. Derartige Rechtsgeschäfte bleiben bei der Insolvenz in England unter dem Teppich.

    Es macht übrigens Sinn, bereits vor dem Zusammenbruch des Unternehmens umgezogen zu sein. Nicht mit dem Ziel, eine Zwangsvollstreckung zu vereiteln, sondern aus anderen Gründen.

    Tipp 8: Beziehen Sie die Möglichkeiten einer EU-Insolvenz mit in Ihre strategischen Überlegungen ein.

    9. Denken Sie bei Ablehnung mangels Masse an die Liquidations-Bilanz.

    Wird das Insolvenzverfahren über eine GmbH beantragt, ist eine Ablehnung mangels Masse möglich. In der GmbH müssen zumindest noch so viele Vermögenswerte vorhanden sein, dass davon die Gerichtskosten und die Kosten des Insolvenzverwalters bezahlt werden können.

    Eine Abweisung mangels Masse kann durchaus vorteilhaft sein, weil man sich als Geschäftsführer nicht ständig gegenüber einem Insolvenzverwalter rechtfertigen und irgendwelche Unterlagen beibringen muss. Das Verfahren ist bei Abweisung mangels Masse endgültig abgeschlossen.

    Der Nachteil bei einer Abweisung mangels Masse besteht darin, dass der GmbH-Geschäftsführer zum Liquidator der GmbH mutiert. Das heißt, er muss die Gesellschaft selbst abwickeln.

    Wichtigste Pflicht bei der Abwicklung der GmbH ist das Einreichen einer Liquidations-Bilanz beim Bundesanzeiger.

    Häufig wird diese Pflicht vergessen. Folge wird ein Bußgeld in empfindlicher Höhe sein oder sogar ein Strafverfahren wegen Bankrott.

    Deshalb unbedingt die Liquidationsbilanz bei Abweisung mangels Masse beim Bundesanzeiger veröffentlichen.
    Das Veröffentlichen funktioniert durch „Hochladen“ und die Bilanz erstellt man am besten selbst, indem man die Werte des Insolvenz-Gutachtens einfach übernimmt. Dazu braucht man keinen Steuerberater.

    Beantragen Sie das Insolvenzverfahren hingegen als Privatperson, beispielsweise als Freiberufler oder Gewerbebetrieb in Einzelfirma, kann die Ablehnung mangels Masse mit einem „Antrag auf Stundung der Verfahrenskosten“ verhindert werden. Dann leiht der Staat dem Unternehmer die Verfahrenskosten.

    Bei Fremdanträgen zum Beispiel durch das Finanzamt will der Unternehmer oft keinen neugierigen Insolvenzverwalter, der mit der “Anfechtungs-Keule” schwingt. Die einzige Möglichkeit ein Insolvenzverfahren zu verhindern, ist dann nur noch, dass der Unternehmer keinesfalls einen Antrag auf Stundung der Verfahrenskosten stellt. Dann wird sein Verfahren so wie bei einer GmbH mangels Masse abgewiesen.

    Tipp 9: Denken Sie als Geschäftsführer unbedingt daran, nach Ablehnung der Insolvenz mangels Masse eine Liquidations-Bilanz beim Bundesanzeiger hochzuladen.

    10. Denken Sie positiv an Ihre unternehmerische Zukunft.

    Eine Unternehmenspleite gehört zu den Dingen im Leben, die man nicht unbedingt erlebt haben muss und hinterlässt häufig Spuren im Selbstwertgefühl des Unternehmers.

    Dies muss nicht so sein. Das Gefühl des Versagens, welches die meisten Unternehmer nach einer Pleite erleben, ist nicht in Stein gemeißelt, sondern Ausfluss unserer deutschen, gläubigerfreundlichen Gesetzgebung.

    Häufig ist der Unternehmer noch nicht einmal ursächlich für die Pleite, sondern es handelt sich schlicht weg um Pech oder langfristige Verkettung von widrigen Umständen. Man hat das Leben nicht vollständig im Griff.

    Andere Kulturen, wie beispielsweise die angelsächsische gehen gänzlich anders mit Unternehmens-Pleiten um. Nach deren Verständnis besitzt jeder gescheiterte Unternehmer das Recht auf eine zweite Chance.

    Ich meine, dieses Recht haben auch Sie. Ich kenne zahlreiche Unternehmer, die nach durchlaufener Pleite und Restschuldbefreiung heute erfolgreicher sind, denn je.

    Tipp: 10 Lassen Sie sich durch die Unternehmenspleite nicht völlig demotivieren. Jeder glücklose Unternehmer hat das Recht auf eine zweite Chance.

    Zusammenfassung
    Überschrift
    10 Tipps für Unternehmer vor der Insolvenz
    Autor
    Beschreibung
    Wenn Sie Unternehmer sind und eine Insolvenz unabwendbar ist, sollten Sie darauf vorbereitet sein. Lesen Sie meine Insolvenz-Tipps und Sie werden die gröbsten Fehler vermeiden.

175 Gedanken zu „10 Tipps zur Regelinsolvenz“

  1. Sehr geehrter Herr Franzke,

    ich bin sehr dankbar, dass ich diese Seite gefunden haben und für die rechtliche Information möchte ich vorab bedanken.

    Unsere GmbH ist leider gescheitert. Wir haben 2 Bankkredite und Beteiligung der MGB die vor ein Paar Wochen gekündigt worden sind und der erste Mahnbescheid ist da.

    Wir haben der Bilanz von 2014 noch nicht veröffentlichen und ich habe eine Rat bekommen dies noch schnell zu machen bevor wir Insolvenz melden.
    Allerdings unser Steuerberater ist damit noch nicht fertig und wir können ihn auch nicht wirklich bezahlen….
    Was ist wichtiger: Schnell eine Insolvenzantrag machen obwohl wir den Bilanz noch nicht veröffentlich haben? oder noch etwas warten bis der Bilanz veröffentlich wird.?

    Dürfen wir noch Restware verkaufen oder lieber damit auf der Insolvenzverwalter warten?

    1. Ja, es ist besser, wenn Sie den Insolvenzantrag gleich stellen und nicht auf den Steuerberater warten. Bei einer GmbH muss man unterscheiden zwischen einer Handelsbilanz und einer Steuerbilanz. Nur die Handelsbilanz muss man bis in einer bestimmten Frist veröffentlichen. Die Handelsbilanz leitet sich aus der Jahres-BWA ab, ist also ganz einfach. Dann gehen Sie auf die Webseite http://www.bundesanzeiger.de. Dort laden Sie die Handelsbilanz hoch und schon ist alles fertig. Den teuren Steuerberater brauchen Sie nicht mehr.

  2. Sehr geehrter Herr Franzke,

    erst mal ein großes Lob für Ihre tolle Seite und Unterstützung.

    Ich habe folgendes anliegen.
    Nach einigen Jahren der Selbständigkeit habe ich meine Firma verkauft und wurde vom Käufer im Angestelltenverhältnis übernommen.
    Leider hat der Käufer es geschafft in 1 1/2 Jahren die Firma vor die Wand zu fahren und ist gerade dabei einen Insolvenz antrag zu stellen.
    Ich bin seid 3 Wochen Abeitssuchend und wollte jetzt gerne in meiner alten tätigkeit wieder durchstarten in form einer GmbH in der ich GF bin.

    Die alten Geschäftsräume meines Chefs stehen jetzt frei.
    Darf ich an gleicherstelle den gleichen Verkauf anbieten?
    Oder kann es sein das der Insolvenzberater mir eine Fortführung des Betriebes unterstellt und mir ärger machen kann?

    Der Käufer hat den Namen damals nicht geändert und dummerweise heißt die Firma wie ich.
    Darf ich die Firma dann Mustermann GmbH nennen?

    Vielen Dank schon mal im voraus.

    Viele Grüße

    1. Einen Betriebsübergang müssen Sie nicht fürchten, auch wenn Sie die gleichen Produkte in den gleichen Räumen anbieten. Letztendlich entscheidet der Vermieter. Er kann den alten Mietvertrag auflösen und mit Ihrer GmbH einen neuen abschließen. Problematisch ist allerdings der gleiche Name. Aber in der Regel reicht schon der GmbH- Zusatz zur Unterscheidung und man kann auch extra ins Handelsregister eintragen lassen, dass die neue GmbH trotz gleichem Namen nicht für die alte Firma haftet.

  3. Hallo Herr Franzke

    ich hab das Problem das ich 30.000 Schulden habe + eine Schätzung vom Finanzamt von ca. 25.000 jetzt hat das Finanzamt eine Betriebsuntersagung bei der Gemeinde beantragt und die IKK einen Insolvenzantrag bei Gericht wie viel Zeit bleibt mir noch um darauf zu reagieren?

  4. Hallo Herr Franzke,

    ich bin GF eines kleinen Start-Ups mit 6 Mitarbeitern. Da es Auseinandersetzungen mit unserem Investor gab, habe ich die Stelle zu Ende März gekündigt und befinde mich aktuell innerhalb meines Resturlaubs.
    Nun erwägt der Investor kein weiteres Geld in das Unternehmen einfließen zu lassen wodurch Insolvenz angemeldet werden müsste. Dafür wäre ich noch verantwortlich, was passiert nach dem 31.03?
    Da der Prozess bis dahin nicht abgeschlossen sein wird, ich mich auch nicht mehr in einem Arbeitsverhältnis befinde und ab dem 01.04 auch eine neue Stelle habe, bin ich nicht ganz sicher welche Rolle meine Kündigung spielt.

    vielen Dank für ein Feedback!
    Gruß

    1. Solange Sie im Handelsregister noch als Geschäftsführer eingetragen sind, sind Sie für das Unternehmen voll verantwortlich. Sie müssten also einen Gesellschafter-Beschluss erwirken, Sie von der Geschäftsführung zu entbinden. Weigert sich der Gesellschafter, setzen Sie ein Ultimatum und stellen anschließend einen Insolvenzantrag. Allein Ihre einfach-schriftliche Kündigung reicht keinesfalls aus.

  5. Hallo Herr Franzke,

    erstmal vorneweg, ich finde toll was Sie hier machen!
    Also ich bin seit ca. 3 Wochen in der Regelinsolvenz – also alles ganz frisch. Habe lange dafür gebraucht, aber endlich nun den richtigen Schritt gegangen.
    Nun zu meiner Sache:
    Ich bin in unselbstständiger Arbeit und komme da selten über den pfändbaren Betrag. Gleichzeitig bin ich aber auch als Kleinstunternehmer selbsständig. Habe aber in dieser Selbsständigkeit seit 2 Jahren keinen Gewinnüberschuss (weil ich wegen meiner unselbstständigen Arbeit, einfach keine Zeit mehr habe nebenher noch zu arbeiten).
    Nun hatte ich das Gespräch mit dem Insolvenzverwalter, dieser will die Selbstständigkeit freigeben und hat mir jetzt ein entsprechendes Schriftstück zugestellt.
    In diesem Schriftstück steht was von fiktivem Einkommen und etwas von Bewerbungsbemühungen.
    Muss ich mich jetzt auf Aufträge bewerben?
    Da ich wie schon erwähnt seit über 2 Jahren nicht mehr im selbstständigen Bereich gearbeitet habe habe ich mir überlegt, mein Gewerbe abzumelden…Darf ich das so einfach, bzw. was muss ich da beachten? Ist die Freigabe dann hinfällig? Ich habe weder Verpflichtungen noch Schulden aus der Selbstständigkeit.
    Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen.
    Mit freundlichen Grüßen!

    1. Ich gehe mal davon aus, dass Sie in Ihrem Job nicht unterbezahlt sind, sondern dass dieser Job Ihrer beruflichen Qualifikation entspricht. In diesem Fall üben Sie bereits eine angemessene Erwerbstätigkeit aus und müssen sich nicht weiter bewerben.

      1. Sehr geehrter Herr Franzke,

        Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort.
        Ich hoffe, Sie erlauben mir noch eine Nachfrage.
        Ja, ich verdiene in meiner unselbstständigen Tätigkeit angemessen.
        Ich habe zusammen mit dem Antrag der Regelinsolvenz gleichzeitig Antrag auf Restschuldbefreiung gestellt.
        Ich möchte um allen Versagungsgründen für die Restschuldbefreiung entgegen zu wirken, alle Eventualitäten auschließen und habe Angst, dass die noch bestehende Selbstständigkeit (auch wenn ich wie schon erwähnt, daraus keinen Gewinn mehr erziele seit 2 Jahren) mir am Ende doch zum Verhängniss wird, weil ich ja Aufträge hätte annehmen können / mich um Aufträge hätte bemühen können und so mehr Geld in die Insolvenzmasse hätt einbringen können (auch wenn die Selbstständigkeit freigeben wird).
        Ich würde deshalb gerne mein Gewerbe abmelden.
        Deshalb meine Nachfrage, ob dies zulässig ist und was ich zu beachten habe. Soll ich die Freigabe überhaupt noch unterschreiben und dann das Gewerbe abmelden oder dem IV direkt mitteilen, dass ich das Gewerbe abmelde.
        Ich würde mich freuen, auch auf die Nachfrage eine Antwort zu erhalten.
        Vielen Dank und mit freundlichen Grüßen

        1. Ihre Angst ist berechtigt, denn Ihr Fall ist typisch: Weil Sie keine Einnahmen als Selbständiger haben, glauben Sie dass Sie auch nichts zur Masse abführen müssen. Tatsächlich aber müssen Sie in der Selbständigkeit das fiktive pfändbare Einkommen entsprechend einer Arbeit in Ihrer beruflichen Qualifikation abführen. Also melden Sie das Gewerbe so schnell wie möglich ab.

  6. Servus, Herr Franzke.
    Großartiger Service den Sie hier anbieten – vielen Dank!
    Meine Frage an Sie:
    Ich bin als Einzelunternehmer tätig und stehe kurz vor der Insolvenz, die vom FA beantragt worden ist und von einem Gutachter „mangels Masse“ abgelehnt wurde bzw. dies dem FA mitgeteilt worden ist. Die Restschuldbefreiung ist nicht möglich, da von 9 Jahren bereits eine gewährt worden ist.
    D.h. momentan befinde ich mich im Zustand der Einzelpfändungen, womit ich bisher zurecht komme und auch den Betrieb weiter betreibe.
    Kann ich nicht einfach eine UG gründen und als Geschäftsführer meinen Betrieb weiterführen? UG Gesellschafter wäre zu 100% z.B. ein Familienmitglied, die allerdings selbst im angestellten Verhältnis (woanders) steht.
    Sie wäre in der UG nicht tätig, sondern ausschließlich Gesellschafterin. Spricht dieser Konstruktion etwas entgegen? Bei mir wäre dann das pfändbare Einkommen aus meinem GF Gehalt für meine Gläubiger.
    Ich danke Ihnen für eine erste Einschätzung.
    Mit besten Grüßen

    1. Der von Ihnen beschriebene Weg ist sozusagen der Klassiker in derartigen Situationen. Können Sie so machen. Es kann aber sein, dass die neue UG kein Konto bekommt, wenn Sie sich als Geschäftsführer anstellen lassen (weil Ihre Bonität im Eimer ist).

  7. Guten Tag Herr Franzke,

    Ich befinde mich in folgender Situation:

    Ich habe 2014 eine UG mit meinem Bruder gegründet, diese hat sich bisher immer ganz knapp am leben gehalten. Nun konnten wir uns seit 2 Monaten keine Gehälter zahlen und haben 3 Mieten Rückstand. Nun wollen wir die Firma an sich schließen und wollen beide eine gbr neu gründen. Die frage die sich mir stellt ist zum einen ob man dadurch die möglichkeit hat aus dem Mietvertrag unseres Ladens( ca 2000€ / Monat) heraus zu kommen und zum anderen ob wir direkt eine neue Firma (gbr) gründen können?

    Vielen Dank Im Vorraus

    1. Sie können die UG nicht einfach schließen. Sie müssen vielmehr einen Insolvenzantrag stellen. Sonst machen Sie sich wegen Insolvenzverschleppung strafbar. Mit dem Insolvenzantrag sind Sie aber aus dem Mietvertrag entlassen.

  8. Hallo Herr Franzke,

    mein Partner hat gutgläubig und blauäugig im Alter von 18 Jahren eine Firma (Einzelunternehmen) auf seinen Namen eröffnet. Blauäugig, da seine Mutter ihn darum gebeten hatte, nachdem diese mit quasi genau der gleichen Firma in fir Insolvenz musste, da keinerlei Steuern bezahlt wurden und das Finanzamt fleißig geschätzt hatte.

    2 Jahre später stand ein Insolvenzverwalter vor der Tür, es waren wieder keine Steuern bezahlt worden, trotz vielen Versprechungen. Schulden in Höhe von 120.000€ (Er wurde als Strohmann benutzt, Geschäftsführerin war nur die Mutter, welche alle Zahlungen nur in bar entgegen genommen hatte und die Mehrwertsteuer schön eingesteckt hatte.)

    Die Mutter hatte dann 2010 mit dem Insolvenzverwalter die Vereinbarung getroffen den Betrieb zu pachten, für 20.000€ im Monat. Gesagt und nicht getan, mittlerweile sind 6 Jahre vorbei, es wurden 78.000€ bezahlt, leider war der Geldbeutel des Insolvenzverwalters auch zu bedienen (43.000€).

    Schlussverteilung ist mittlerweile erfolgt.
    Restschuldbefreiung wurde nicht beantragt, mein Partner war bemerkenswert uninformiert über das gesamte Verfahren. Was nun? Nochmal eine Insolvenz anmelden und diesmal die Restschuldbefreiung beantragen? Ist die Mutter irgendwie haftbar zu machen?

    Vielen Dank für Ihre Hilfe.

    Hoffmann

    1. Leider war das Insolvenzverfahren für Ihren Partner umsonst, denn er wird keine Restschuldbefreiung erhalten. Also muss er die Sperrfrist von fünf Jahren abwarten und dann kann er einen neuen Insolvenzantrag stellen.

  9. Hallo Herr Franke,
    Habe im Juni 2015 mit einer GmbH leider Insolvenz angemeldet. Hatte einen sanierer in der Firma und wollte eigentlich die eigenverwaltung gehen. Habe uns auch einen Bekannten Verwalter von dem sanierer ins Haus geholt. Da wir aber zwei fremdanträge von Krankenkassen hatten, die wir zwar beglichen hatten, durfte wohl die zweite Krankenkasse trotz Zahlung aufrecht erhalten und der Verwalter meinte dann, dass das Gericht eine eigenverwaltung nicht zulassen würde. Sind diese Aussagen richtig????
    Ich komme mir mit dem ganzen Verlauf sowas von verarscht vor, weil dann alles abgewickelt wurde und ich auch die Kündigung erhalten habe. Weiß jetzt leider noch nicht so ganz, was noch auf mich zu kommt wegen Bürgschaften und an haftungsansprüche. Mit dem sanierer habe ich nichts mehr zu tun. Leider bin ich in Hessen. Aber einen kompetenten Berater zu finden ist wohl sehr schwierig. Die meisten sind ja nur auf schnelles Geld mit abwickung aus, wie ich jetzt des Öfteren in berichten gelesen habe… Außerdem hatte meine Mutter, sie war Angestellte in der GmbH, der Firma Geld geliehen, was der Insolvenzverwalter jetzt bestreitet und nicht mit in die Tabelle aufnehmen will. Was können wir da ggf noch machen? Danke für Ihre Hilfe.

    1. Aus rechtlicher Sicht hat Ihr Berater wohl alles richtig gemacht. Es ist auch richtig, dass die Gerichte keine Eigenverwaltung mehr bewilligen, nachdem ein Fremdantrag gestellt wurde. Also befanden Sie sich in einem ganz normalen Regelinsolvenzverfahren mit den bekannten Folgen. Verarscht wurden Sie insoweit, dass der Berater Ihnen nicht die Wahrheit gesagt hat, über die Folgen einer Regelinsolvenz: Dass Sie enteignet sind und aufgrund verspäteter Insolvenzantragstellung vom Insolvenzverwalter in die Haftung genommen werden können.

  10. Hallo Herr Franzke,

    ich habe meine Kleinbetrieb / Selbständigkeit vor wenigen Tagen aufgegeben und eine feste Anstellung aufgenommen. Meine schulden belaufen sich ca. auf 270.000€ davon ca. 261.000 bei der Bank, 1500 bei Finanzamt und Sozialabgeben ehmaliger Angestellter, 1300 € für meine Private Krankenversicherung. Rest ist Strom, Versicherungen und einige Lieferanten. Nun hatte eigentlich vor Insolvenz anzumelden. Ich habe mich gestern diesbezüglich beraten lassen. Da sagte man mir das ich ca. 35.000 € für das Verfahren einrechnen müsse. die ich nicht habe. Ich soll schnellstmöglich die Steuern und Sozialabgaben bezahlen, diesbezüglich habe ich heute dem Finazamt eine Ratenzahlung auf 3 monate angeboten, Sozialabgaben werde ich mit meinen 1 lohn nachzahlen. Aber einen Antrag auf Insolvenz soll ich selber nicht stellen, sondern warten was passiert. Nur leider habe keine Antworten bekommen zum Thema Privatinsolvenz und wie ich jemals wieder darauskomme. Kann ich überhaupt irgendwann Privatinsolvenz anmelden. Was ist mit Stundung der Verfahrenskosten und der Restschuldbefreihung. Muss meine Private Krankenversicherung auch noch nachgezahlt werden. Oder bleibt das immer eine Firmeninsolvenz da die Schulden aus meiner Selbständigkeit bestehen. Ich weiß mir echt kein Rat mehr.

    Ich hoffe sie können mir weiterhelfen.

    Danke im Vorraus.

    Mit bsten Grüßen
    Micha

    1. Klar kann ich weiterhelfen. Sie müssen gar nichts bezahlen. Beziehen Sie all Ihre Gläubiger in das Insolvenzverfahren ein und bezahlen Sie gar nichts mehr. Sollte beispielsweise ein Sozialversicherungsträger später im Insolvenzverfahren die Forderung als vorsätzliche unerlaubte Handlung anmelden, für die es keine Restschuldbefreiung gibt, dann können Sie sich nach der Insolvenz immer noch über eine Rückzahlung einigen.

  11. Ich fungiere als Sprachrohr für einen guten Freund, der in folgender Situation steckt:

    Er hat eine eigene kleine Firma, die kurz vor der Insolvenz steht. Er hat noch einen Hauskredit privat, der noch nicht ganz abbezahlt ist.
    Er arbeitet nebenbei als Angestellter bei einer Firma um zusätzlich Geld zu verdienen, auch seine Frau hat einen Vollzeitjob in einer Firma.

    Nun hat er mit seinem Steuerberater über die mögliche Insolvenz gesprochen und dieser meinte: Wenn Du Insolvenz anmeldest als Firma
    dann wird die Bank wo du dein Haus privat! finanziert hast sofort die Restsumme des Kredits zur Sofortzahlung einfordern! Verständlicherweise
    sind mein Freund und seine Frau nun in großer Panik und wissen nicht ob die Bank das wirklich machen kann. Denn beide verdienen in ihren
    beiden Angestellten-Berufen normal Geld womit sie ALLE privaten Kosten (Kredite, Auto, Lebenshaltungskosten, Nebenkosten) bezahlen können.

    Meine Frage also: Kann die Bank wo das Haus finanziert wurde das machen oder machen sie sich zu unrecht Sorgen. Sie haben auch Angst dort
    vorab nachzufragen, weil sie befürchten schlafende Hunde zu wecken die sie dann in die Enge treiben könnten.

    Ich danke schon vorab für alle hilfreichen Antworten.

  12. Hallo Herr Franzke, ich hatte bereits eine private Insolvenz mit Restschuldbefreiung (2006 beendet).
    Im Juli 2014 habe ich mich mit einem Restaurant wieder selbstständig gemacht. Das Geld wird im Winter immer knapper, so dass ich Zahlungen hin und her schiebe. Mein Mietvertrag wurde auf fünf Jahre abgeschlossen. Nun ist ein Käufer in Sicht, dann komme ich zum 31.12. raus.
    Was ist aber wenn nicht?
    Ich weiß ich muss aufhören, damit habe ich kein Problem. Wie verhalte ich mich richtig? Was soll ich noch begleichen. Die Gehälter sind mir schon wichtig zu zahlen. Soll ich das Gewerbe abmelden, was ist mit mein Inventar e.c.
    Ich weiß, dass man erst nach 10 Jahren auf eine erneute Restschuldbefreiung offen kann. Ab wann wird die Zeit berechnet.
    Vielen Dank für Ihre Antwort.

  13. Hallo Herr Franzke,
    ich bin seit 2010 Freiberuflerin und habe aufgrund einer Reihe von unvorhersehbaren Ereignissen nun 16.400 € Schulden beim Finanzamt (EKSt. Nachzahlung) und auf meinen fristgerechten Antrag auf Stundung/Ratenzahlung wurde gerade kommentarlos mit der Pfändung meiner beiden Konten reagiert. Ich bin seit einiger Zeit im Ausland (Australien), wo ich auch bleiben würde wenn es mit dem Visum klappt, und weiß nicht, wie ich reagieren soll. Ich hatte meinen größten Kunden verloren, mehrere Monate keine Aufträge und hier noch keine Arbeitserlaubnis (liegt inzwischen vor) und auch wenn jetzt langsam wieder Arbeit in der Pipeline ist, so kann ich die Steuerschulden jedoch akut nicht begleichen (da noch ein Kredit von noch 6000 Euro läuft sowie Kreditkarte und Dispo von gesamt ca. 10.000 Euro abzuzahlen sind).
    Macht es Sinn, meine freiberufliche Tätigkeit abzumelden und/oder zu versuchen zu verhandeln oder muss ich direkt Regelinsolvenz anmelden? Bis jetzt hatte ich noch alle Raten zahlen können da ich eine sehr nette, kooperative Bank habe aber denen sind ja nun die Hände gebunden. Ich werde hier u.U. meine Wohnung verlieren. In Deutschland habe ich keine Wohnung, kein Auto mehr. Alles, was ich bisher getan habe, ist ein neues Konto eröffnet.
    Danke im Voraus für Ihren Rat.

    1. Auf Verhandlungen wird das Finanzamt sich nicht einlassen und Sie können mangels örtlicher Zuständigkeit auch kein Insolvenzverfahren beantragen. Also lassen Sie es bei den Schulden, solange Sie in Australien leben. Kommen Sie eines Tages nach D zurück, müssten Sie sich um die Schulden kümmern.

  14. Hallo,

    ich freue mich, dass ich auf Ihrer Seite so gute Hinweise finden konnte! Vielen Dank dafür. Auch dafür, dass ich Fragen stellen bzw. meine Situation schildern kann.

    Ich bin im Moment sehr ratlos und weiß nicht, wie ich mich weiter verhalten bzw. tun soll. Ich hatte im Sommer dieses Jahres ein Geschäft eröffnet. Finanziert wurde es mit 17.000 € Privatkredit, einem KFW-Kredit von 100.000 €, 30.000 € Dispokredit („noch“ nicht in Anspruch genommen) und 18.000 € Hausbankkredit (wobei 15.000 € Förderung durch das Thüringer Invest ausgezahlt werden). Zur Sicherung habe ich eine Bürgschaft der Thüringer Bürgschaftsbank von 104.000 € erhalten. Ratenrückzahlung für den KFW-Kredit würde in Mai 2016 beginnen.

    Nun ist alles etwas unglücklich verlaufen, denn meine Gesundheit macht mir einen Strich durch die Rechnung. Mir ist es nicht mehr möglich, dass Geschäft in dem Maß zu führen, was nötig wäre um es voran zu bringen. Seit einem Monat stimmen nun auch die Einnahmen nicht mehr. So dass rote Zahlen geschrieben werden. Einen finanziellen Puffer gibt es nicht mehr, da in die Ware wesentlich mehr investiert werden musste als geplant (und von einem Berater prognostiziert). Ich müsste nun richtig Gas geben um den Umsatz anzukurbeln. Das lässt aber mein Gesundheitszustand nicht zu. Ich müsste eigentlich zur Reha. Das Geschäft hält sich nun mit 3 Teilzeitkräften über Wasser, so dass es geöffnet ist und ich mit einspringe wenn es nötig ist. Ich kann aber auch um Kosten zu sparen niemanden entlassen, da ich das nicht abfangen kann. Aber wie gesagt, die Einnahmen stimmen nicht mehr und ich kann nicht agieren, oder ich müsste mich gesundheitlich ruinieren. Im Moment habe ich noch einiges auf dem Geschätfskonto, da die Ware auf 4 Raten abgezahlt wird. Daher denke ich, dass das Geschäft noch etwas bestehen kann, ohne dass ich Zahlungsunfähig bin. Bis Ende Januar bekomme ich auch Lohnförderung für zwei Angestellte. Aber ab da würde ich in Schieflage geraten, wenn es so weiter läuft.

    Ich weiß nun nicht, wie ich mich verhalten soll. Muss ich der Bank jetzt bereits mitteilen, dass es Schwierigkeiten gibt (bei mir und auch beim Umsatz?). Oder „darf“ ich noch etwas warten, in der Hoffnung dass der Winter bessere Zahlen bringt?

    Meine Geschäftsausstattung dient auch als Sicherheit. Wenn ich das Geschäft aufgebe, wer kümmert sich dann um die Veräußerung der Geschäftsausstattung? Ich weiß nicht wie ich die Rückabwicklung über die Bühne bekommen sollte. Es war ja schon schwer genug alles ins Leben zu rufen.

    Mir macht nun die Bank sorgen, der Mietvertrag und das ganze Inventar mit verderblicher Ware.

    Wie muss ich mich verhalten, um auch aus den Verträgen rauszukommen (z. B. Mietvertrag) ohne größere Folgen davonzutragen (z. B. Inkasso) und ohne das ich mich Insolvent melde (habe ja bei Ihnen gelesen, dass soll man nicht).

    Ich habe auch einen klitzekleinen Bausparer mit 3.000 € der aufgelöst werden kann. Sollte ich den schon mal auflösen, bevor der gepfändet wird (um eventuell etwas für einen Vergleich anbieten zu können)? Das ist alles was ich für mich und meinen Sohn an Rücklagen habe.

    Dann ist auch mein Auto kaputt gegangen und ich bekomme keinen TÜV mehr darauf, brauche also ein Anderes. Kann ich mir das Geld hierfür aus dem Geschäft nehmen, ohne dass mir das auf die Füße fallen kann?

    Ich kann diesbezüglich geraden keinen klaren Gedanken fassen, da ich mich eigentlich um mich kümmern müsste. Und dabei habe ich gerade 3 Monate mein Geschäft geöffnet und schon ist alles hin.

    Ich danke Ihnen für Ihre Zeit und würde mich über eine Antwort sehr freuen.
    Beste Grüße
    C. Rudolf

    1. Wenn sich das Geschäft nicht mehr lohnt, dann sollten Sie sich nicht länger quälen. Also entlassen Sie die Mitarbeiter, melden das Gewerbe ab und übersenden dem Vermieter den Schlüssel. Was Sie noch an unbesicherten Wertsachen und Konten besitzen, verwerten Sie und geben das Geld maßvoll für den Lebensunterhalt aus.Sie müssen Sie um nichts weiter kümmern. Einfach hinwerfen, fertig.

  15. Hallo,

    ich bin seit 10 Jahren selbstständig, Arbeite als IT-Techniker bei Kleinunternehmen und habe keine Erfolgsgeschichte zu verzeichnen. Als GbR Angefangen, diese nach ein paar Jahren aufgelöst und allein den Betrieb unter meiner eigenen Verantwortung fortgesetzt. Durch die GBR Auflösung habe ich so viele Steuern bezahlt, daß ich auf der Bank ins größte Minus aller Zeiten gerutscht bin. Diesen Level hat mir die Bank als Hilfe als Dispo bereitgestellt aber das muss geändert werden. Den Disporahmen konnte ich eine Zeit halten, bis die Buchhaltung fertig war und ich wieder den Steuerhammer bekam. So setzte sich das weiter fort Limit halten aber nicht bessern und der nächste Hammer schlug mich tiefer rein. Jetzt sind zudem die Einnahmen rückläufig und ich kann gerade das Limit nicht halten sondern es wird alles zurückgebucht. Ich leide seit Jahren unter dieser Existenznot und hatte privat auch Schicksalsschläge (Tod des Vaters, Trennung, jetzt wieder Trennung) zu verkraften. Dies führt dazu daß meine Arbeitsfähigkeit und Belastbarkeit nun am Ende ist ich weiß nicht aus noch ein und wie ich da raus komme. Ich habe so viele Aufgaben und komme nicht weiter, bin antriebslos, und kann keine Strategien und Maßnahmen entwickeln die mich wieder in bessere Umstände führen. Allses verschlechtert sich zusehends. Ich will wieder ruhig schlafen können und wie ich das erreiche ist mir egal. Können Sie mir einen Weg aufzeigen? Ich habe eine Beratung durch einen Unternehmensberater der Firmen in Schieflage retten kann begonnen, aber wenn die Firma nicht zu retten ist dann brauche ich einen anderen Ausweg um mir mit der Bank und dem Finanzamt einig zu werden und gleichzeitig leben zu können. Ein einen Kreditvertrag für ein Auto habe ich abgeschlossen als meins nach vielen teuren Reparaturen den Geist aufgab, Privat habe ich nicht viel und wohne sehr bescheiden, maximal um meinen Fernseher täte es mir Leid, ich brauche einen Weg wie ich da durch komme und wieder Hoffnung für die Zukunft finde. Gerade Eskaliert alles.

    Bitte helfen Sie mir

    Danke

    1. Gerne helfe ich Ihnen. Sie sollten sich nicht länger so quälen in dieser auswegslosen Situation. Sie können die Selbständigkeit in der Insolvenz auch behalten, wenn Sie das wollen. Dann muss man später mit dem Insolvenzverwalter einen Vertrag abschließen, über die Freigabe Ihrer selbständigen Tätigkeit aus der Insolvenzmasse gegen Zahlung einer festen monatlichen Rate. Ganz einfach, wenn man es anpackt.

  16. Sehr geehrter Herr Franzke,

    ich betreibe seid einem Jahr einen Postenmarkt, dort verkaufe ich Marken Lebensmittel, Marken Getränke usw.
    Ich habe dieses 8 Jahre als Angestellter für einen großen Lebensmittelkonzern beruflich gemacht, bin also nicht neu in der Branche.
    Nun ist es leider so, das der Postenmarkt den ich betreibe überhaupt nicht läuft.
    Werbung usw. würde gemacht, aber er wird halt nicht angenommen, es kommen einfach zu wenige Kunden.
    Aus dem Mietvertrag lässt man mich nicht raus, der läuft noch 4 Jahre.
    Lohn für meine Mitarbeiterin kann ich bezahlen, ich selber habe aber seid 2 Monaten keinen Lohn bekommen und muss nun auch Privat in die GmbH einzahlen damit ich alle Rechnungen bezahlen kann.
    Privat habe ich für die GmbH den ERP Gründerkredit der KFW über 100.000 € noch offen den nun die GmbH nach einem Jahr mit monatlich 2000 € abzahlt.
    Nun meine Frage, wenn ich Insolvenz anmelde, ich dann aber so schnell keinen neuen Job finde und den Gründerkredit nicht abzahlen kann, wird es wohl auch auf eine Privatinsolvenz hinaus laufen.
    Ich habe Angst mein Haus zu verlieren, das haben meine Freundin und ich uns vor 4 Jahre gekauft, vollfinanziert, es gehört uns beiden je zur hälfte, sie hat auch noch eine Tochter 16 Jahre alt, die bei uns lebt.

    Mit freundlichen Grüßen
    A.Bestmann

    1. Ihre Befürchtung ist leider richtig, dass die GmbH Insolvenz mit großer Wahrscheinlichkeit auch die private Insolvenz nach sich zieht. Leider ist darüber hinaus die schlechte Nachricht, dass dann auch das Haus betroffen ist. Zwar dann der Insolvenzverwalter Ihre Haushälfte nicht verwerten, weil überschuldet. Aber es besteht die Gefahr, dass die Bank den Hauskredit kündigt, sobald sie von der Insolvenz erfährt. Manche Banken sind großzügig und lassen alles laufen, solange sie von der Frau alle Kreditzahlungen erhalten. Dann könnten Sie das Haus erhalten.

  17. Hallo Herr Franzke,
    Eine Krankenkasse hat gegen meine Einzelfirma (keine Gmbh) vor ca 4 Wochen Insolvenzantrag gestellt. Ich habe noch keine Antrag auf Stundung der Verfahrenskosten gestellt. Kann ich das Insolvenzverfahren noch verhindert, wenn ich sofort das Gewerbe abmelde ?

    Vielen Dank für die Antwort

    Gruß Klaus

    1. Nein, leider kann das Insolvenzverfahren nicht mehr verhindert werden. Sie sollten dies akzeptieren und einen Eigenantrag stellen, damit Sie die Restschuldbefreiung erhalten.

  18. Sehr geehrter Herr Franzke,

    Ich bin seit 2005 selständig mit einem Isolierbetrieb ( Bauhauptgeerbe). Und seit zwei Jahren geht es immer mehr Bergab. Bin seit 2013 nur noch alleine und mein Unterstützer (Papa) Vertarb letztes Jahr. Mir springen immer mehr Kunden ab da ich nicht mehr so konkurenzfähig bin. Ich habe viele Zahlungen die ich nicht mehr regelmäßig bedienen kann. Ich muß auch noch in die Handwerkerpflichtversicherung einzahlen. Und bin schon länger nicht mehr in der Lage meine Familie zu versorgen. Meine Schulden belaufen sich auf ca 75000 €. Nun meine Frage ich bin Einzelunternehmer bin in die Handwerksrolle eingetragen und möchte mal wieder Nachts in Ruhe schlafen und ieder eine Glückliche Familie haben. Ich habe auch nicht mehr die Kunden und die Kraft meine Firma weiterzuführen. Mein Ziel ist es dieses Jahr noch meine Arbeiten abzuarbeiten und zu versuchen noch etwas Geld zu verdienen. Aber ab Februar wird wahrscheilich wie jedes Jahr die Arbeit einbrechen und dann gehen ganz schnell die Lichter aus. Was ähre für mich die beste Lösung. Vorallem mit was versorge ich meine Familie.

    Ich hoffe Sie können mir einen Rat geben und bedanke mich im Voraus.

    Mit freundlichen Grüßen

    S.Hoyer

    1. Wenn man als Selbständiger nicht mehr genügend Geld verdient, um die Mühen der Selbständigkeit mit Geld zu kompensieren, sollte man sofort damit aufhören und sich einen Job als Arbeitnehmer suchen. Mein Vorschlag wäre also, dass Sie sofort aufhören sich zu quälen und das Gewerbe abmelden. Danach melden Sie sich arbeitslos und suchen sich einen neuen Job. Danach machen wir für Sie eine schöne Verbraucherinsolvenz und Sie sind die Schulden wieder los.

  19. Hallo Herr Franske.

    Ich habe 2007 mit meinem Bruder zusammen ein Landwirtschaftliches Lohnunternehmen gegründet als Gbr . Es lief auch relativ gut wir konnte zwar keine grossen Sprünge machen aber es ging und gut.
    2012 ist mein Bruder aus der Firma ausgeschieden weil Ihm der Stress wärend der Ernte zu schaffen machte.
    Seit dem führe ich das Unternehmen alleine.
    Durch einen Fehl kauf eines MaisHäckslers in 2012 habe ich mich Finanziell ein bisschen Überworfen.
    Der Häcksler war nur Kaputt und hat mich in 1,5 jahren 150000€ gekostet. die ich zwar durch verkauf des Häckslers und umhandeln vorhandener Maschinen bezahlen konnte mich die Kosten jetzt wieder ein holen.
    Durch die Umhandlung der Maschinen ist die monatliche Belastung sehr gestiegen und Ich komme jeden Monat gerade so klar. Aber ich komme nicht weiter.
    Mir steht das Wasser bis zum Hals. Wenn ich Maschinen verkaufe bin ich nicht mehr Wettbewerbsfähig und muss zu machen . Ich habe aber Gut zu tun und auch einen Festen Kunden stamm. Es läuft eigentlich ziemlich gut nur das mir die Altlasten zu schaffen machen und an den rand des Ruins bringen. Gibt es eine Möglichkeit meinen Betrieb zu retten bzw wieder nach Vorne zu bringen damit ich wieder nach vorne komme únd nicht immer hinterher arbeite mit der sorge wie ich wohl den nächsten Monat bezahle.
    Ich habe keine Angestellten ich hole mir Subunternehmer zur Ernte.
    Ich würde mich freuen wenn sie eine Idee Hätten.
    Mit freundlichem Gruss G
    Guido Lepschies

    1. Leider habe ich keine all zu guten Nachrichten für Sie. Sie müssen sich leider selbst helfen und sich weiterhin durchwursteln und versuchen, den Kopf über Wasser zu halten. Wenn Sie die Zahlungen einstellen, wird die Bank oder wer auch immer die Maschinen, die sicherlich Ihr Eigentum sind, pfänden und dann läuft gar nichts mehr. Ein wie auch immer geartetes Insolvenzverfahren würde also nicht weiterhelfen, sondern Ihren Betrieb endgültig zerstören.

  20. Hallo Herr Franzke,

    aufgrund von Außenständen bin ich mit einer UG eventuell zahlungsunfähig geworden. Eine Insolvenz scheint unausweichlich. Als Geschäftsführer droht vielleicht eine Durchgriffshaftung auf privates Vermögen.

    Wenn ich der UG-Insolvenz um 1 Woche versetzt gleich eine private Insolvenz anschließe – werden die möglichen Durchgriffsforderungen dann auch schon durch die private Insolvenz restschuldbefreit oder sind das dann ’neue‘ Schulden? Gilt in diesem Fall der Entstehungszeitpunkt oder das Datum, an dem die Durchgriffsforderung bei mir geltend gemacht wird.

    Vielen Dank für die vielen guten Tipps

    1. Sie sollten auf jeden Fall etwas warten und nicht gleich einen privaten Insolvenzantrag stellen. Sie wissen jetzt noch gar nicht, welche Schulden wie Durchgriffshaftung aufgrund der UG-Insolvenz auf Sie zukommen. Sie sollten Ihre Schulden aber alle kennen, bevor Sie einen privaten Insolvenzantrag stellen. Ob eine Schuld eine Insolvenzforderung ist die restschuldbefreit wird oder eine neue Schuld, richtet sich nach der die Schuld verursachende Handlung und nicht nach dem Zeitpunkt, an dem sie entstanden ist. Dennoch sollten Sie ein paar Monate abwarten, bis alle Schulden gegen Sie feststehen.

  21. Hallo Herr Franzke,
    Ich habe ein altes Unternehmen übenommen (Handwerksbetrieb). Ich musste neu gründen und die GmbH anmelden. Bin leider auch persönlich haftend. Die Bank wollte das so.
    Nun laufen mir die Kosten weg und ich kann in 4 Wochen die Löhne nicht mehr zahlen. Ich muss noch zwei Monate warten, da dann ein Mitarbeiter von sich aus gekündigt hat. Erst dann kann ich ohne Einschränkung (teure) Mitarbeiter entlassen da ich unter die Grenze von 6 Mitarbeitern komme. Auch bin ich noch abhängig vom Altinhaber, da ich einen Mietvertrag ( zu gross und teuer) bei ihm habe. Um Kosten zu reduzieren muss ich einiges machen.
    Sollte ich Insolvenz anmelden um aus den Verträgen zu kommen? Wie kann ich die Firma behalten und weiterführen?
    Kann man das irgendwie “ im Stillen“ machen, damit es nach Ausser nicht erscheint?

    Danke für eine Antwort
    T. Huck

    1. Eine normale Insolvenz würde zur Zerschlagung des Betriebes führen. Wenn Sie es nicht alleine schaffen den Betrieb zu sanieren, dann würde Ihnen ein kleines Schutzschirmverfahren weiterhelfen. Nur das Schutzschirmverfahren ist auf die Erhaltung von Unternehmen ausgerichtet. Man müsste sich das alles ansehen, dann kann ich Ihnen einen vernünftigen Rat geben. Ein Schutzschirmverfahren wird aber veröffentlicht.

  22. Sehr geehrter Herr Franzke,

    vielen Dank für die interessanten Informationen auf dieser Website.

    Ich stehe vor folgendem Problem: Ich habe im Jahr 2011 eine UG mit 500 EUR Stammkapital gegründet, die bis heute nicht geschäftlich aktiv wurde. Den ersten Jahresabschluss habe ich, gleichlautend mit der Eröffnungsbilanz, veröffentlicht. Ich habe die UG danach leider nicht mehr beachtet und auch die Veröffentlichung des nächsten Jahresabschlusses versäumt. Heute habe ich nun die Nachricht erhalten, dass gegen die UG ein Ordnungsgeld von 2.500 EUR wegen Verletzung der Offenlegungspflicht festgesetzt wurde. Das war so nicht geplant, aber ich kann es wohl nicht mehr rückgängig machen (so sinnlos eine Veröffentlichung in dem Fall ist). Ich überlege nun, was naheliegend ist, für die UG Insolvenzantrag zu stellen, in der Erwartung, dass dieser mangels Masse abgewiesen wird. Wäre das auch Ihre Empfehlung oder spricht etwas dagegen? Ich müsste dann als Liquidator nach dem Insolvenzantrag die restlichen Abschlüsse und und die Liquidationsbilanz veröffentlichen?

    Herzlichen Dank und beste Grüße

    JCB

    1. Ein Insolvenzantrag nutzt nichts und würde alles schlimmer machen. Sie haften persönlich für die 2.500 EUR und müssen diese ohne Wenn und Aber bezahlen. Außerdem müssen Sie schnellstmöglich eine weitere Bilanz einreichen, das nächste Mal kostet es 7.500 EUR. Auch wenn es schwer fällt: Kratzen Sie die 2.500 EUR zusammen und zahlen Sie diese. Wenn Sie die UG nicht mehr brauchen, fassen Sie einen Liquidationsbeschluss und wickeln sie ab.

  23. Sehr geehrter Herr Franzke,

    ich werde in Privatinsolvenz gehen müssen. Mein Gewerbe (Einzelunternehmen) habe ich im November 2014 abgemedelt. Das Finanzamt hat quartalsmäßig sein Geld bekommen. Nur den Jahresabschluss für 2014 habe ich noch nicht gemacht, da ich beim Steuerberater Schulden habe. Dieser ist natürlich auch nicht bereit, den Jahresabschluss noch zu machen.

    Welche Möglichkeiten habe ich? Muss ich mir vor Insolvenzeröffnung einen Steuerberater suchen der den Jahresabschluss noch macht und mir dafür Geld leihen?

    Oder kann ich den „offenen Jahresabschluss“ in die Insolvenz mitnehmen und der Insolvenzverwalter kümmert sich dann darum? Muss ich den offenen Jahresabschluss dann als offene Summe in der Insolvenz angeben und ggf. auch hier den Steuerberater selbst zahlen?

    Vorab vielen Dank für Ihre Antwort.

    1. Wenn es irgendwie möglich ist, dann sollten Sie den Jahresabschluss noch machen. Weil die Finanzämter immer verrückter werden, könnte es sein, dass gegen Sie ein Strafverfahren wegen Verletzung der Buchführungspflicht eingeleitet wird. Das würden Sie durch den Jahresabschluss vermeiden.

  24. Hallo Herr Franke
    Was kann mir Passieren wenn ich Sachen aus ein Privatunternehmen verkaufe und nicht die Schulden Tilde, und auch nicht die Mwst.abführe sonst verbrauche?
    Bitte um Antwort ganz wichtig.
    Bedanke mich schon im vorheraus

    1. Das geht eine Weile gut und irgendwann zieht Ihnen das Finanzamt den Stecker, indem es einen Insolvenzantrag gegen Sie stellt.

  25. Nach Durchlesen Ihrer vielen tollen Tipps möchte ich mich hier auch mit einigen Fragen erstmal grob an Sie wenden.

    Ausgangssituation: Junge Frau macht nach dem Abitur direkt eine Ausbildung zur Versicherungskauffrau, stellt fest dass dies absolut nichts für sich ist und hat die Chance (durch eine gewisse Nachfrage im Bekanntenkreis), sich in ihrem Traumberuf, die Arbeit (Hundetraining und Gassiservice) mit Hunden selbstständig zu machen und tut dies auch. Sie erhält leider keinerlei staatlichen oder sonstigen Unterstützungen von Ämtern, da diese den Berufstraum für egal halten und jegliche Anfragen abschmettern, weil „die junge Frau in ihrem gelernten Beruf sofort vermittelbar ist“.

    Ihre Arbeit ist nachgefragt, an sich könnte sie ihren (bescheidenen) Lebensunterhalt damit decken. Durch den notwendigen Kauf eines (alten) Transporters, am Anfang schlecht laufende Monate, einen Exfreund, der ihr Konto plünderte und seitdem untergetaucht ist, sowie die Kosten für (in diesem Sektor immer nur private teure, aber zur Entwicklung und Verbesserung notwendige) Weiterbildungen haben sich letztlich Schulden angehäuft. Von Beginn an kämpft sie um das Fortbestehen ihrer Existenz und hält sich so über Wasser.

    Aktuell droht noch nicht akut eine Insolvenz, auch wenn es ein wahrer Kampf ist, alles am Laufen zu halten, doch es geht noch. Das Ziel: Bestmögliche vielfältige Ausbildungen im Hundebereich als Grundlage für eine immer erfolgreichere Tätigkeit. Dafür nimmt sie noch einen (nicht zweckgebundenen) Studienkredit der KfW auf.

    Der Plan jetzt: Alles noch irgendwie am Laufen halten, und sei es noch so anstrengend, bis in 2 Jahren alle Fortbildungen abgeschlossen sind, koste es energetisch was es wolle. Voraussichtlich werden sich die Schulden insgesamt dann auf ca. 50.000 € belaufen. Dabei ist jedoch faktisch kein „Vermögen“ (bis auf das alte Auto) vorhanden, sondern ein umfangreiches Wissen und Qualifikationen sind erarbeitet worden. Dann Insolvenz anmelden.

    Warum?
    – Weil es wahrscheinlich schneller geht, die Schulden so loszusein, als sie sie jemals zurück zahlen könnte (ohne hohe Investitionen wie Kauf eines Geländes für Hundepension o.ä.).
    – Weil sie in 2 Jahren ja auch erst 25 Jahre alt ist und Schuldenfreiheit mit Anfang 30 durchaus als gute Sache sieht.
    – Weil sie dann dringend nach 5 Jahren „Kampf“ wieder ruhig schlafen können, mal wieder ein paar Tage frei haben und Kraft tanken muss, bevor sie völlig zusammen bricht.
    – Weil sie mit ihrer Tätigkeit in Ruhe ohne Überarbeitung dann ein normales Gehalt im Rahmen der Pfändungsfreigrenzen oder auch ein wenig darüber hinaus verdienen könnte, ohne sich komplett tot zu machen.
    – Bis auf ein altes Auto und ihre Wohnung benötigt sie für ihre Arbeit keine weiteren Mittel oder Werte, sie lebt jetzt letztlich von bedeutend weniger als die Pfändungsfreigrenze wäre, das wäre keine große Umstellung.

    Wie sehen Sie die Situation?

    Und, großes ABER: Sie möchte im Falle einer Insolvenz auf jeden Fall weiterhin mit Hunden arbeiten können. Festanstellungen in diesem Bereich gibt es annähernd null. Sie hat große Angst, dass das Amt sie sozusagen wieder zwingen könnte, in ihrem ja damals erlernten Beruf (den sie allerdings nie ausgeübt hat und aus dem sie dann bereits 5 Jahre raus ist) zu arbeiten, obwohl sie mit ihrer Selbstständigkeit ihre Lebenshaltungskosten decken könnte (wenn da nicht der riesige Schuldenhaufen am Hintern wäre). Ist dies möglich? Kann gesagt werden, dass man einen anderen Job annehmen muss, weil man theoretisch als Versicherungsmarkler vielleicht mehr verdienen könnte?

    Über Ihre Antwort würde ich mich sehr freuen.
    Mit freundlichen Grüßen und großem Lob für Ihr Engagement hier auf dieser Seite!

  26. Hallo Herr Franzke,
    ich bin ein Transportunternehmer und habe seit 2004 mein Geschäft.
    Mein Vater hatte die Buchhaltung und die kompletten geschäftl. Sachen für mich in der Vergangenheit erledigt.
    Er hat, wie sich jetzt herausgestellt hat, viel Mist in den Jahren 2005-2008 bei den Steuererklärungen verursacht.
    Habe jetzt eine Prüfung gehabt und muss 130.000€ Steuern für die Jahre 2007-2008 nachzahlen !
    Das Geschäft, das ich seit 2012 alleine mit ordentlichen Beratern führe, funktioniert. Habe feste Verträge die über Jahre laufen und es funktioniert eigentlich alles gut.
    Das FA lässt sich auf keinen Deal ein und verlangt von mir die volle Summe ohne eine Ratenzahlung.
    Ich bin kurz vorm Ziel was die Beseitigung der produzierten Altlasten meines Vaters angeht und sehe Licht am Horizont.
    In 2 Jahren hätte ich es geschafft.
    Das FA hat mir zu einer Insolvenz geraten.
    Was kann ich tun ?
    Werde ich die Firma verlieren ?
    Gibt es irgendwas das ich machen kann ?
    Ich würde gerne alles bezahlen wenn man mir die Möglichkeiten gibt.

    Über eine schnelle Antwort wäre ich Ihnen sehr dankbar.

    Gruß

    1. Hallo,
      das ist halt so. Die Gläubiger (Finanzamt) dürfen das Geld sofort verlangen und wenn man nicht bezahlen kann, ist man zahlungsunfähig. Leider ist das Gesetz so streng. Weil die Gefahr besteht, dass das Finanzamt einen Insolvenzantrag gegen Sie stellt, müssen Sie die Flucht nach vorne ergreifen und handeln. Da bleibt nur: Entweder die Gründung einer Auffanggesellschaft und man „rubelt“ die Einzelfirma in die Auffanggesellschaft um. Oder man beantragt ein kleines Schutzschirmverfahren und saniert Ihre Einzelfirma. Welcher Weg letzt endlich für Sie der bessere ist, müsste man sorgfältig überlegen.

  27. Sehr geehrter Herr Franzke,
    herzlichen Dank schon einmal vorab für Hilfe und die ausgesprochen hilfreiche Seite, die Sie hier betreiben!

    Zu meiner Situation: Ich bin Anfang 2012 aus einer Festanstellung ausgestiegen und habe ein Gewerbe als Personal Trainer angemeldet, bin also Einzelunternehmer (keine Mitarbeiter). Da das Geschäft anfänglich nicht so lief wie erhofft, sind mir alte Kredite geplatzt. Bereits im Juni 2013 habe ich den Offenbarungseid geleistet. Sachvermögen ist also keines mehr vorhanden. Seit August 2014 verdiene ich mit meiner Selbstständigkeit nun endlich genug Geld, um davon meinen Leben zu bestreiten (Miete und Lebensunterhalt), aber nicht genug, um auch meine Schulden bezahlen zu können, die sich aktuell auf insgesamt ca. 46.000 Euro bei mehr als 30 Gläubigern belaufen. Diese Schulden stammen zu 98% aus der Zeit vor meiner Selbstständigkeit.

    Ende Dezember 2014 hat der Gerichtsvollzieher mein Konto gepfändet (das bereits seit längerem ein P-Konto ist). Einer meiner Hauptgläubiger (eine große Bank, bei der ich 8.200 Euro Schulden habe), hat daraufhin angekündigt gegen mich das Insolvenzverfahren zu eröffnen, falls ich mich nicht auf einen Vergleich einige.
    Wie soll ich am besten weiter vorgehen? Soll ich selber die Insolvenz anmelden oder warten, bis die Bank dies tut? Und was ist besser: Das Gewerbe schnellstmöglich abmelden und dann in die Privatinsolvenz gehen (und zurück in eine Festanstellung)? Oder bleibt mir (bei dieser hohen Zahl an Gläubigern) ohnehin nur die Regelinsolvenz?

    Vielen Dank für eine zeitnahe Antwort

    Mit freundlichen Grüßen

    1. Wenn Sie ein bisserl in Ihrem Leben aufräumen wollen, dann wäre eine Privatinsolvenz durchaus angebracht. Bei Ihnen wäre das eine Regelinsolvenz, weil Sie mehr als 30 Gläubiger haben. Sie können auch während der Insolvenz selbständig bleiben. Dabei einigt man sich mit dem Insolvenzverwalter über eienen festen monatlichen Geldbetrag und dann läßt er Sie Ihre Selbständigkeit ungestört fortführen.

  28. Hallo,

    Erstmal ein großes Lob an sie für diese tolle Hilfestellung in grosser Not! !!

    Auch ich würde ihnen gerne meine Probleme schildern:

    Ich habe seit Mitte 2013 den familienbetrieb im Blumengroßhandel übernommen. Leider gehört diese Branche zur aussterbenden Art und ich habe trotz Einsparungen von ca 4000€ pro Monat, nie die schwarzen Zahlen erreicht. Nun stehe ich vor einem sechsstelligen Schuldenberg , überwiegend bei Lieferanten. Keine schulden beim FA oder Kk oder Löhne . Meine Eigentumswohnung habe ich schon verkauft und alles was ich habe in diese Firma gesteckt. Nun weiß ich nicht mehr weiter. Bin nervlich völlig fertig und schlafe kaum noch. Ständig rufen Lieferanten an die Geld wollen und machen mir die Hölle heiß.
    Bitte bitte geben Sie mir einen Rat! Bitte auch in Bezug auf meine Angestellten. Ich möchte nicht das die schwierigkeiten bekommen.

    Schon im voraus vielen Herzlichen Dank! !!!

    1. Sorry, dass ich erst jetzt antworten kann: Wenn eine Selbständigkeit sich nicht lohnt und Sie nur kämpfen müssen, dann ist es besser aufzuhören und sich einen weniger stressigen Job zu suchen. Also stellen Sie das Gewerbe ein. Die Entschuldung läuft dann über eine Privatinsolvenz. Dabei helfe ich Ihnen gerne.

  29. Hallo,
    Anfang 2010 waren mein Mann und ich arbeitslos. Er hatte eine gute Geschäftsidee, und ich „durfte“ den Businessplan für ihn ausarbeiten, um Existenzgründungshilfe vom Arbeitsamt zu erhalten. Zu diesem Zeitpunkt befand mein Mann sich noch im Insolvenzverfahren für seine bereits 1995 pleitegegangene Firma. So erklärte ich mich bereit, die Firma so lange auf meinen Namen laufen zu lassen, bis er aus der Insolvenz raus ist. Die ersten Jahre waren, wie schon bei der ersten Firma, von Existenzsorgen geprägt, da mein Mann zwar technisch sehr versiert ist, sich mit der Akquisition aber sehr schwer tut. Am Anfang fuhr er noch los, um Kunden zu akquirieren. Dieser Eifer ließ aber bald nach. (Mein Mann ist aus finanz. Gründen nicht bei mir angestellt.)
    Da eine Rückkehr in meinen alten Beruf ausgeschlossen ist, vereinbarten wir Anfang 2012, dass ich – neben dem Bürokram für die Firma – nebenher eine neue berufliche Existenz aufbaue und eine 2-3jährige Ausbildung absolviere.
    Das Jahr 2013 lief dann geschäftlich richtig gut. Mit dem, was in dem Jahr unter dem Strich übrig blieb, stopften wir die bis dahin entstandenen privaten Mietrückstände und Schulden. Außerdem mussten wir wegen des Zusammenbruchs unseres alten Autos von heute auf morgen einen neuen (alten) Gebrauchtwagen kaufen, damit mein Mann weiterhin Aufträge ausführen konnte. Wir haben also nichts zurücklegen können.
    Ende 2013 musste mein Mann den Führerschein 1 Monat abgeben, blieb zuhause und machte in der Zeit nichts für die Firma. Im Frühjahr hatte er einen Unfall und musste 3 Monate lang einen Fuß hochlegen. Anstatt von zuhause Kontakte zu knüpfen, tat er 3 Monate lang nichts. Als er wieder fit war, musste er einige Wochen später wieder seinen Führerschein 1 Monat lang abgeben und tat auch in der Zeit wieder nichts, weil er „ja nirgends hin kann“. Ich kenne mich mit dem technischen Part der Firma nicht aus und konnte, bis auf den Bürokram, meinem Mann die Arbeit nicht abnehmen und habe es auch nicht eingesehen, da er ja hätte telefonieren und Emails schreiben können. Ich musste mich weiter auf meine Ausbildung konzentrieren.
    Seit April 2014 ist mein Mann aus dem Insolvenzverfahren heraus. Für das Jahr 2013 dürften nach meiner Schätzung um die 20.000€ EK-Steuerschulden aufgelaufen sein, vielleicht auch etwas weniger. Außerdem werden die Krankenkasse (freiw. versichert) und Betriebshaftspflichtversicherung für den Zeitraum noch Nachforderungen stellen. Geld, das ich nicht habe. Da letztes Jahr aus genannten Gründen schlecht lief und ich im letzten Sommer einen Dispo bei der Bank beantragen musste, befindet sich das Konto nun auch seit Monaten im Minus, obwohl mein Mann mir zusicherte, das sei nur für ein paar Wochen.
    Er vertröstet mich ständig, aber wir können keine Rechnungen und die Miete nicht bezahlen. Ich muss mich jetzt auf meine Prüfung vorbereiten, und nun schwebt die ganze Zeit ein Damoklesschwert über mir. Die Einkommensteuererklärung 2013 hab ich wegen der schlechten Lage noch nicht abgeben mögen. Ich bin mit den Nerven so fertig, dass ich gar nicht daran denken mag. Die Krankenkasse schickt ständig Formulare für die Einkommensmitteilung. Ich bin dort jetzt 2 Monate im Rückstand und weiß nicht, was ich denen sagen soll. Mein Mann vertröstet mich ständig. Es sind aber keine Aufträge in Sicht.
    Ich habe ihn gebeten, die Firma mit allen Rechten und Pflichten, einschließlich Verbindlichkeiten, zu übernehmen. Ist es möglich, in dieser Situation eine unentgeltliche Betriebsübergabe vorzunehmen? Es ist schließlich seine Arbeit, mit der ich mich nicht auskenne, zumal er Entscheidungen oft über meinen Kopf hinweg trifft und meine Meinung oft ignoriert, z. B. was die Gestaltung der Homepage betrifft usw. Wenn ich die Firma abmelden würde, hätte ich sofort die Zahlungsaufforderungen am Hals. Wenn ich die Firma an meinen Mann abgeben könnte, wäre ich aus der Sache raus. Oder?

    1. Hallo,
      wenn Sie eine Einzelfirma betreiben, das Gewerbe also auf Ihren Namen angemeldet ist, dann kann man das Unternehmen nicht einfach auf den Ehemann übertragen und Sie sind alle Schulden los. Leider haften Sie persönlich für all diese Schulden. Wenn die Firma Ihnen nur Unglück bringt, dann melden Sie das Gewerbe ab und stellen die Zahlungen ein. Versuchen Sie wenigstens die Miete und andere existenzielle Dinge zu bezahlen. Notfalls holen Sie sich Unterstützung vom Amt. Dann beantragen Sie eine Insolvenz um die Schulden loszuwerden.

  30. hallo herr franzke
    aufgrund verschiedener ursachen bin ich gezwungen insolvenz anzumelden. Ich bin bereits bei einer schuldnerberatung. ich besitze eine physiotherapie praxis die jetzt erst gut läuft. die beratung sagt ich darf meine praxis behalten. nun hat sich eine kollegin angeboten die praxis zu übernehmen und das Inventar rauszukaufen und mich anzustellen. was wäre besser?
    mfg

    1. Hallo,
      schwierige Frage. Wenn Sie in die Insolvenz gehen, dürfen Sie auf jeden Fall die Praxis behalten. Allerdings würde ein Gutachter Ihr Praxismobiliar bewerten und dieses müssten Sie ihm dann „abkaufen“. Dann können Sie ganz normal weitermachen und müssten ihm halt einen fest vereinbarten monatlichen Betrag von z.B. 100 EUR bezahlen. Sie können aber auch über Ihr Kollegin weitermachen. Seien Sie sich dann aber bewußt, dass Sie nichts gegen sie in der Hand haben. Sie könnte Sie einfach rauswerfen und sie würde alleine weitermachen.

  31. Sehr geehrter Herr Franzke,

    ich betreibe seit 2007 als Einzelunternehmer drei kleine Einzelhandelsgeschäfte. Anfang 2014 bin ich aus privaten Gründen in die USA gezogen und habe die Läden von meinem Stellvertreter weiterführen lassen. Leider sind nun die Umsätze so stark gesunken, dass ich in nur einem Jahr rund 60 Tsd Euro Schulden angehäuft habe. Gerne würde ich die Läden liquidieren und danach ggf. Privatinsolvenz anmelden. Leider bin ich aber bei einem der Läden an einen langfristigen Mietvertrag gebunden (Centermietvertrag). Da ich bereits aus Deutschland abgemeldet bin: Kann ich dann überhaupt eine Privatindolvenz beantragen? Mein „eingetragener Lebenspartner“ und ich verdienen beide Geld in den USA. Kann das Auslandseinkommen in Deutschland herangezogen werden? Auch das meines Partners? Wenn ja, in welcher Höhe? Für Ihren Rat möchte ich mich schon jetzt ganz herzlich bedanken. Ich bin froh auf Ihre Seite gestoßen zu sein. Mit freundlichen Grüßen Herr Hoor

    1. Hallo, Sie können die Läden einfach zuschließen, das Gewerbe abmelden, die Mitarbeiter entlassen und fertig. Eine Insolvenzantragspflicht besteht für Sie nicht. Der Mietvertrag kann Ihnen egal sein, wenn Sie eine Insolvenz planen. Allerdings ist eine Insolvenz nach dt. Recht nicht möglich, solange Ihr Lebensmittelpunkt nicht in Deutschland ist. Es zählt das Welteinkommen und Ihr Partner wird nicht hineingezogen. Haben Sie mal über eine Insolvenz in England nachgedacht? Das wäre in Ihrer Situation das Beste.

      1. Hallo Herr Franzke,

        ich danke Ihnen für Ihre schnelle Antwort. Sie schreiben, dass eine Insolvenz nach dt. Recht nicht möglich ist, solange nicht mein Lebensmittelpunkt in Dtld. ist. Sie empfehlen mir stattdessen über eine Insolvenz in England nachzudenken. Aber auch da ist ja nicht mein Lebensmittelpunkt. Ist das für England nicht entscheidend? Mein Gedanke war die Läden zu schliessen und bei einer eventuellen Rückkehr nach Deutschland in einigen Jahren eine Insolvenz zu beantragen, da dann dort wahrscheinlich noch einige Gläuber auf mich warten werden. Gibt es Verjährungsfristen für die Ansprüche der Gläubiger? Könnten die ihre Ansprüche auch in den USA gegen mich durchsetzen?

        1. Ach so. Ja dann stellen Sie den Antrag eben in Deutschland, wenn Sie eines Tages dort zurückgekehrt sind. Vollstreckungstitel sind 30 JAhre gültig und ab und zu kommt es vor, dass ein Gläubiger in USA eine dt. Forderung vollstreckt.

  32. Hallo Herr franzke,
    Ich ärgere mich gerade darüber nicht vorher hier gelesen zu haben.
    Aber vielleicht ist es noch nicht zu spät.
    Ich bin selbständig, Kleinunternehmen, ein Mann Betrieb mit Aushilfen.
    Ich bin mit Altlasten belastet, wollte einen Neustart versuchen.
    Mein jetziges kleines Unternehmen ist absolut sauber und für mich rentabel.
    Aber ich wollte auch privat wieder ruhig schlafen, ich habe privat Schulden, sowie auch noch einiges aus einer älteren, nicht mehr existierenden Selbständigkeit.
    Ich habe vor einer Woche Insolvenz beantragt, jetzt sieht es so aus das ich fast gezwungen bin mein Unternehmen aufzugeben. Mir bleibt nichts zum Leben, ich kann keine Einkäufe tätigen, meine Einnahmen gehen sofort zum Verwalter.
    Somit bin ich aktuell ab morgen gezwungen alles dicht zu machen.
    Kann ich von diesem Antrag noch zurück treten?? Wiederspruch einlegen, der Beschluss ist erst am 17.12. raus gegangen. Und dann doch lieber mit einem schutzschirmverfahren beginnen???
    Bitte geben sie mir einen Rat wie ich am besten vorgehe. Und ob ich überhaupt noch in der Lage bin noch mal anders anzufangen.
    Mit freundlichen Grüßen
    Manuela

    1. Hallo,
      weil Sie eine Einzelunternehmerin sind, gibt es keinen Unterschied zwischen privaten und geschäftlichen Schulden. Beantragen Sie also eine Insolvenz, ist sowohl das private Vermögen betroffen, als auch das geschäftliche.
      Es wäre Quatsch, jetzt den Insolvenzantrag zurückzunehmen, denn dann wären Sie für drei Jahre gesperrt. Besser ist es, dass Sie den Insolvenzverwalter auffordern, den Gewerbebetrieb aus der Insolvenzmasse freizugeben, gegen regelmäßige Zahlung eines Betrages von beispielsweise 100 EUR monatlich. Dann können Sie mit Ihrem Unternehmen wieder schalten und walten wie Sie wollen.

  33. Sehr geehrter Herr Franzske,

    vielen Dank für den guten Überblick.
    Wir haben folgendes Problem:
    Unsere GmbH hat ein Darlehen bei einem Gersellschafter in Höhe von 13.500 €. Der Kontobestand beträgt nur circa 1.000 €. Ansonsten bestehen keine weiteren Verbindlichkeiten. Wäre jetzt eine Insolvenz mit anschliessender Ablehnung des Verfahrens wegen Masse das Beste, wenn der Gesellschafter auf seine Forderungen verzichtet?
    Oder wäre ein anderer Weg vorzuziehen?
    Mit freundlichen Grüßen,
    Peter

  34. Hallo Herr Franzke.

    Kurzdarstellung:

    Vor ca. 10 Jahren ist mein damaliges Unternehmen in eine Schieflage geraten.
    Ich habe einer Person in meinem mittelständiges Unternehmen angeboten hier anfangen zu können. Diese Person ohne jegliche Prokura hat Geschäftsführerische maßnahmen getroffen. die mich in eine prekäre Situation brachten. Auch ein Zulieferer wurde von dieser Person angewiesen den Kreditrahmen für Warenlieferungen zu erhöhen. Es wurden auch Anzeigen geschaltet ohne mein Wissen und andere Warenlieferungen Veranlasst. Nach einem 3 tägigen Krankenhausaufenthalt mußte ich weiterhin feststellen das etwas wirklich nicht stimmt.
    Der Ablauf dieser Hergänge lief in einer Geschwindigkeit ab so das es mir nicht mehr möglich war dem zu folgen oder es zu verhindern da ich ständig Außendienstlich unterwegs war. (Es war sehr viel zu tun). Es wurde Ware mit Scheinrechnungen verkauft und der Betrag von der Person unterschlagen. Insgesamt war der Hergang in einer Art verworren und das Ende meines Unternehmens schneller als einem Lieb sein kann. Ich versuchte zu retten was zu retten war und verließ das Terrain, auch um einen klaren Kopf zu bekommen. Ich halte mich heute in einem anderen EU-Land auf, möchte aber zurück nach D und einen Neustart wagen.
    Da nach dem 30 Dezember 2014 eine 10 Jahresfrist abläuft möchte ich sie bitten mir eine Empfehlung für das bevorstehende Vorgehen zu geben.
    Der Schuldenbetrag dürfte sich auf über 100tsd € belaufen.

    Besten Dank!

  35. Hallo Herr Franke,
    Erstmal danke das es jemanden wie sie gibt der zumindest grob mal eine Richtung angibt.
    Ich bin Geschäftsführer bei einer Ltd & Co KKg. Wir hatten in den letzten 3 Monate Verbindlichkeiten von 10000 € angesammelt. Haben uns neu sortiert und von allem getrennt was wir nicht brauchen und erzielen wieder Gewinne. Ich habe mich mit allen Gläubiger in Verbindung gesetzt und konnte Ratenzahlung vereinbaren, diese sind aus dem laufenden Geschàft gedeckt und machen noch Gewinn. Musste ich trotz der Schulden Insolvenz für die Firma beantragen als Geschäftsführer ? Da es ja schon lange her ist als die Schulden gemacht wurden.

    Mit freundlichen grüßen
    Peter

    1. Das kann ich mit den wenigen Informationen noch nicht sagen. Zahlungsunfähigkeit tritt ein, wenn die fälligen Forderungen um ca. 10% höher sind, als die vorhandenen liquiden Mittel und Sie diese Deckungslücke in absehbarer Zeit nicht schließen können. Wenn Sie nun mit allen Gläubigern eine Ratenzahlung vereinbart haben und diese wirksam sind, dann dürfte die Zahlungsunfähigkeit behoben sein.

  36. Hallo,
    auch ich stecke in so einer Situation wie viele andere hier.
    Ich führe derzeit ein Einzelunternehmen im GalaBau Bereich. Wir haben zwar laufende mtl. Einnahmen im 5 stelligen Bereich aber durch einen Auftraggeber, der 2013 Insolvenz anmeldete sind wir dieses Jahr schon ca. mit 40000 Euro Schulden gestartet. Die wir nach und nach abzahlen. Da es allerdings in den letzten 2 Monaten zu Zahlungsverzögerungen kam, konnten wir keine Raten einhalten und unser Konto ist nun gänzlich gepfändet. Ausstehende Kundenrechnungen können nirgendwo hin überwiesen werden, da alle Onlineanfrage bei Bankunternehmen abgelehnt wurden. Mein Mann hat vor 2 Jahren schoneinmal den Finger gehoben und hat mich nun im Betrieb unterstützt. Autos wurden nun zwangsabgemeldet aufgrund Vers. Rückständen. Das Haus gehört meinen Schwiegerelten und wir bezahlen Miete. Wie müssen wir weiterverfahren? Was machen wir mit Maschinen etc. Firma abmeldem? Ist ein Antrag auf ALG2 überhaupt möglich? Wir haben einen Sohn (4) .

    1. Hallo, ich meine, dass Sie nun unverzüglich das Gewerbe abmelden und dann eine Insolvenz vorbereiten. Der schlimmste Fall das Haus zu verlieren, wird ja nicht eintreten, weil das Haus den Schwiegereltern gehört. Sie können erst einmal ALG II beantragen oder Sie suchen sich einen Job als Arbeitnehmerin. Später in der Insolvenz können Sie sich durchaus wieder selbständig machen.

  37. Hallo Herr RA Franzke,

    ich bin seit mehreren Jahren mit einem Einzelunternehmen (Handel) tätig. Die Umsätze sind leider in letzter Zeit nicht so toll. Da ich bei Finanzamt, Krankenkasse und anderen Gläubigern mittlerweile hohe Rückstände habe, möchte ich mein Gewerbe abmelden. Ich werde erst einmal Hartz4 beantragen.
    Meine Frage ist:
    Darf ich meinen Warenbestand dann noch verkaufen und habe ich dann trotzdem noch die Möglichkeit, nach einer gewissen Wartezeit Verbraucherinsolvenz zu beantragen ? Oder ist es hinderlich, wenn ich nur einen Offenbahrungseid abgebe. Ich möchte schon irgendwann schuldenfrei sein.

    Für eine schnelle Antwort wäre ich sehr dankbar.

    MfG

    1. Hallo,
      ja, Sie dürfen Ihren Warenbestand noch verbrauchen und das Geld für den Lebensunterhalt verbrauchen. Insolvenz können Sie dennoch beantragen. Der BGH hat es ausdrücklich erlaubt, das „Vermögen“ vor der Insolvenz noch aufzubrauchen.

  38. Guten Tag Herr Rechtsanwalt Franzke,

    wir sind Gläubiger der Bodensee Obstsaft AG Schlör in Radolfzell. Diese hat jetzt Insolvenz angemeldet. Der Geschäftsbetrieb geht aber weiter. Was bedeutet dies für Lieferanten von Obst und Inhaber eines Lohnsaftkontos. (Man kann entweder Sammelobst zum Pressen an die verkaufen – bekommt dann normalerweise nach einem Monat einen Scheck (!! 🙂 ) über diese Menge – bei BIO-Obst 12,50 €/Dz oder aber man liefert Obst zum Pressen, bekommt dann aber gegen das Pressentgelt ein Lohnsaftkonto, wo man ständig heraus Apfelsaft, dann ohne weitere Kosten abholen kann.) Wir haben seit Jahrzehnten so ein Konto mit ca. 2000 Liter (es gibt natürlich keine Webseite wo man sein Guthaben einsehen kann 🙂 ) „angehäuft“.
    Meine Fragen:
    a) wie geht das mit dem Weiterführen ohne daß die Quote der Anderen dann geschädigt wird und
    b) ist unser Lohnsaftkonto vergleichbar einer Sichteinlage bei einer Bank zu sehen oder ist das unser Eigentum und ein Verwahrungsvertrag – ich befürchte ersteres, da die Saftmenge ja nicht spezifiziert und absonderbar ist?

    Vielen herzlichen Dank,
    mit den besten Grüßen vom Bodensee/Hegau
    Till Wollheim

    1. Hallo, leider muss ich Sie enttäuschem. Ich habe mich entschieden, immer nur Schuldner zu vertreten, also die andere Seite. Deswegen möchte ich Ihre Frage nicht beantworten. Ich hoffe, Sie haben hierfür Verständnis.

  39. Ich grüße Sie herzlichst Herr Franzke, vielen Dank für die Möglichkeit sich hier zu Informieren und für den Austausch.
    Ich bin seit 2009 selbständig als Einzelunternehmen im SIcherheitsgewerbe, die letzten Jahre waren für mich nicht allzu sehr erfolgreich trotz mehr Umsatz sind meine Ausgaben gestiegen, so dass ich Zahlungsschwierigkeiten habe.Meine Kunden haben nicht pünktlich gezahlt etc..
    Ich habe finanzierende Autos bei verschiedenen Banken, wo ich Autos auf Finanzierung gekauft habe hier betragen die Restschulden. ca . 168.000 € beim Finanzamt für Umsatzsteuer sollten ca. 50.000€ und bei den Krankenkassen sind noch Forderungen in Höhe von 30.000€ offen.
    Ich habe 2013 ein Einfamilienhaus gekauft für 220.000 €. Ich würde sehr gerne Insolvenz anmelden und ein neu Start versuchen, als unselbständiger. Ich habe die letzten Monate mein Selbstbewusstsein verloren, ich habe kein Lebensmut mehr. Ich schade meinen Kindern 6 und 7 Jahre und meiner Familie.
    Das wichtigste für mich ist in diesem Fall das Haus zu retten. Ich möchte nicht die Kinder aus dem vertrauten Umfeld reißen.
    Ich möchte geregelt arbeiten und nach vorne schauen können . Bitte helfen Sie mir.
    Für das Haus hatte ich mir überlegt gehabt, ob ich nicht in das Grundbuch ein lebenslange Wohnrecht für meine Eltern eintragen lasse , damit das Haus nicht versteigert wird. Wie kann ich das Haus vor der Insolvenz retten. ? Ich würde / werde auch weiterhin die Raten versuchen zu zahlen Für das Haus bestehen auch keine Rückstände.

    Die Gesamtschulden mit dem Haus müssten bei 450.000€ liegen.

    Ich bitte Sie mir einen Tipp zu geben.
    Nochmals vielen, vielen Dank für die Möglichkeit hier von ihnen Tipps zur erhalten
    Ihnen und allen anderen Lesern hier auf ihrer Seite wünsche ich viel Erfolg und alles Gute

    Beste Grüße Sahin

    1. Leider habe ich keine gute Nachricht für Sie. Denn ich bin mir ziemlich sicher, dass Sie das Haus verlieren werden. Die finanzierende Bank ist nunmal ein Gläubiger und muss mit auf die Gläubigerliste. Sobald die Bank von der Insolvenz erfährt, kündigt sie den Kredit. Vielleicht lässt sich mit der Bank aber sowas wie ein Vollstreckungsstillhalteabkommen aushandeln, das heißt Sie bezahlen weiter und die Bank unterlässt die Vollstreckung. Das wäre dann sowas wie Miete. Suchen Sie das Gespräch mit der Bank.

  40. Hallo Herr Franzke,
    ich bin im öffentlichen Dienst angestelt und betreibe nebenbei ein Einzelhandelunternehmen (kleines Geschäft), dass von meiner Frau geleitet wird. Dieses läuft auch seit 15 Jahren eigentlich sehr gut. Leider ist der Umsatz in den letzten beiden JAhren so dramatisch zurückgegangen, dass sich eine Weiterführung nicht mehr lohnt und wir auch schon insgesamt mehrere tausend Euro investiert haben, um durch mehr Werbung, neue Sortimentaufnahmen auch neue Kunden zu erreichen. Leider erfolglos. Jetzt stellt sich für uns die Frage, was tun. Ich habe bei Ihnen gelesen, dass evtl. eine Geschäftsaufgabe und anschließende Privatinsolvenz von Vorteil wäre. Besteht dies auch in meinem Fall, da ich als Geschäftsinhaber ja voll haftbar bin, aber ein weiteres geregeltes Einkommen besitze. Meine Frau hat keinen Verdienst. Wir besitzen ein 2familienhaus in dem meine Schwiegereltern zur Miete bei uns wohnen. Für eine kleine Auskunft was evtl. sinnvoll wäre, wäre ich wirklich sehr dankbar.
    Mit freundlichen Grüßen
    Klaus Neuhauser

    1. Von einer Privatinsolvenz kann ich Ihnen nur abraten. Es steht zu viel auf dem Spiel. Sie würden das Haus verlieren und man würde Sie mindestens fünf Jahre pfänden. Eine Privatinsolvenz hat zwar keine dienstrechtlichen Konsequenzen, aber wie bereits geschrieben würde das Haus verloren gehen. Versuchen Sie erst einmal das Unternehmen zu schließen und das Gewerbe abzumelden. Danach versuchen Sie, sich mit den Gläubigern über eine Begleichung der Schulden zu einigen. Sie schreiben, dass es sich lediglich um mehrere 1000 € handelt, so dass eine Insolvenz sich wirklich nicht lohnen würde.

  41. Sehr geehrter Herr Franzke,

    Meine Mutter besitzt ein Blumengeschäft, Sie hat Mietschulden in Höhe von ca. 20.000 Euro und auch Krankenkassenbeiträge sind offen, die Sie in Raten versucht abzuzahlen. Löhne sind auch offen. Nun hat der Vermieter eine außerordentliche Kündigung geschrieben wenn wir nicht sofort zahlen und es würden Gerichtliche Maßnahmen folgen. Leider können wir nicht zahlen! Wir haben einen Termin bei der AWO. Wegen einer Geschäftsinsolvenz. Wir sind in voller Panik was nun zu tun ist. Mein Vater hatte gerade einen Herzinfarkt.

    Jetzt überlege ich (Tochter) in einem anderen Geschäft einen BLumenladen zu eröffnen. Ist das zu voreilig? Ich bin auch im Geschäft angestellt und habe dann keine Arbeit mehr. Die Rente von meinem Vater reicht für meine Eltern nicht aus um das Sie davon beide leben können. So würde ich meine Mutter anstellen. Das Geschäft selbst ist nicht so schlecht nur leider kamen Löcher die man stopfen musste und so kam der Kreislauf.

    Ich habe allerdings auch Angst vor einer Selbständigkeit aber auch keine Möglichkeit auf einen Job, hatte mich schon vorher überall beworben.

    Der Berater von der AWO sagte , es müsse dann eine Geschäftsinsolvenz werden da ja Geschäft-Schulden offen sind.

    Hoffe Sie können uns schnell einen Tipp geben wie wir vorgehen sollen!
    Herzliche Grüße,
    Stefanie L.

    1. Sie sollten auf jeden Fall ehrlich zu sich selbst sein. Ich kann mir gut vorstellen, dass ein Blumenladen ein ziemlich hartes Geschäft ist. Also hören Sie in sich selbst hinein und wenn Sie nicht wollen, dann lassen Sie die Selbstständigkeit besser sein. Auf jeden Fall wäre es ein falscher Ratgeber, wenn Sie sich nur deshalb selbstständig machen, um den Eltern einen Gefallen zu tun. Egal wie Sie sich entscheiden, die Eltern sollten auf jeden Fall zunächst einmal das Gewerbe abmelden und die selbstständige Tätigkeit einstellen. Erst danach beantragen Sie eine Privatinsolvenz.

  42. Sehr geehrter Herr Francke,

    ich bin Einzelunternehmer und habe mit Hilfe des KfW- Startgeldes im Jahr 2012 gegründet. Nach erfolgreichem Start des Geschäftes, ergaben sich leider innerhalb der erst 2 Jahre gravierende Probleme (Mietmängel und damit verbundene Minderungen die allerdings nicht anerkannt wurden) mit dem Vermieter des Laden Objektes. Nach langem Streit und anfänglichen Verhandlungen, gab der Vermieter Kommentarlos den Vorgang an den Gerichtsvollzieher weiter, der mir nun etwas das leben schwer macht!? Ich bin in der Zwischenzeit mit meinem Geschäft umgezogen, da läuft es aber leider nicht so gut wie erwartet… Zusätzlich habe ich mit zwei Partner im April diesen Jahres eine GmbH ( jeder mit einer Stammeinlage von 5000€) gegründet und wurde als Geschäftsführer berufen. Da ich zum Zeitpunkt der Gründung noch in Verhandlungen mit dem ehemaligen Vermieter stand und dieser angedeutet hat das man hier eine Einigung findet, habe ich die Firmenanteile nicht auf eine Vertrauenswürdige Person sondern auf mich selbst geschrieben. Nun meine Fragen:

    1. Kann ich mein altes Einzelunternehmen abmelden und das Inventar problemlos an eine Ltd. verkaufen, die auf meinen Geschäftspartner läuft und ich als Geschäftsführer eingetragen bin?

    2. Kann ich die Anteile an der GmbH aktuell 5000€ an eine vertrauenswürdige Person verkaufen und Geschäftsführer bleiben?

    3. Wenn ich die Raten für mein KfW Startgeld nicht mehr leisten kann und auch noch andere Gläubiger da wären die ich nicht bedienen kann, wie steht es dann mit einer Insolvenz? Ich würde gern als Kleinunternehmer der GmbH und der Ltd. Rechnungen stellen über Serviceleistungen ( um die Fixkosten so gering wie möglich zu halten), geht das überhaupt als GF oder muss das über ein festes Gehalt mit Sozialabgaben geregelt werden?

    Ich hoffe Sie sehen einigermaßen durch in meinem Sachverhalt und würde mich sehr über eine Einschätzung Ihrerseits freuen.

    MfG

    1. Die meisten machen das so, die in einer vergleichbaren Situation sind. Ich kann dazu aber in einem öffentlichen Forum Stellung nehmen, weil das was Sie da machen wollen, sehr grenzwertig ist.

  43. Sehr geehrter Herr Franzke,

    aufgrund von Pachtschulden stehe ich kurz vor der Insolvenz (1 Gläubiger). Kann ich mein Gewerbe (e.K.)+ Strom auch jetzt schon abmelden, obwohl der Pachtvertrag noch läuft und die Insolvenz noch nicht beantragt ist – um in einen neuen Job zu starten (Angestellter)?

    Oder macht es eventuell mehr Sinn mit Gewerbe in die Insolvenz zu gehen?

    Für eine kurze Antwort vorab vielen Dank.

    1. Ja, Sie können das Gewerbe schon jetzt abmelden. Danach beginnen Sie als Arbeitnehmer zu arbeiten. Es ist in jedem Fall besser, das Gewerbe zuerst abzumelden und danach ein Insolvenzverfahren einzuleiten, als umgekehrt.

  44. Hallo

    Meine Geschäftspartnerin (wir sind eine KG) und Ich haben im Jahr 2010 gemerkt das wir in einer Kleinstadt als Buchhandlung nicht weiterkommen….Also haben wir reagiert und sind Mitte 2011 in eine größere Stadt in ein neu eröffnetes Shopping Center als Bcuhhandlung eingezogen…Darlehen und alles was zu dem Umzug dazugehörte haben wir bekommen..alles ging reibungslos…Ist klar..Wir hatten zu dem Zeitpunkt ja auch einen Boni-Index von 1,7 ..Schon nach 3 Monaten wussten wir das es in diesem Center nicht gut für uns läuft..Das selbe Problem hatten auch die anderen Shop_Betreiber …Aber das ist jetzt nicht das Thema.. Nach langem Bitten konnten wir aus dem 10 Jahres Vertrag raus..das war Anfang 2013 ….Doch in dieser Zeit haben wir uns sehr hoch verschuldet..Lieferantenschulden,Mietschulden,Krankenkassenforderungen,Finanzamt usw.
    Während dieser Zeit haben wir eine Chance bekommen in einer kleinen Stadt eine Postagentur zu übernehmen die auf die bis zum heutigen Tag immer noch rentabel ist..Diese Postagentur ist eine KG..Zusätzlich wurde mir wegen erfolgreicher Führung der Postagentur in der Kleinstadt ein weiteres Angebot gemacht in einer größeren Stadt eine Postagentur mit Postbank zu übernehmen…..Diese Postagentur führe ich als Einzelunternehmer und habe meine Geschäftspartnerin aus der KG angestellt damit Sie Sozialversichert ist…Beide Postagenturen laufen gut..Die Große sogar sehr gut…Nun ist es so das die Altlasten(Gesamt 250T€) kaum zu bezwingen sind…Habe die Gläubiger und Gläubigerverwalter schon ziemlich runtergedrückt mit den monatlichen Raten..Ich versuche das nun schon seit 2013..Habe innerhalb 12 Monaten 32T€ schulden abbezahlt…Aber es reicht nicht..Ich möchte meine nun „gesundenBetriebe“ nicht verlieren…Ich möchte auch keine Ärger wegen „Verschleppung “ bekommen.. Es ist aber mit Insolvenz nicht so ganz einfach denke ich..Da ich in einem Postpartnervertrag stehe..und wenn ich in einer Insolvenz bin kann es sein das mich die Post als Partner kündigt..Es ist auch nicht so einfach einen „Strohmann“ z.B. meine Ehefrau mit einer Mini -GmbH davor zu stellen da wegen der Postbank und dem Bargeld mit dem wir arbeiten ja Bürgschaften in Höhe von 100T Euro auf meinen Namen hinterlegt sind die man nicht umschreiben kann. Dieser Schutzschirm wäre da doch eine Möglichkeit oder ? Da ich „nicht“ mit meiner Selbständigkeit aufhören möchte..Warum auch ..Die Geschäfte laufen gut…Sie sprechen immer von Kündigung der Verträge ? Welche Verträge meinen Sie da? Wie errechnen sich die Kosten bei dem Schutzschirmverfahren ? Bitte um Antwort…Ich hoffe das wird vertraulich behandelt

    1. Hallo,
      Sie sollten den Verpächter der Postagentur fragen ob er breit ist, die gesamten Verträge auf eine neue Firma wie z.B. UG umzuschreiben. Falls ja, sollte eine dritte Person schnellstmöglich eine UG gründen und dann wird der Vertrag umgeschrieben. Damit sind die Agenturen gerettet. Danach überlegt man sich, wie man Sie aus den Schulden bekommt. Entweder ein Vergleich oder eine Insolvenz. Diese würde dann aber spurlso an Ihnen vorübergehen, weil die Einkünfte ja in die neue UG fließen.
      Insolvenzverschleppung gibt es bei einer KG nicht, wenn es keine jur. Person als haftende Gesellschaft gibt.

      1. Hallo Herr Franzke

        Vielen Dank für die Antwort..
        Kommt dann in unserem Fall die Schutzschirmvariante nicht in Frage ?
        Wie meinen Sie das das es spurlos an mir vorbei geht ?
        MFG

        1. noch ne Frage..

          Geht das so einfach an jemanden anderes übergeben(z.Bsp.meine Frau ?) und dann Insolvenz anmelden..Wird das so akzeptiert ? Sieht der Insolvenzverwalter denn nicht das ich die Firma kurz davor weitergegeben habe ?

          MFG
          Valantis Saleas

  45. Hallo Herr Franzke,

    ich finde Ihre Seite sehr interessant und hoffe, dass Sie auch mir weiterhelfen können.

    Zuerst interessiert es mich natürlich, wie Sie Ihr Geld bekommen, wo ich doch pleite bin.

    Ich bin völlig zahlungsunfähig und meine Frau auch.
    Wir haben uns letztes Jahr ein Restaurant gekauft und wurden
    völlig vera……..! Wir haben alles gegeben was ging (wir haben noch 2 kleine Kids, 2 und 3 Jahre alt). Gestern haben uns die Stadtwerke den Strom abgestellt und wir haben den Besitzer der Immobilie darüber informiert, die Lebensmittel verteilt und entsorgt (ohne Strom halt keine Kühlung) und haben hinter uns abgeschlossen. Normalerweise hätte es möglich sein müssen, den Kaufvertrag rück-abzuwickeln, aber unser Anwalt scheint hierfür nicht der richtige gewesen zu sein. Jetzt ist alles zu spät denke ich. Die Krankenkasse hat schon mit Einreichung meiner Insolvenz gedroht. Unsere Schulden belaufen sich auf ca 230.000 €. Das ärgerliche ist, das Konzept ist gut, das sagen auch Zeitungen und Fernsehen. Aber es ist kein Geld mehr da. Ich habe meine kleine Familie mit diesem Unternehmen finanziell ruiniert, alle leiden in jeder Hinsicht. Ich weiß nicht was ich jetzt machen soll….Der Strom ist abgestellt….ich möchte einfach wieder atmen können…ich weiß keinen Rat mehr und glaube auch nicht jemanden bezahlen zu können, der uns helfen kann.

    Haben Sie dennoch einen Rat für uns.

    Herzlichen Dank!!!!

    1. Hallo,
      das klingt nicht gut. An Ihrer Stelle würde ich das Gewerbe abmelden und ALG II beantragen, damit wenigstens die Wohnung bezahlt wird, usw. Dann richten Sie sich ein Pfändungsschutzkonto ein. Dann kann erst einmal nicht mehr so viel passieren und die Existenz Ihrer Familie ist gesichert. Nachdem Sie sich erholt haben, suchen Sie sich einen neuen Job und beantragen dann eine Privatinsolvenz, um die Schulden zu besiegen.

  46. Sehr geehrter Herr Franzke,

    zuerst möchte ich Ihnen herzlich für Ihr Engagement mit dieser Website danken! Solch differenzierte und hilfreiche Informationen habe ich bisher noch von keiner Seite erhalten.

    Als freiberuflicher Berater in Unternehmen ist mir vor etwas mehr als einem Jahr nach 12 Jahren durch strukturelle Veränderungen mein bisheriges Arbeitsfeld fast vollständig weggebrochen. Seither wird mir auch jede Einnahme über der Pfändungsgrenze abgezogen. Um meine Existenz zu sichern, habe ich eine Teilzeitanstellung im öffentlichen Dienst angenommen und werde diese wohl auch dauerhaft behalten können. Das nimmt mir zwar die Möglichkeit, freiberuflich im Glücksfall ein bedeutendes Geld zu verdienen, gibt mir aber Sicherheit – was mir nach diesen Erfahrungen viel bedeutet.
    Allerdings möchte ich auch meine Beratertätigkeit mit einer etwas veränderten Ausrichtung nebenberuflich weiter betreiben, weil ich meine besondere Kompetenz und Spaß durch das geschäftliche Unglück ja nicht verloren habe und ich so ein zusätzliches Einkommen haben kann.
    Da sich durch die damalige Entwicklung beträchtliche Schulden angehäuft haben, die ich sicher nicht mehr begleichen kann, werde ich wohl in die Insolvenz gehen müssen.
    Bei einem Gespräch mit einem Insolvenzanwalt (der als Insolvenzverwalter tätig ist) im letzten Jahr riet mir der, das neue Insolvenzrecht im Juli dieses Jahres abzuwarten und dann den Insolvenzantrag zu stellen.
    Ich traue es mir zu, innerhalb der Dreijahresfrist die 35% meiner Schulden aufzubringen. Der Insolvenzanwalt rechnete mir aber vor, dass ich in diesem Fall zusätzlich noch einmal die Hälfte dieser Summe an Gebühren für den Verwalter und Gericht aufbringen muss. Da ist es schon nicht mehr sicher, ob ich das schaffe und ich halte diese hohen Gebühren für absolut kontraproduktiv.
    Ich muss gestehen, dass ich große Angst habe, hier etwas falsch zu machen und meine Probleme noch zu verschlimmern und bin für jeden kompetenten Rat dankbar.
    Ist es ratsam, eine kleine GmbH zu gründen bei der ich dann angestellt bin? Und wenn ja, wäre das dann vor oder nach dem Insolvenzantrag sinnvoll? Und haben Sie einen Tipp, wie jemand in meiner Situation eine kompetente Beratung wie die Ihre finanzieren kann?
    Herzliche Grüße und vielen Dank für Ihre Antwort!

    1. Hallo,
      die dreijährige 35% Regelung ist völliger Quatsch und wegen der zusätzlich zu erstattenden Kosten nicht zu leisten. Macht also keinen Sinn für Sie. Gründen Sie vor der Insolvenz so schnell wie möglich eine miniGmbH und lassen Sie sich dort geringfügig anstellen. Natürlich dürfen Sie nicht der Gesellschafter sein und Sie sollten auch nicht der Geschäftsführer sein, sonst ist Ihr geringes Gehalt nicht gerechtfertigt.
      Wenn Sie dann ein verkürztes Insolvenzverfahren anstreben, empfehle ich Ihnen das Insolvenzplanverfahren. Das ist ein Vergleich mit den Gläubigern unter gerichtlicher Aufsicht. Damit wären Sie bereits nach ca. 9 Monaten aus allem raus, aber die Summe die man den Gläubigern bieten muss, wird ca. 10.000 EUR betragen. Gerne berate ich Sie hierzu. Bei Bedarf schicken Sie mir einfach eine Mail und ich melde mich darauf.

  47. Hallo Herr Franzke,
    vielen Dank für die Seite hier. Ein wenig kann ich jetzt schon wieder atmen.
    Ich betreibe ein kleines Einzelhandelsgeschäft und habe aber seit Monaten kaum noch Umsätze. Generell ist in unserer Kleinstadt wenig bis gar nichts mehr los.
    Ich habe alles mögliche versucht, um mein mich über Wasser zu halten und auch um meine Schulden bei Lieferanten zu bezahlen. Leider kann ich nichts zahlen, wenn kein Geld in die Kasse kommt.
    Heute hat mein Hauptlieferant eine Kontopfändung beantragt. Ich bin also völlig zahlungsunfähig. Nicht einmal kleine Raten kann ich so tilgen. Mein Lebensgefährte hat für einen Kredit und einen KK in Höhe von 25,000 Euro gebürgt.
    Da das Konto ja gepfändet wurde, kann ich die Rate am Monatsende nicht zahlen – bestenfalls bar einzahlen.
    Ich bin nicht mehr in der Lage, klar zu denken. Soll ich umgehend die Geschäftstätigkeit einstellen? Ich kann Arbeitslosengeld beantragen, da ich mich freiwillig versichert und immer pünktlich gezahlt habe. Damit könnte ich den Bankkredit weiter zahlen? Ich bin verwirrt und völlig mit der Situation überfordert.

    Grüße Rieke S.

    1. Hallo,
      Falls Sie das tröstet: Fast allen Meschen geht es so, die in Ihrer Situation stecken. Also, Fakt ist, dass das Geschäft nicht mehr läuft. Um als Selbständiger einen Ausgleich zu bekommen für den Stress und den Zeitaufwand, sollte sich die selbständige Tätigkeit finanziell auf jeden Fall lohnen. Andernfalls brennt man irgendwann aus. Ich sehe bei Ihnen, dass die Geschäftsidee nicht mehr läuft. Also gestehen Sie sich diesen Umstand ein, schließen die Tür Ihres Einzelhandels zu, schicken dem Vermieter den Schlüssel, stellen alle Zahlungen ein, melden das Gewerbe ab und beantragen erst einmal Arbeitslosengeld, zum Glück haben Sie freiwillig eingezahlt. Das Ladengeschäft lassen Sie einfach so, wie es ist. Das Arbeitslosengeld lassen Sie auf das Konto Ihres Freundes überweisen und dann stellen Sie sich erst einmal tot und erholen sich. Später können wir die Schulden anhand einer Privatinsolvenz aufarbeiten. Die schlechte Nachricht ist allerdings, dass Ihr Freund auf der Bürgschaft sitzen bleibt.

      1. Danke für die schnelle Antwort. Eine Frage habe ich da allerdings. „Das Geschäft einfach so stehen lassen?“ Mit allem drin? Dann kann doch mein Vermieter nicht weiter vermieten. Ich habe eine Unterstellmöglichkeit für die Restwaren (Kleidung) und die Geschäftsausstattung (Regale, etc. gehören gar nicht mir, sondern wurden mir zur Verfügung gestellt). Gibt es Probleme, wenn ich die Restwaren bei einer Bekannten in einem leerstehenden Raum unterstelle?
        Grüße RS

        1. Sie müssen das Vermieterpfandrecht berücksichtigen. Dieses entsteht automatisch, sobald Sie mit einer Miete in den Rückstand geraten. Wegen des Vermieterpfandrechts dürfen Sie die Geschäftsräume nicht einfach ausräumen. Fragen Sie den Vermieter. Ist er einverstanden, dass Sie die Räume leermachen, dann können Sie die Ware ausräumen. Falls er dagegen ist, lassen Sie besser die Finger davon.

  48. Guten Tag,

    im letzten Jahr bin ich leider mit einer Unternehmung baden gegangen und habe seitdem Schulden im 6-stelligen Bereich, die ich voraussichtlich über ein Insolvenzverfahren bereinigen werde.

    Um nun weiterhin selbstständig zu bleiben, plane ich die Gründung einer Auffanggesellschaft mit einer Vertrauensperson über eine Ltd. & Co. KG. Inhaber der Limited sowie der KG ist die Vertrauensperson. Ich würde als Director der „ruhenden“ Ltd. bestellt und somit als Komplementär auch die Geschäftsführung der Co. KG übernehmen.

    Die neue Gesellschaft hat nichts mit dem alten Betrieb zu tun und es wurden ebenso keine Vermögenswerte sowie Betriebsmittel verschoben.

    Ist diese Konstellation unbedenklich oder ist es empfehlenswert, die Vertrauensperson ebenfalls als GF der Ltd. einzustellen, damit hier kein illegaler Gestaltungsmissbrauch unterstellt werden kann?

    Ich freue mich auf Ihre Antwort.

    1. Es ist in Ordnung, so vorzugehen. Gestaltungsmissbrauch liegt nicht vor, weil neues Geschäftsfeld. Vertrauensperson kann, aber muss nicht Geschäftsführer sein.

  49. Hallo,

    meine Frage bezieht sich auf Wohneigentum und Insolvenz.
    Ich bin Teilhaber einer GbR und habe vor mir Wohneigentum zu zulegen.
    Nun stelle ich mir im Vorfeld die Frage ob es einen Wege gibt, im Falle einer Insolvenz die Wohnung zu retten.

    Daniel

    1. Das Problem in deratigen Konstellationen ist in der Regel gar nicht einmal das Eigentum, sondern der Immobilienkredit, den die Gesellschafter der GbR gemeinsam abschließen und für den sie gemeinsam haften. Geht ein Gesellschafter pleite, kann die Bank gegenüber allen Gesellschaftern wegen Vermögensverfalls kündigen. Davor können Sie sich nicht schützen.

  50. Hallo,

    ich habe eine kleinen Laden mit Backwaren und Cafe seit dem 01.05.14. Leider funktioniert es nicht so, wie ich mir das vorgestellt habe. Viele Rechnungen sind aufgelaufen und SV und Löhne sind auch nicht alle bezahlt. Ich habe gehofft, dass ich durch einen Kredit noch was retten kann, habe aber keinen bekommen. Mitarbeiter habe ich alle entlassen. Ich werde diese Woche noch bis Freitag ausverkaufen, da ich noch Ware habe. Soll ich dann mein Gewerbe abmelden? Muss ich einen Insovenzantrag stellen?
    Was muss ich beachten? Ich habe leider keinen Anwalt, da ich den mir auch nicht leisten kann. Ich habe schon Hartz 4 beantragt. Mein Partner hatte davor eine Bäckerei, da sind eigentlich nur 2 Teillöhne offen (wegen Streit vor Gericht) und eine Pacht (lief auch über das Gericht). Wir haben alles versucht wieder auf die Füsse zu kommen, aber leider ist es uns nicht gelungen. Mein Partner hat auch Hartz 4 beantragt, bzw. wir zusammen, da wir gemeinsam mit unseren 2 kleinen Kindern wohnen. Die ehem. Verpächter haben nun schon das Konto von meinem Partner gepfändet. Auch Steuerschulden sind bei ihm vorhanden. Wie gehen wir am besten vor? Wir wollen nichts falsch machen! Ich hoffe, Sie können uns helfen.

    Ich bedanke mich im voraus und verbleibe

    mit freundlichen Grüßen

    Tanja K.

    1. Hallo,
      gehen Sie genauso vor wie Sie begonnen haben. Melden Sie das Gewerbe ab und wickeln Sie möglichst alles alleine ab. Nachdem das Geschäft abgewickelt ist können Sie in Ruhe einen Insolvenzantrag stellen, um sich zu entschulden.

  51. Sehr geehrter Herr Franzke,

    die Situation in meinem Unternehmen (GmbH im Spielwarengewerbe) hat sich in diesem Jahr deutlich verschlechtert. Da etwa 50% des Jahresumsatzes im 4. Quartal erzielt werden, habe ich immer auf ausreichende Liquidität für die ersten 3. Quartale geachtet, diese ist jedoch wegen nicht zufriedenstellender Geschäftsentwicklung in 2014 quasi aufgezehrt.

    Durch das i.d.R. starke 4. Quartal werde ich zwar das Jahr 2014 mit positiver Liquidität abschliessen (ca. 50.000 EUR), bilanziell sind zwischen 50.000 und 100.000 EUR Verlust zu erwarten (erstmals in 12 Geschäftsjahren nicht mind. eine schwarze Null).

    Die verbleibenden 50.000 an Liquidität kommen aus einem Darlehen von meinem Vater an die Gesellschaft, welches ich zum Jahresende zurückführen könnte. Dann hätte die Gesellschaft gar keine Liquidität mehr.

    Der bis dato mündliche Darlehensvertrag aus 2014 würde auch die Möglichkeit lassen, diese 50.000 EUR im Unternehmen zu belassen. Diese Liquidität reicht absehbar allerdings nicht, die ersten drei Quartale 2015 zu überstehen, bis wieder richtig Umsatz gemacht wird (auch wenn damit sogar ein positives Jahresergebnis 2015 nicht unwahrscheinlich wäre, weil es in diesem Jahr einige unglückliche Einmaleffekte gab). Einer Finanzierung der fehlenden Liquidität über einen Betriebsmittelkredit oder Dispo würde die Bank nicht zustimmen, weil keinerlei persönliches Vermögen vorliegt.

    Die Bankverbindlichkeiten liegen bei ca. 250.000 EUR bei einer Bank, die in den nächsten 4 Jahren zu tilgen sind. Insbesondere die hohen Tilgungsraten des zu kurz laufenden Kredits von über 70.000 p.a. machen mir zu schaffen.

    Bis einschließlich 2013 hat die Gesellschaft immer solide Ergebnisse geliefert, so dass die Bank gerne Kredite vergab (mit Kreditausfallversicherung bei der Landesbank – dies bringt dem Unternehmer aber nichts, sondern nur der Bank, richtig?). Es liegt eine vollumfängliche persönliche Haftungsübernahme durch mich vor; dies hat die Bank aus verständlichen Gründen verlangt. Das Verhältnis zur Bank ist freundschaftlich, sie ahnen nichts von der schwierigen Situation, was ich aber auch nicht zum Thema machen möchte.

    Meine erste Frage ist folgende: Wäre es geboten, Ende 2014 das Schutzschirmverfahren anzustreben mit der Begründung nicht ausreichender Liquidität, um damit in Verhandlungen mit der Bank zu treten? Würde diese die Kreditverträge sofort kündigen, könnte sie max. 20.000 aus Verwertung des Anlage- und Umlaufvermögens erwarten – es blieben 230.000 EUR offen, für die ich persönlich haften würde. Ich könnte der Bank natürlich anbieten, meinen Vater darum zu bitten, ein Vergleichsangebot über 50.000 EUR zu machen, damit diese mich nicht in die Privatinsolvenz treibt.

    Zweite Frage: Wäre dies ein denkbares Vorgehen und die Bank nach Ihrer Erfahrung einverstanden mit einer solchen Vergleichsquote?

    Dritte Frage: Kann es sich positiv auswirken, dass auch mein Vater Gläubiger ist (wenn ich z.B. nur 30.000 zurückführen könnte), weil doch bestimmte Entscheidungen der Gläubiger nur zusammen gefällt werden dürfen?

    Ziel wäre es, das Geschäft in reduzierter Form weiter zu betreiben (Kosten reduzieren durch Shop-in-Shop Untervermietung und damit einhergehende Mitarbeiterreduktion), was mit den hohen Rückzahlungsverpflichtungen an die Bank nicht möglich wäre.

    Und zu guter Letzt: Mit welchen Kosten hätte ich in ungefähr zu rechnen, wenn ich Sie mit der Wahrnehmung meiner Interessen beauftragen würde?

    Mit Dank und herzlichem Gruß
    Maria

    1. Hallo,
      ob Sie ein Schutzschirmverfahren durchlaufen können oder nicht, hängt nicht von der Höhe der Schulden ab, sondern davon, ob das Unternehmen während des Sanierungsprozesses und danach rentabel läuft. In einem Schutzschirmverfahren kann man beispielsweise unentable Verträge kündigen und der gesamte Schuldendienst fällt weg. Gelingt es anhand derartiger Einschnitte, das Unternehmen wieder in die Gewinnzone zu heben, ist der Weg zum Schutzschirmverfahren offen. Das alles muss man mit einer Liquiditätsplanung unterlegen.
      Ein Schuttzschirmverfahren lohnt erst aber einer bestimmten Unternehmensgröße, weil die Kosten beträchtlich sind. Andernfalls wählt man den Weg der übertragenden Sanierung, indem man in die Insolvenz geht und dem Insolvenzverwalter die werthaltigen Unternehmensanteile abkauft.
      Gerne berate ich Sie hierzu. Ein Termin wäre dann aber sinnvoll.

  52. Guten Abend Herr Franzke,

    Mein Vater betreibt als einzelunternehmer eine kfz-werkstatt mit einer kleinen LKW-Vermietung (30 Fahrzeuge) und macht monatlich etwa 70-80tsd Umsatz mit seinen 5 Mitarbeitern. Mein Vater ist bereits 65 und kurz vor seiner Rente. leider ist er in den vergangenen Monaten immer wieder auf Kunden gestoßen die seine Fahrzeuge als Totalschaden zurückbrachten (keine Kasko) und er blieb auf den kosten sitzen. Es bildete sich eine Kette, Lieferanten konnten nicht bezahlt werden, Krankenkassen und Löhne ebenfalls, das einzige ist das Finanzamt wo er keine Schulden hat, wobei die vergangenen 6 monatsunterlagen noch nicht beim Steuerberater abgegeben wurden.
    Gesamtschulden wenn man das Finanzamt mitberechnet belaufen sich bei etwa 150000€!
    Meine Eltern besitzen zwei Eigentumswohnungen. Gibt es da Möglichkeiten die Firma auf mich umzuschreiben ohne Probleme mit den Wohnungen zu bekommen? Ich habe meinem Vater im Jahre 2012 zum ersten mal 60000€ geliehen und im Jahre 2013 waren es 110000€ welches ich mir zum großen Teil aber ebenfalls geliehen habe. Für beide dieser Summen habe ich mit meinem Vater einen Darlehensvertrag geschlossen. Kann man es so aussehen lassen, falls es zu einer Insolvenz kommt, dass mein Vater nicht in der Lage ist mir das Geld zurückzuzahlen, und wir aus diesem Grund den Darlehensvertrag zum Kaufvertrag für die Wohnungen umschreiben??
    Ich würde das geschäft gerne weiterführen, jedoch nicht wenn ich mich dafür hoch verschulden würde.

    Ich danke ihnen bereits jetzt für ihre Antwort.

    Gruß

    1. Hallo,
      weil es sich um eine Einzelfirma handelt, können Sie diese nicht einfach auf Ihren Namen umschreiben. Sollte Ihr Vater zahlungsunfähig werden, sind die Wohnungen weg und auch die von Ihnen gewährten Darlehn. Falls Sie das Unternehmen „weiterführen“ wollen, dann gründen Sie eine neue Vermietung und fangen sozusagen von vorne an. Sie können allenfalls die Assets aus der Firma Ihres Vaters kaufen, aber dies nur mit größtem Bedacht, weil häufig anfechtbar.

  53. hallo Herr Franke!

    Ich habe ihren Beitrag und die kommentare gelesen. Großes Lob an ihr Engagement !

    Nun, ich möchte von meiner Situation erzählen, vielleicht haben Sie auch einen Tipp für mich.

    Ich bin seit ca. 7 selbstständiger Webdesigner (Gewerbe angemeldet) und habe seit ca. 1 Jahr ärger mit dem Finanzamt und der Krankenkasse. Da ich teilweise ein wenig bei der Buchführung geschlampt habe und Abgabetermine nicht eingehalten habe, haben diese mich geschätzt und verlangen ca. 14000 Euro von mir. Hintergrund waren finanzielle Engpässe und ich konnte meinen Steuerberater nicht bezahlen. Der hat mittlerweile Geld bekommen und ist wieder tätig für mich. Allerdings lässt das Finanzamt nicht mit sich reden. Das FA hat bereits einen Antrag auf gewerbeuntersagung gestellt, dieses konnte ich aber mit bestehenden Aufträgen abwenden. Jedoch hat das Fa seit Monaten mein konto gepfändet und ich hab keinerlei Möglichkeiten, das in absehbarer zeit zu ändern, da meine Einnahmen pro Monat bei ca. 3000 euro liegen. Jedoch kann ich die nachträglichen Forderungen wie z.b. Vorsteuer USW. Ans Finanzamt nicht bedienen (weil das Konto halt gepfändet ist) Meine Fixkosten trägt ein Geschäftspartner , allerdings nicht die krankenkasse (aktuell ca. 5000 Euro)

    Meine Frage: kann ich das Gewerbe abmelden und als Freiberufler weiter arbeiten ? Ich würde es so deichseln, das ich unterhalb der steuerpflichtigen Grenze arbeite. Ist sowas möglich ? Gibt es eine Variante wie ich die Schulden bei der Krankenkasse und dem Fa loswerde ? Ich habe bestehende Kunden mit Aufträgen, allerdings auch nur 2 Hände und ein kopf. Jedoch machen mich diese Lasten ein wenig mürbe und ich möchte das gerne abschließen und quasi neu anfangen.

    Mit freundlichen Grüßen, Meik H.

    1. Hallo,
      nein, Sie können nicht das Gewerbe abmelden und als Freiberufler weitermachen. Sie sind ein und dieselbe Person. Sie können aber eine dritte Person fragen wie beispielsweise Ihre Mutti oder eine sonstige Vertrauensperson, ob diese für Sie eine Mini GmbH gründet und Sie führen darin das Geschäft fort. Die Sache hat aber den Haken, dass die Vertrauensperson zumindest vorübergehend auch den Geschäftsführer machen würde, denn wenn der Geschäftsführer schlechte SCHUFA-Einträge hat, bekommt die Mini GmbH kein neues Konto. Sobald die Mini GmbH steht, melden Sie das Gewerbe ab und versuchen die Schulden irgendwie in den Griff zu bekommen. Vielleicht ist der Geschäftspartner aber auch bereit, Sie als Arbeitnehmer anzustellen, denn offensichtlich lohnt sich das Geschäft bei all den Kosten nicht richtig. Aber das müssen Sie entscheiden.

  54. Sehr geehrter Herr Franzke

    zunächst vielen Dank für die aufschlußreichen Kommentare und Berichte.

    Ich selbst stehe jetzt vor der Entscheidung, Insolvenz oder nicht?

    Ich habe mit einer Gesellschafterin 2011 eine Agentur gegründet, die schwarze Zahlen schrieb. Mitte 2013 haben wir ein Projekt begonnen, dass durch ein KFW-Darlehen mit 100.000 Euro gefördert wurde (jeweils 50.000) und dafür eine GbR gegründet. Im März stieg die Gesellschafterin plötzlich aus und ich übernahm durch eine Auseinandersetzungsvereinbarung Ihre Hälfte und die Haftung. Eine neue Gesellschafterin stieg pro forma im Verhältnis 99/1 ein um die GbR zu erhalten. Nach dem Weggang der ersten Gesellschafterin wurde jedoch klar, warum sie so schnell weg wollte. Momentan liegen die in nur wenigen Monaten aufgetretenen Verbindlichkeiten und Forderungen bei ca. 60.000 Euro + 2 x 50.000 Euro KfW die ab 2015 fällig sind + Zinsen in Höhe von ca. 20.000 Euro.
    Aus einer eigentlich immernoch funktionierenden Agentur ist ein Fall für die Insolvenz geworden, oder nicht? Ich habe sie leider aufgrund der Auseinandersetzungsvereinbarung voll aus der Haftung genommen…
    Ich habe mit einer Insolvenzberatungsstelle gesprochen, die sagen ab in die Insolvenz. Ich bin mir aber beinahe sicher, dass mich die Bank, mit der ich ein sehr gutes Verhältnis habe, weiter unterstützen würde. Aber nur um noch mehr Schulden zu machen? Und wenn ich mit der Bank darüber spreche, gehen da nicht alle Alarmglocken los?

    Bin gespannt auf Ihr Feedback

    Herzliche Grüße
    Thorben Graf

    1. Hallo,
      naja, entweder Sie schaffen es, das Unternehmen alleine fortzuführen und die Kredite zu bedienen oder eben nicht. Um die Schulden los zu werden, haben Sie keine andere Lösung als Insolvenz zur Verfügung, denn die KfW lässt sich auf keinerlei Vergleiche ein. Wiel Sie eine Einzelunternehmer sind, besteht keine Insolvenzvantragspflicht. Das heißt, Sie können es bis zum letzten versuchen, das Unternehmen voranzubringen und den Turnarround zu schaffen.
      Ich bin mir übrigens nicht so sicher, ob der ehemalige Partner nicht doch auch ein Haftungsproblem hat. Auch wenn Sie im Innenverhältnis ihn von der Haftung freigestellt haben, so kann man im Außenverhältnis die Haftung nicht ausschließen.

      1. Sehr geehrter Herr Franzke

        danke für die Tipps. Irgendwie habe ich bei Ihnen das Gefühl, dass Sie einer der gaaaaaanz wenigen Berater sind, die nicht einfach nur Werbung für die Insolvenz machen wollen, sondern auch den Unternehmer, den Selbständigen verstehen, der nicht gleich alles aufgeben will.

        Ich kämpfe (fachlich nicht so sehr wie nervlich und emotional) nun seit einigen Monaten um den Turnaround. Er klappt, aber leider zu langsam. Um Kosten zu sparen musste ich einen Mitarbeiter von zwei entlassen. Weniger Leute, weniger Kosten, aber auch weniger Akquise. Hätte ich den Schuldenberg nicht, wären wir eine rentable kleine Agentur. Momentan kann ich noch für diesen Monat alle bedienenen, aber kommenden Monat meldet sich Bank und KfW und das war’s dann.

        Meine Fragen:

        Sollte ich erst das Gewerbe abmelden und dann in die Insolvenz?
        Wenn ja, was mache ich mit meinen Kunden. Kann ich diese weiter bedienen?
        Wenn ich Insolvenz anmelde, sind dann nicht die Konten automatisch dicht? Steigt die Anzahl der Schuldner dann nicht sofort automatisch, weil Mieten, Abgaben, Gehälter usw. nicht mehr bezahlt werden?
        Und was meinten Sie mit: „Ich bin mir übrigens nicht so sicher, ob der ehemalige Partner nicht doch auch ein Haftungsproblem hat. Auch wenn Sie im Innenverhältnis ihn von der Haftung freigestellt haben, so kann man im Außenverhältnis die Haftung nicht ausschließen.“ Beraten Sie auch in dieser Hinsicht?

        Ehrlich gesagt habe ich momentan erhebliche Existenzangst. Ich bin Anfang vierzig und habe all mein Erspartes ins Unternehmen gesteckt. Ich bin auch Unternehmer, merke aber gerade, dass mich die Sorgen um Zukunft, Familie und Mitarbeiter völlig für positives blind machen.

        Am liebsten eine Rote Linie ziehen und Neuanfang.

        Ich bin gespannt auf Ihre Antwort. Vielleicht macht eine (auch kostenpflichtige) Beratung mehr Sinn.

        Herzliche Grüße

        1. Hallo,
          es ist richtig: Sie wollen von mir eine wichtige Entscheidungshilfe und diese kann ich Ihnen in diesem Forum nicht geben, so etwas funktioniert nur in einem persönlichen Gespräch. Ansonsten gilt: Wenn es nicht mehr klappt mit der Selbständigkeit – und ich versichere Ihnen: das kann jedem Selbständigen passieren – dann ist es besser aufzuhören, anstatt sich zu quälen. Sie müssten irgendwann das Gewerbe abmelden, alte Verträge noch abwickeln, wenn Ihnen das etwas bringt und ansosten stellen Sie sich tot und lasen alles über sich zusammenbrechen. Die Insolvenz kommt erst später, nachdem die Welle über Sie drüberging.
          Wie das Leben dann weitergeht, wird man sehen. Meine Erfahrung zeigt: Einmal Unternehmer, immer Unternehmer! Ihnen wird bestimmt ganz schnell eine neue Geschäftsidee einfallen.
          Bei einer GbR haftet man nach Außen immer. Dies kann man durch einen Vertrag zwischen den Gesellschaftern nicht ausschließen.

          ja, auf jeden Fall erst das Gewerbe abmelden, selbst abwickeln und dann in die Insolvenz. Die Kunden können Sie nach der Gewerbeabmeldung noch „zu Ende bedienen“. Neugeschäft geht aber nicht mehr.

  55. Hallo,
    Ich hatte mit meinem 2 Mann Unternehmen 2003 Schulden beim FA. Das FA hat 2006 einen Antrag auf Insolvenz gestellt und war da auch der einzige Gläubiger. Ich habe mit Ihnen einen Ltd. gegründet und dem Inso Verw. die Firma abgekauft. Dort habe ich meine Frau eingestellt und ihr ein relativ hohes Gehalt gezahlt und mir ein relativ geringes, so das ich nichts an den Verwalter zahlen musste. Dafür nochmals vielen Dank, das war die beste Entscheidung meines Lebens.
    Das Haus wurde aus der Inso Masse rausgenommen, da ein Verkauf nicht die eingetragenen Belastungen gedeckt hätte. 2013 ist die Restschuldbefreiung erteilt worden. Ich habe heute 6 Mitarbeiter mache jedes Jahr mehr Umsatz. Alles läuft super. Jetzt habe ich heute einen Brief von der Krankenkasse bekommen, ich soll 1.700 € zahlen weil ich vorsätzlich in dem Zeitraum 11.06 -03.07 keine SV bezahlt habe. In diesem Zeitraum hat aber schon der Inso.Verw. die Geschäfte geführt. Kann ich dagegen noch was tun ?
    Ich würde mich über eine Antwort freuen, auch kostenpflichtig.

    1. Hallo,
      Sie können leider gar nix dagegen tun, außer bezahlen. Bitte sehen Sie in der damaligen Insolvenztabelle nach. Wenn dort die Forderung der Krankenkasse aus dem Rechtsgrund der vorsätzlich begangenen unerlaubten Handlung festgestellt und eingetragen wurde – was sehr wahrscheinlich ist – dann ist die Forderung der Krankenkasse nicht restschuldbefreit.

  56. Sehr geehrter Herr Franzke,

    vorerst möchte ich Ihnen DANKE sagen, für die Arbeit – die Sie hier leisten. Ihre Beiträge sind sehr hilfreich!

    Ich bin seit 1996 Einzelunternehmerin (Kosmetikstudio/Laden). Musste auf Grund der Verkettung von unglücklichen Umständen die Regelinsolvenz anmelden (Januar 2011). Kurz zuvor habe ich noch geschafft eine Wohnung zu bekommen, wo ich meine Kundschaft nach der Freigabe meiner Tätigkeit durch den Insolvenzverwalter weiter betreuen konnte. Leider hat mein Vermieter vor einem Jahr Eigenbedarf angemeldet, und meine Versuche gerichtlich dagegen vorzugehen haben ausser einem zeitlichen Aufschub nichts gebracht. Nun steht der Zeitpunkt des Auszugs fest (30.09.2014). Alle bisherigen Versuche eine Ersatzwohnung zu bekommen (Grund insolvente, alleinestehende Frau) sind bisher gescheitert. Die Wohlverhaltensphase endet erst im Januar 2017.
    Hier meine Fragen:
    1. Ist es ratsam auf jeden Fall weiter selbständig zu bleiben?
    2. Wie sieht der Sachverhalt aus, im Fall, dass ich keinen Ersatzraum finden sollte? Wäre es dann ratsam
    einen Einstellugsverhältnis einzugehen? Z.B. Wellnesshotel im Ausland (Südtirol, Österreich).
    3. Müsste ich dann für die Zeit mein Gewerbe abmelden?
    4. Wird in dem Fall ( Angestelltenverhältnis) der Insolvenzverwalter monatlich pfänden, oder jährlich – wie bisher?
    5. Oder gäbe es da vielleicht eine andere Möglichkeit?

    Für Ihre Antworten und Anregungen bedanke ich mich im Voraus!

    MfG
    J.B.

    1. Hallo,
      danke zurück für Ihre lobenden Zeilen. Es ist wirklich ein Problem, wenn Sie keine neue Wohnung bekommen, aber da kann ich Ihnen leider nicht helfen und habe auch keinen guten Tipp für Sie. Wenn die Vermieter Sie wegen des laufenden Insolvenzverfahrens ablehnen, muss man es immer wieder neu versuchen, bis es klappt. Ob Sie in einem Angestelltenverhältnis bessere Aussichten auf eine Wohnung haben, kann gut sein, aber für einen Wechsel dürfte es für Vermieter etwas zu spät sein. Ins Ausland zu gehen, halte ich immer für eine gute Idee. Das bringt einen auf andere Gedanken und meistens zahlen die auch noch besser. Sie müssten dem Insolvenzverwalter nur die neue Anschrift mitteilen und ihm Ihre monatlichen Einkommensnachweise übersenden. In der Regel gelten die deutschen Pfändungsgrenzen. Sie sind hier völlig frei in Ihrer Entscheidung, das Insolvenzverfahren läuft ganz normal weiter, während Sie im Ausland sind.

  57. Hallo,

    folgender Sachverhalt:

    Ich bin Vermittler im Bereich Strom & Gas und haben hier durch angeblich wettbewerbswidriges Verhalten eine „Strafe“ (aussergerichtlich) in Höhe von ca. 50.000 € Euro aufgebrummt bekommen, momentan zahle ich diese monatl. ab. Allerdings fehlen mir langsam die finanziellen Mittel dazu und ich komme immer mehr ins Minus. Ich betreibe als zweites Standbein einen Mobilfunk-Laden, auch hier hebt sich der Gewinn mit der Belastung der Miete allerdings auf.

    Was kann ich also nun tun?

    Bitte um Hilfe.
    MFG

    1. Hallo,
      wenn sich die Unternehmungen nicht mehr lohnen, dann stellt man das Gewerbe ein. Andernfalls lohnt sich der Stress der Selbstständigkeit nicht. An Ihrer Stelle würde ich also das Gewerbe aufgeben und alles abwickeln. Nachdem Sie einen neuen Job haben oder sich arbeitslos gemeldet haben, beantragen Sie eine Verbraucherinsolvenz. Die Strafe in Höhe von 50.000 € müsste ebenfalls mit in die Restschuldbefreiung fließen, wenn der Zahlung nicht eine vorsätzlich begangene unerlaubte Handlung zu Grunde lag.

  58. Sehr geehrter Herr franzke,

    Auch ich habe eine Frage:
    Ich bin seit 2003 einzelunternehmerin im Dienstleistungsbereich. Grundsätzlich laufen die Geschäfte gut, weil ich davon nicht leben muss sondern dies sozusagen als „Nebenverdienst“ mache da ich mich noch um das Büro meines Mannes, der ebenfalls seinen eigenen Betrieb hat, kümmere und ich auch noch Hausfrau und Mutter bin 🙂
    Nun ist es so dass ich 2008 und 2012 jeweils große Verluste gemacht habe die ich ständig hinterher schleppe. Hinzu kommen noch Zahlungsausfälle meiner Kunden von ca. 15.000,- Euro. Meine Schulden im Betrieb belaufen sich auf ca. 50.000,- Euro. Gerne würde ich meinen Betrieb weiterführen aber diese Altlasten fressen mich langsam aber sicher auf. Ich habe bisher gekämpft weil ich meine Schulden gerne komplett Zahlen würde aber ich glaube das ich das nicht schaffen kann.

    Was ich als Problem einer Insolvenz sehe ist dass wir 2007 ein Haus gekauft haben. Hier sind wir zwar auch „überschuldet“ weil wir in CHF finanziert haben und durch den Kursverlust nun 80.000,- Euro mehr schulden gaben als aufgenommen. Das Haus läuft auf uns beide zu je 1/2.

    Wie gesagt möchte ich mein Gewerbe gerne weiter ausführen und auch unser Haus durch eine evtl. Insolvenz nicht gefährden.

    Was kann ich tun?

    Danke für ihre Antwort,

    1. Hallo,
      leider funktioniert das nicht. Entweder man geht in eine Insolvenz und dadurch die schulden los, riskiert dabei aber auch den Verlust des Eigenheims und der Selbstständigkeit. Oder man macht weiter. Eine andere Möglichkeit gibt es leider nicht. Der Bank, welche das Haus finanziert hat, wird den Kredit garantiert kündigen, sobald Sie die Zahlungen gegenüber den anderen Gläubigern einstellen, was wiederum Voraussetzung für eine Verhandlung ist. Deshalb gilt das Motto: entweder oder.

  59. Guten Tag Hr. Franzke,

    ich möchte mich bei Ihnen im voraus für die Beantwortung
    meiner Frage bedanken.
    Mit meiner Firma ( GmbH),mußte ich als
    geschäftsführender Gesellschafter auf Betreiben des
    Finanzamtes Anfang Juni 2014 Insolvenz anmelden.
    Meine Hausbank meldete sich sofort und stellte das
    Engagement (KK-Kredit und 1 Darl.Konto) fällig.
    Gleichzeitig wurde die Sicherheit eingefordert
    (270 T€ Grundschuld 1. Rangstelle, eingetragen auf dem
    privaten Wohnhaus im Besitz meiner Frau).
    Die bisherigen Raten können privat nicht bedient werden.
    Die Bank möchte verwerten !
    Es bleibt nur die Altersrente für uns beide übrig.

    Können Sie mir einen Rat geben ?

    1. Hallo,
      auch wenn Ihnen meine Antwort nicht gefällt, so würde ich an Ihrer Stelle nicht gegen Windmühlen ankämpfen sondern die Tatsachen akzeptieren, dass Sie auch privat zahlungsunfähig geworden sind. Leider hat es nicht ausgereicht, dass die Frau der alleinige Eigentümer des Hauses ist. Erforderlich wäre gewesen, dass die Ehefrau auch die alleinige Kreditnehmerin gewesen wäre. So aber kann die Bank in vollem Umfang auf das Haus zugreifen, ohne dass Sie auch nur die geringste Chance auf eine Abwendung. Deshalb würde ich an Ihrer Stelle mir eine neue Wohnung suchen und aus dem Haus ausziehen und anschließend beantragen Sie beide eine Verbraucherinsolvenz.

  60. Sehr geehrter Herr Franzke,

    wie verhält es sich eigentlich wenn man 2 Firmen als Einzelunternehmer besitzt, wo eine super läuft und die andere bald an den Altlasten stirbt. Gehen beide Firmen den „Bach runter“, wenn man eine Insolvenz durchläuft? Oder kann man „nur“ die unrentable Firma abwickeln? Dazu sei gesagt, dass beide Firmen komplett unterschiedliche Kategorien sind und komplett von einander getrennt sind.
    Danke.

    1. Hallo,
      ja, dann gehen beide Unternehmen den Bach runter, weil bei einer Einzelfirma es auf Person ankommt. Man kann auch keinen Unterschied zwischen privaten Vermögen bzw. Schulden und Schulden bzw. Vermögen aus selbständiger Tätigkeit machen. Unter Umständen wäre eine Insolvenz in Eigenverwaltung die richtige Wahl für Sie, um dem kranken Teil abzuspalten.

  61. Hallo Herr Franzke,
    ich arbeite seit 2004 erfolgreich als Freiberufler im Bereich Medien. Produziere Sprachaufnahmen, bin also selbst mein Produkt. Der Umsatz ist relativ stabil.
    Durch Altlasen und Trennung bin ich sehr unter finanziellen Druck geraten und habe alle Möglichkeiten (Kredite) inzwischen ausgeschöpft. Die Belastung liegt bei ca. 50 000 €. (Kredit ist gewerblich) Die Verbindlichkeiten bei der Bank kann ich zwar im Moment noch bedienen, aber anstehende Steuerzahlungen durch ausstehende Jahresabschlüsse ab 2012, erhöhen gerade den Druck noch einmal.
    Ob eine Insolvenz überhaupt notwendig ist, kläre ich zurzeit mit meinem Steuerberater ab.
    Aber, für den Fall der Fälle, wenn also eine Insolvenz unvermeidbar ist, wie sollte ich vorgehen?

    Mini-GmbH gründen und mich selbst anstellen? Könnte ich meine Arbeitsmittel (Studioequipment) in dem Fall mitnehmen und was wäre der Zeitpunkt meine freiberufliche Tätigkeit (Freiberufler Status) zu beenden? Falls ich meine freiberufliche Tätigkeit bis zu und während einer Insolvenz aufrechterhalte, wäre dann mein Studioequipment pfändbar?
    Ich freue mich auf ihre Antwort und verbleibe mit freundlichen Grüßen

    1. Hallo,
      schwierige Sache. Klar können Sie die Selbständigkeit auf eine ini GmbH „umrubeln“. Aber wie Sie richtig schreiben, verlieren Sie den Freiberuflerstatus und es wird sicherlich juristisch auch heikel sein, die Ausrüstung auf die Firma zu übertragen. Man könnte auch an eine Insolvenz in Eigenverwaltung denken, in der Sie das Unternehmen selbst in Eigenregie weiterführen.

  62. Guten Tag Hr. Franzke,

    erst einmal herzlichen Dank für diese Website und dass Sie sich die Zeit nehmen, all die Fragen zu beantworten.

    Ich bin 40, IT Freelancer mit int. Erfahrung und habe absehbare Schulden iHv grob 200.000€ aus Steuerverbindlichkeiten aus einem Steuerstrafverfahren.

    MfG, Peters

    Angesichts der bevorstehenden Inso Reform in D zum 1.7. stellen sich mir ein paar zeitkritische Fragen:

    1. Ich würde gerne zunächst meine freiberufl. Tätigkeit fortsetzen und evtl. später in eine abhängige Beschäftigung übergehen — ist dies generell möglich? Bei der Fortführung der Selbständigkeit wird ja der abzuführende Betrag jährlich festgelegt/veranschlagt – was passiert wenn ich nun mitten in einem Jahr die Selbständigkeit aufgebe?!

    2. Wie beurteilen Sie die Chancen für eine Anerkennung einer EU Insolvenz in UK respektive Spanien? Das Finanzamt würde sicher behaupten daß ich absichtlich nach UK/Spanien gezogen bin um meinen Steuerverbindlichkeiten hier zu entgehen.

    Ganz herzlichen Dank vorab für jede Info.

    1. Hallo,
      Sie können die selbstständige Tätigkeit beliebig lange in der Insolvenz fortsetzen und dann nach Belieben beenden. Der in der Selbstständigkeit an den Insolvenzverwalter abzuführende monatliche Betrag ist nicht eine feste Pauschale, sondern richtet sich danach, was man Ihnen bei einem fiktiven Einkommen als Arbeitnehmer in Ihren gelernten Beruf monatlich pfänden könnte. Kurz um: hinsichtlich der Berechnung des pfändbaren Einkommens müssen Sie sich keine Gedanken machen, das berechnet der spätere Insolvenzverwalter.

      Hinsichtlich einer Verbraucherinsolvenz in Spanien vermag ich nichts zu sagen. Natürlich bin ich nicht allwissend, aber ich kenne keine Verbraucherinsolvenz in Spanien, sondern diese Option geistert seit Jahren durch das Internet. Entscheiden Sie sich für eine Privatinsolvenz in England, ist dieses Verfahren genauso rechtssicher wie die deutsche Insolvenz.

  63. Erst mal vielen Dank, dass sie hier Antworten geben.

    Welche Folgen gibt es bei einem Einzelunternehmer, wenn der Antrag auf Konkurs, Mangels Vermögen abgelehnt wird.
    Ich bin mir hier fast sicher, dass es so sein wird, dann habe ich auch die 4000 € in den Wind geschossen die das Gericht für die Konkurseröffnung abverlangt. (Wobei das Geld dann vermutlich auch unbefristet geborgt ist)

    Habe ich danach, wenn mir das Gewerbe entzogen wurde und ich ein normales Arbeitsverhältnis eingehe, die Chance danach in den Konkurs zu gehen.

    Mein Schuldenstand beläuft sich so ca auf 55 000 € und ich kann auch keine Bilanzen für einen Sanierungsplan vorlegen, da ich das letzte Jahr vom Finanzamt geschätzt wurde.

    Das ganze ist in Österreich.
    Besten Dank im voraus

    Conny

    1. Hallo,
      wenn bei einem Einzelunternehmer der Insolvenzantrag mangels Masse abgewiesen schön ist, dann kann diese Person für die nächsten fünf Jahre keinen neuen Insolvenzantrag stellen, beispielsweise um sich zu entschulden. Bei einem Einzelunternehmer gibt es keinen Unterschied zwischen Privatschulden und Unternehmensschulden. Ein Einzelunternehmer kann die Abweisung mangels Masse aber ganz einfach vermeiden, in dem ihr einen Antrag auf Stundung der Verfahrenskosten stellt. Dieser Antrag wird normalerweise bei jeder Privatperson automatisch gestellt.

  64. Hallo aus dem Norden,

    ich betreibe ein Boutique im Norden in einem Einkaufscenter. Habe sehr viele offene Rechnungen und 3 Monatsmieten. Ist es jetzt sinnvoll noch ein Kredit aufzunehmen oder sollte ich lieber Insolvenz anmelden. 50.000,- €. Kann ich denn wenn ich insolvenz anmelde mein Geschäft noch weiterbetreiben?
    Mfg

    Söz

    1. Hallo,
      Wenn Sie noch eine Chance sehen, dass sie das Steuer herumreißen können und das Unternehmen mit dem Dritte wieder auf Erfolgskurs bringen, dann können Sie den Kredit durchaus in Anspruch nehmen. Sehen Sie aber keine Hoffnung, dann lieber ein Ende mit Schrecken. Dann ist es besser, wenn Sie Insolvenz beantragen. Grundsätzlich können Sie den Geschäftsbetrieb auch während der Insolvenz betreiben, aber das ist ziemlich kompliziert. Bei Ihnen würde der Insolvenzverwalter sicherlich einen Gegenwert des Warenbestandes haben wollen, der sich am Tag der Insolvenzeröffnung im Ihren Besitz befindet. Wenn Sie den Geschäftsbetrieb in der Insolvenz weiterführen wollen, sollte man die Insolvenz vorbereiten und planen. Sonst ist man dem Insolvenzverwalter zu stark ausgeliefert.

  65. Hallo,
    mein Lebensgefährte betreibt seit 2003 eine Firma als Einzelunternehmer. Seit 2011 laufen die Umsätze teilweise schleppend. Zum Leben und die Unkosten reicht es, für die Krankenkasse (freiwillig gesetzlich) meist nicht. Als Resultat gibt es nun eine Kontopfändung des Firmenkontos der KK in Höhe von 5300 EUR, die wir nicht bedienen können.
    Darüber hinaus noch Schulden an das Finanzamt in Höhe von 1200 EUR, die durch die Kontopfändung nicht bezahlt werden können. Durch die Pfändung hat die Bank nun den Dispo gekündigt und gibt uns 20 Tage Zeit 2000 EUR auszugleichen. Ziemlich unwahrscheinlich, dass die Tilgung innerhalb der Frist erfolgen kann. An das Konto gekoppelt ist ein Kredit mit Restschuld von ca. 7300 EUR. Sollte das Konto gekündigt werden, ist der Kredit sofort fällig.
    Mein Lebensgefährte denkt über die Gewerbeabmeldung und die Privatinsolvenz nach, wobei ich danach die Firma unter meinem Namen übernehmen würde. Ist dies ratsam oder welche Alternativen haben wir?

    1. Sie können so vorgehen, wie von Ihren Mann beabsichtigt. Die mit der Pfändung des Kontos entstandene Kettenreaktion lässt sich kaum mehr aufhalten und ich gehe nicht davon aus, dass man eine Insolvenz mittels Teilzahlungsvergleichen oder Ratenzahlung noch aufhalten kann. Vor allem sollte Ihr Mann das Gewerbe schnell abmelden, weil andernfalls einen Insolvenzantrag des Finanzamtes oder der Krankenkassen wahrscheinlich ist mit der Folge, dass nicht mehr genügend Zeit bleibt, alle Maßnahmen für die Neugründung eines Unternehmens zu treffen. Also begründen Sie eine neue Firma und stellen Vierten Mann und irgendwann als Arbeitnehmer ein. Keinesfalls sollten Sie aber die Kontrolle über das Unternehmen vollständig abgeben. Ich habe in meiner Beratung ständig Frauen (oder Männer), die ihren Partnern blind vertrauten und anschließend die Suppe auslöffeln müssen.

  66. Guten Tag,

    folgender Sachverhalt Insolvenz von 2006 bis 2012. Insolvenz abgeschlossen. Einzelungernehmen Gewerbe wurde zwangsabgemeldet und nicht wieder angemeldet. Der Insolvenzverwallter hat gegenüber dem Insolvenzschuldner sogetan als könnte er weitermachen wie bisher und er hat wieder versucht als Selbständiger auf die Füsse zu kommen.
    Dem Insolvenzverwalter war bekannt das Insovenzschuldner als Selbständiger tätig ist. Geschriebene Rechnungen wurden regelmässig an Insolvenzverwalter weitergeleitet.

    Insolzvenzverwalter hat Umsatzsteuervoranmeldungen bis 2012 abgeben. Aber keine EST Erklärungen.

    Von ende 2011 bis April 2014 Auslansaufenhalt.
    Seit mitte April wieder Wohnsitz in Deutschland. Schreiben vom damaligen zuständigen Finanzamt wegen Gewerbe. Hartz IV Empfanger momentan.

    Wie soll man sich jetzt verhalten?
    Was passiert wenn man die Gewerbezangsabmeldung von 2006 an das Finanzamt weiterleitet.

    Bestehen Regressansprüche gegen Insolvenzverwalter?

    1. Man wird dem Insolvenzverwalter nichts anhängen können. Der Verwalter ist letztendlich für die Gläubiger da, aber er hat keinerlei Aufsichtspflichten oder Hinweispflichten gegenüber dem Schuldner.

  67. Ich führe seit 2005 ein Einzelunternehmen auf meinen Namen für meinen Vater der noch Atlasten hat und in einem Insolvenzverfahren steckt (noch 4 Jahre). Ich ziehe kein Geld hieraus.

    Leider sehe ich, das er mit der Geschäftsführung nicht klarkommt und weiterhin Schulden auflaufen; statt das Konto auszugleichen und Gewinn einzufahren (er hat 100.000€ Umsatz und nur 16.000€ Gewinn pro Jahr; dies verbraucht er komplett als Gehalt).

    Um Bafög zu beantragen (studiere im 2ten Semester) und diese Last loszuwerden, will ich die Firma nun schlussendlich loswerden.

    Wie kann ich dies am besten machen?

    Laufend sind derzeit Miete geschäftlich, Autofinanzierung geschäftlich, Miete (seine) Privatwohnung, Schulden 10.000 € bei der Hausbank und ich vermute noch so locker 5.000€ bei verschiedenen Lieferanten.

    Sol ich Insolvenz beantragen um aus den laufenden Verträgen rauszukommen?
    Kann ich einen Vergleich mit der Bank und Gläubigern abschließen indem ich zb die ganze Einrichtung verkaufe und hoffe das was rauskommt?
    Oder muss ich jetzt 7 Jahre Insolvenz durchlaufen?

    1. Hallo, Sie sollten mit Ihrem Vater ein ernstes Wort reden und dann – egal was er sagt – das Gewerbe einstellen, damit nicht noch mehr Schulden entstehen. Nicht schön, was Ihr Vater damit Ihnen macht! Wenn es nicht anders geht, dann müssten Sie in der Tat eine Insolvenz durchlaufen, um die Schulden loszuwerden. Nach dem neuen Gesetz dauert das Verfahren nicht 7 Jahre, sondern 5, wenn man die Gerichtskosten bezahlt.

  68. Sehr geehrter Herr Franzke,
    folgendes Problem, ich bin seit 2003 GF eine GmbH habe seiner Zeit viel Altlasten übernommen.
    In den vergangen 4 Jahren sehr viel abgebaut, expandiert eine weitere GmbH gegründet die als Besitzgesellschaft Maschinen an die erst vermietet. Auf Grund eines extremen Wachstum von 2010-2012 (Jahresumsatz von vorher 100 TEUR zu 2010 1 MIO EUR + 2012 3,6 Mio EUR) kam 2013 bis aktuell der Rückfall geschätzter Verlust 2013 ca. 130 TEUR. Personal wurde wieder abgebaut, Kosten reduziert. Jedoch hat der Steuerberater richtig zugeschlagen. Eine Umstrukturierung der Firma dauerte länger als gedacht. Private Probleme kamen hinzu. Stand heute. Kontokorrent 150T EUR Bank Kredit für Ladenumbau mit BG Absicherung 130 TEUR, Verbindlichkeiten Finanzamt ca. 40 TEUR, Sozialversicherungsträger ca. 40 TEUR, Steuerberater 15 TEUR und diverse andere Schuldner ca. 50 TEUR. Kurzfristig (4-8 Wochen) könnten evtl. Warenbestände liquidiert werden mit einem Wert von ca. 40 – 50 TEUR. Derzeit schreiben wir aber wieder kleine schwarze Zahlen.
    Was kann man daraus machen? Denn das der Gerichtsvollzieher wöchentlich Geldabholt ist kein Zustand. Ich konnte mir seit einem Jahr bereits kein Gehalt auszahlen und somit laufen auch Privat die Schulden auf. Ca. 10 TEUR.
    Ich Dank für Ihre Antwort.

    1. In Ihren Fall kann man nicht so viel machen. Gläubiger lassen sich in der Regel nur sehr schwer auf Teilzahlungsvergleiche ein, wenn der Geschäftsbetrieb noch läuft. Falls es wirklich eine scharfe Trennung gibt zwischen der Besitz GmbH und der Betriebs GmbH, GmbH in die Insolvenz schicken. Eine neue GmbH eröffnen. Aber dies bedarf der eingehenden Betrachtung Ihrer Situation.

  69. Hallo Herr Franzke,

    erst einmal vielen Dank für diese Website und dass Sie sich die Zeit nehmen, all die Fragen zu beantworten.

    Mein Mann hat sich mitte 2012 als Einzelunternehmer einem Franchiseunternehmen angeschlossen. Angestellte gibt es keine. Mein Mann und ich führen die Firma allein.

    Wir haben in 2013 den Standort gewechselt, da unser Vermieter unser angemietetes Gelände gegen die Absprachen als Schrottplatz nutzte und sich dies negativ auf unsere Geschäftsentwicklung auswirkte.
    Der neue Standort erwies sich als gute Entscheidung, jedoch ist die Miete wesentlich höher und leider konnten wir auch die Umsatzeinbußen der vorrigen Monate nicht einfach zurück lassen.

    Sprich: Unser Unternehmen läuft an sich gut, aber 2 Tatsachen lassen sich leider nicht ändern. Das sind zum einen die Altlasten und zum anderen der Umstand, dass wir hauptsächlich unsere Rechnungen an Versicherungen stellen und diese erst Wochen später bezahlen. Der Schuldenberg wird immer höher und mittlerweile sind wir trotz recht guter Auftragslage sowohl geschäftlich als auch privat zahlungsunfähig.

    Wir möchten das Geschäft eigentlich gern weiterführen, aber langsam geht auch unsere Kraft zuende und wir benötigen dringend Hilfe. Was würden Sie uns raten?

    Verzweifelte Grüße

    J.N.

    1. Hallo,

      Ihr Fall wäre ein Klassiker für ein Schutzschirmverfahren, in dem man die alten Schulden abschneidet und das Unternehmen in Eigenverwaltung laufen lässt, aber ein Schutzschirmverfahren ist sehr aufwändig und teuer und es ist davon auszugehen, dass Ihr Unternehmen die Kosten für den Schutzschirm nicht erwirtschaften kann.

      Es gibt 2 Möglichkeiten für Sie:

      1. Ein Freund gründet eine Mini-GmbH und das Gewerbe wird in der Mini-GmbH fortgeführt. Sie stellen dann das Gewerbe ein und gehen in die Verbraucherinsolvenz. Geht aber nur, wenn Vermieter und Franchisegeber bereit sind, die Verträge umzuschreiben.

      2. Oder Sie beantragen eine Regelinsolvenz für Ihr Unternehmen und kaufen dem Insolvenzverwalter später Ihr Unternehmen ab. Diesen Vorgang nennt man übertragende Sanierung. Aber auch hier müssen Vermieter und Franchisegeber mitspielen.

      Fragen Sie doch mal bei den beiden Vertragspartnern an. Wenn die nicht mitspielen, ist die Rettung des Unternehmens leider unmöglich.

      1. Hallo!
        Besten Dank für die schnelle Antwort, auch wenn Sie uns natürlich nicht so viel Mut macht.

        Wie werden die Kosten für ein Scutzschirmverfahren denn berechnet?
        Könnte auch meine Frau die Mini GmbH gründen?

        Grüße

        MH

        1. Ja, Ihre Frau könnte auch eine Mini-GmbH gründen. Das wäre sicherlich die bessere Alternative bei einem Unternehmen Ihrer Größe. Wichtig ist es, dass ein kleinerer Zeitabstand zwischen der Geschäftsaufgabe und dem Geschäftsbeginn der Mini-GmbH besteht.

  70. Sehr geehrter Herr Franzke,

    zunächst bedanke ich mich, daß Sie so vielen Fragestellern zeitnah antworten. Ihre Antworten sind sehr hilfreich.

    Folgend zu meiner Situation:

    Ich bin Einzelunternehmer, seit 2007 laufe ich Spurrillen in den Asphalt und habe es aber immer wieder geschafft, meinen Schuldenberg unter Kontrolle zu haben und zusätzliche Anwaltsgebühren, Inkassokosten und sonstige Versäumniszuschläge zu bezahlen.
    Konstand verlief die Ertragskurve aber auch immer weiter nach unten, daß heute immer weniger Spielraum (cash-flow) zur Handlungsfähigkeit vorhanden ist. Zudem laufen Klagen aus wettbewerbsrechtlicher Sicht, die noch nicht abgeschlossen sind. Die Kosten hierzu werden sich in den 5-stelligen Bereich ansiedeln.

    Aktuell habe ich also ca. 60.000 EUR Verbindlichkeiten hiervon 3.000 EUR an das Finanzamt plus die zu erwartenden Anwalts- und Gerichtskosten. Die Krankenkassen sind bedient.

    Meine Frage:

    Kommen Anwalts- und Gerichtskosten sowie Verurteilungen eines Gerichtsstreits ebenfalls in die Insolvenz hinzu?
    Sollte ich nach Ihrer Empfehlung das Gewerbe abmelden und mit den Gläubigern vorerst eine Tilgung für die nächsten Jahre vereinbaren? Ganz werde ich die Tilgung nicht umsetzen können aber 40% Rückzahlung auf drei Jahre wären realistisch.

    Vielen Dank für Ihre Rückantwort

    1. Hallo,

      zunächst bedanke ich mich für Ihre freundlichen Worte. In Ihrer Siutation würde ich mir zunächst überlegen, wie Sie Ihr zukünftiges Leben gestalten wollen. Wollen Sie selbständig bleiben? Oder wieder als Arbeitnehmer arbeiten? Oder eine Pause einlegen? Wollen Sie selbständig bleiben, würde ich insbesondere in dem Wissen, dass noch weitere Schulden hinzukommen, die selbständige Tätigkeit in eine Mini-GmbH verlegen und dort in einem Anstellungsverhältnis tätig sein. Danach würde ich eine Privatinsolvenz beantragen. Haben Sie hingegen genug von Selbstädigkeit, melden Sie einfach das Gewerbe ab, stellen alle Zahlungen ein, warten zwei drei Monat und danach beantragen Sie eine Privatinsolvenz. Einen Vergleich hingegen, empfehle ich Ihnen nicht. Das Finanzamz wird sich auf nichts einlassen und 40% der Schulden sind auch eine Menge Geld. Ich würde mich nicht so quälen.

  71. Hallo,
    Ich bin seit 09.2012 selbstständig(Einzelunternehmer) und betreibe ein Saisongeschäft. Leider habe ich mich etwS verkalkuliert und nun geht alles nach hinten los. Kredite sind gekündigt worden und die laufenden Kosten wie Miete, Strom ,Werbeverträge kann ich nicht mehr zahlen und die Mahnungen häufen sich. Insgesamt sind Schulden von etwa 200000,- Euro aufgelaufen. Angestellte habe ich keine. Was kann ich am besten tun? Auch in der Hinsicht das es Strafrechtlich nichts zu beanstanden gibt.
    Vielen Dank schon mal

    1. Hallo,
      strafrechtlich haben Sie nichts zu befürchten, weil Sie Einzelunternehmer sind und nicht GmbH Geschäftsführer. Als Einzelunternehmer gibt es keine Insolvenzverschleppung. Ich würde an Ihrer Stelle, das Gewerbe abmelden und alles abwickeln. Nachdem dies erledigt ist, stellen Sie einen Antrag auf Privatinsolvenz. Mit laufendem Geschäftsbetrieb in die Insolvenz zu gehen, kann ziemlich nervig sein, deswegen ist es besser, erst einmal alles selbst abzuwickeln.

  72. Einen schönen guten Abend,
    Ich habe vor ca. 2 Wochen einen Insolvenzantrag abgegeben und mir wurde ein Insolvensberater zur seite gestellt. Ich habe zuvor eine städtische Schuldnerberatung aufgesucht und es wurden alle Papiere sortiert und rechtliche Auskünfte eingeholt. Nun ist es so, das der besagte Insolvensberater in unserem erstgespräch zu verstehen gab, das ich eine tabellarische handgeschriebene BWA vorausschau erstellen soll aber so das ich ein Gewinn innerhalb der Pfändungsfreigrenze erwirtschafte. Dann würde er die Firma frei geben und ich könnte eine neue Steuernummer beantragen um mein altes Unternehmen weiter zu führen. Ich müsste lediglich einen Kleinbetrag von ca.80 Euro monatlich ihm zu kommen lassen für meine Gläubiger. Mir ist das sehr suspekt und einfach, könnten sie mir sagen ob dieses rechtlich legal ist ?
    Ich bedanke mich recht herzlich bei ihnen

    1. Klar ist das legal. Meinen Sie, der Insolvenzverwalter setzt seine anwaltliche Zulassung für Sie aufs Spiel, um Ihnen fadenscheinige Tipps zu geben? Natürlich nicht! Der Insolvenzverwalter meint es gut mit Ihnen. Und er denkt auch ein bisschen an sich. Sie wirtschaften mit 80 EUR monatlich die Kosten für das Insolvenzverfahren in die Kasse und alle sind zufrieden. Sollten Sie also unbedingt annehmen.

  73. Hallo guten Tag Hilfe hab ein Gewerbeuntersagungsverfahren sol in 4 Wochen Gewerbe abmelden kann aber Klagen innerhalb 4 Wochen würde Laden gerne Weiter führen was würden sie mir empfehlen

    1. Klagen ist ziemlich sinnlos, denn die Behörde hat immer recht. Melden Sie das Gewerbe ab, vielleicht will jemande aus dem Freundeskreis den Laden weiterführen.

  74. Sehr geehrter Herr FRANTZKE,ich brauche dringend IHRE Hilfe! Mein Mann hat ein EINZELUNTERNEHMEN im Bereich Photovoltaik und Infrarotheizungen.SEIT etwa 1 jahr ist der Umsatz total eingebrochen. Wir legen monatlich Geld drauf anstatt etwas zu verdienen, trotz messearbeit, Internet und u.a. Die Schulden belaufen sich auf ca. 80000 €,wovon 50000€ ein grundschuldeintrag auf unser Haus sind.,wobei meine Mutter ein einsitzrecht ihrer Wohnung im Haus hat.was würden sie uns raten zu Tun?Eine Sanierung oder insolvenz oder nur eine Abmeldung des Gewerbes? Wobei ich sagen muss das mein. MANN schon. Mitte 50 ist.

    Eine leicht verzweifelte EHEFRAU!

    1. Hallo,

      gerne helfe ich Ihnen. Mein Vorschlag: Sie übersenden mir über das Kontaktformular Ihre Telefonnummer und ich rufe Sie an, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Bis später.

      Grüsse
      Franzke

  75. Guten Tag,

    die Insolvenz der Firma wurde mangels Masse abgelehnt.
    Nun werden wir das vorhandene Inventar, wie Möbel etc verkaufen. Darf dieses Geld von der GL behalten werden oder wie ist mit dem Erlös des verkauften Inventars zu verfahren?

    1. Hallo,

      wenn Sie eine GmbH haten, dann sind Sie nach der Abweisung mangels Masse von Gesetzes wegen zum Liquidator bestimmt und müssen das Unternehmen selbst abwickeln. Sie müssen die Sachen verwerten und an die Gläubiger ausschütten. Vergessen Sie außerdem nicht, eine Liquidations-Eröffnungsbilanz beim Bundesanzeiger einzureichen.

      Grüsse
      Franzke

  76. Hallo Herr Franzke,

    ich betreibe mit meinem Bruder ein Unternehmen in der KFZ-Branche. Wir haben dieses Unternehmer 2009 von unserem Vater übernommen bzw. ein den alten Räumlichkeiten neu gegründet. In der Zeit der Selbstständigkeit haben wir auch ein Haus gekauft, welches finanziert wurde. Die aktuelle Auftragslage ist mehr schlecht als recht, Die Fehler sind wahrscheinlich in der Produktivität zu suchen. Manchmal ist großer Leerlauf manchmal zu viel Ansturm als das wir das kaum schaffen können. Wir haben aktuell 1 Festangestellten, 1 Lehrling und einen auf Stundenbasis. zudem ist unser Vater noch als Festangestellter auf dem Papier (Lohn wird nicht gezahlt). Es stehen Lohnzahlungen, Sozialversicherungsbeiträge und große Lieferanten- und Kostenschulden an. Ist es sinnvoll eine Insolvenz an Gang zu bringen, auch im Hinblick auf das Haus. Zudem sein noch gesagt das Bankschulden in Höhe von etwa 150.000 € (ohne Haus) im Raum stehen, für dessen Finanzierung auch unser Vater gebürgt hat. Gesamtmasse ca. 220.000 € Schulden.
    Grüße
    Eine verzweifelte Unternehmerin

    1. Hallo,

      auf keinen Fall eine Insolvenz beantragen, sonst ist das Haus weg und Sie ziehen Ihren Vater auch noch mit rein. Wenn das Unternehmen gar nicht mehr zu halten ist, dann ist besser, wenn Sie das Gewerbe abmelden, damit die Sozialkassen keinen Insolvenzantrag gegen Sie stellen und sich einen Job suchen, um Geld zu verdienen. Dann überlegt man sich in Ruhe, wie man mit dem Haus verfährt. Ist dies geklärt, kann man Sie über eine Insolvenz entschulden. Als Einzelunternehmerin haben Sie keine Insolvenzantragspflicht. Diese Lücke können Sie ausnutzen.

  77. Hallo,

    ich bin seit 2007 selbständiger Gewerbetreibender. Meine Einkommens-, Gewerbe- und Umsatzsteuererklärungen beim FA nie abgegeben. Nun kam es dazu das das FA mich geschätzt hat (40.000,00 Euro für die Jahre 2010, 1011 und 2012). Daraufgin legte ich Widerspruch ein und berechnete mit Hilfe meines Finanzbuchführungsprogrammes meine Steuererklärungen selbst und gab diese beim FA ab. Eine Erstattung in Höhe von 9.000,00 Euro folgte vom FA. Kurz darauf verlangte das FA eine Buchprüfung. Ich gab meine gesamten Unterlagen persönlich beim FA ab. Nun bekam ich eine Anzeige wegen angeblicher Steuerhinterziehung. Jetzt habe ich mir rechtliche Hilfe durch einen Rechtsanwalt genommen. Dieser teilte mir mit, dass das FA nur grob über die Buchhaltungsordner geschaut habe und das er sich dies annimmt und regelt. Er legte Widerspruch gegen die Bescheide ein. Seit ungefähr acht Wochen habe ich keine Information diesbezüglich erhalten (aktueller Sachstand etc.). Vor zwei Tagen bekam ich neue Steuerbescheide vom FA. Nun verlangt das FA 133.000,00 Euro Steuern. Meine Überlegung ist nun die Insolvenz oder aber das Schutzschirmverfahren zu beantragen.
    Ich wäre Ihnen sehr dankbar wenn Sie mir hierfür einen Tipp geben würden.
    Viele Grüße
    S. Er

    1. Hallo,

      Schutzschirmverfahren funktioniert bei Ihnen nicht. Der Aufwand ist zu groß. Also stellen Sie besser einen Insolvenzantrag.

      Grüsse
      Franzke

  78. Hallo Herr Franzke,
    aufgrund einer UG Insolvenz hat das Finanzamt die Umsatzsteuer mir Privat aufgebrummt, diese kann ich leider nicht bezahlen, nach mehrmaligen Gesprächen mit dem Finanzamt hat dieses mir mitgeteilt das die ein Insolvenzantrag stellen werden, ich könnt diesen auch selber Anzeigen.
    Nun habe ich aber 2008 eine Restschuldbefreiung bekommen und ich meine es gibt eine 10 Jahres Frist für die nächste.
    Wenn das Finanzamt den Antrag stellt wird dies öffentlich ? mit was muss ich rechnen, kommt ein Insolvenzverwalter ins Haus ? Da mit keine Finanziellen Mittel mehr zur Verfügung stehen wird hier überhaupt das Verfahren eröffnet oder Mangels Masse sofort eingestellt, da ich bereits im Januar die EV abgegeben habe.
    Über eine Empfehlung von Ihnen würde ich mich freuen.
    Danke
    MfG Maurer

    1. Hallo,

      oje, Sie stecken wirklich in der Klemme. Sollte dss Finanzamt wirklich einen Insolvenzantrag gegen Sie stellen. könnten Sie keinen Antrag auf Restschuldbefreiung stellen, wegen der zehnjährigen Sperrfrist. Damit Sie kein sinnloses Insolvenzverfahren durchlaufen müssen, stellen Sie auch keinen „Antrag auf Stundung der Verfahrenskosten“ und achten darauf, dass der Insolvenzgutachter nicht 2.000 EUR „findet“. Dann wird das Insolvenzverfahren mangels Masse abgewiesen.

      Grüsse
      Franzke

  79. Hallo Herr Franzke, ich habe da einige fragen …

    1. Darf ich in der Privat Insolvenz mich Selbstständig machen ?
    oder
    2. ist es besser, mich erst Selbstständig zumachen, und dann in die Privat Insolvenz zugehen ?
    ( Privatschulden bei verschiedenen Gläubiger ca. 4000 € )

    ich bedanke mich jetzt schon mal für ihre Zeit u. antworten. Mfg Herr Niemann

    1. Hallo,

      ja, Sie dürfen sich in der Insolvenz selbständig machen. Es ist besser, wenn Sie abwarten, bis die Insolvenz eröffnet ist und erst dann machen Sie sich selbständig. Einfach Gewerbe anmelden und dem Treuhänder mitteilen, dass Sie sich selbständig gemacht haben. Das reicht.

      Grüsse
      Franzke

  80. Guten Tag!

    Ich bin freie Autorin (Kleinunternehmer) mit wachsenden Einnahmen, muss allerdings als Alleinerziehende noch geringfügig aufstocken (wir erhalten um 100 Euro). Leider habe ich alte Schulden aus einem Verkehrsunfall (2000), zahle seither kleine Raten, alle Vergleichsversuche sind an der Härte des einen Gläubigers gescheitert. Hinzu kommen Bafögschulden und Bankschulden/Dispo, Bank ist gesprächsbereit. Insgesamt nur drei Gläubiger, Schuldenhöhe insgesamt ca. 13.000 Euro. Bin bei öffentlicher Schulnerberatung, mache dort (seit längerem) schlechte Erfahrungen. Will unbedingt weiter selbstständig bleiben, weil die Geschäfte immer besser laufen – wenn nur die alten Privatschulden nicht wären! Was könnte ein Weg für mich sein?

    1. Hallo,

      Sie sind ein schwieriger Fall. Wenn Sie wegen des Verkehrsunfalls keine Strafe bekommen haben, dann können Sie durchaus eine Entschuldung per Insolvenz wagen. Wenn Sie keine Insolvenz wollen, versuchen Sie es mit einem Vergleich. Wichtig bei einem Vergleich, dass Sie die Verhandlungen nicht selbst führen (Sie sind die Böse) und dass Sie anhand eines Vermögensverzeichnisses Ihre finanziellen Verhältnisse offenlegen.
      Als Kleinunternehmerin in die Insolvenz zu gehen, ist nich so schlimm. In der Regel wird der Insolvenzverwalter den Gewerbebetrieb aus der Insolvenzmasse freigeben, z.B. gegen monatliche Zahlung von 50 oder 100 EUR.

      Grüsse
      Franzke

  81. Sehr geehrter Herr Franzke,
    ich bin Einzelunternehmer und musste aufgrund von Streitigkeiten mit meinem Vermieter mein Ladenlokal räumen. Wir stehen mit meinem ehemaligen Vermieter nun in Verhandlungen über die noch offenen Mieten. Nun gestaltet sich das Finden eines Ladenlokals schwieriger als gedacht und die fehlenden Einnahmen führen langsam dazu das ich meine Raten für mein Gründungsdarlehen der KfW nicht mehr zahlen kann. Nun überlege ich mein Hauptgewerbe aufzugeben und meine Betriebsausstattung zu verkaufen. Nun meine Fragen:
    1. Darf ich nach Aufgabe des Hauptgewerbes dennoch als Kleinunternehmer selbstständig weiterarbeiten ( Freibetrag bis 17.500€) ?
    2. Darf ich bei drohender Privatinsolvenz überhaupt meine Betriebsausstattung ohne Probleme verkaufen?
    3. Darf ich den Erlös, aus dem Verkauf der Betriebsausstattung, nutzen um private Darlehen bei Freunden und Familie zu tilgen?
    4. Macht es Sinn die Neuregelung des Insolvenzrechts im Juli 2014 abzuwarten oder ist vielleicht die EU-Insolvenz in England sinnvoll? (Gesamtforderungen belaufen sich auf insgesamt 150.000€)
    Für Tipps und Ratschläge wäre ich ihnen sehr dankbar.

    1. Hallo,

      ja, Sie dürfen nach Aufgabe des Hauptgewerbes noch als Kleinunternehmer tätig sein. Sie dürfen auch Ihre Betriebsausstattung verkaufen und das Geld für den Lebensunterhalt verbrauchen (aber nicht verjubeln). Das Tilgen von „Privaten“ Schulden, wäre nicht klug, denn derartige Geschäfte sind später anfechtbar, sollten Sie in die Insolvenz gehen. Damit bringen Sie auch die Familie in Bedrängnis.

      Eine EU-Insolvenz macht immer Sinn und ist trotz Verbraucherinsolvenz-Reform im Juli 2014 meines Erachtens nach wie vor der beste Weg, die Schulden los zu werden. Ist aber ziemlich teuer. Ob Sie abwarten oder nicht, richtet sich danach, ob Sie glauben dazu in der Lage zu sein, innerhalb von drei Jahren ca. 40% Ihrer Schulden zurückzuzahlen. Falls ja, warten Sie besser. Weil die Vorbereitung einer Insolvenz sehr aufwändig ist, muss man aber nicht bis Juli abwarten, sondern man kann die Vorbereitung schon jetzt in Auftrag geben.

      Grüsse
      Franzke

  82. Hallo

    Ich bin GF einer kleinen GmbH und seit Monaten durch einen Unfall erkrankt.
    Es sind ca € 10.200,00 Lohnsteuer Schulden aufgelaufen. Das FA wollte vollstrecken und hat sich nicht auf eine Ratenzahlung eingelassen.

    Der Gesellschafter ist eine ausländische Schweizer AG.
    Es gibt sonst keine grossen offenen Posten.

    Mit den Krankenkassen habe ich Raten vereinbart und alle Mitarbeiter zum 31.3.14 entlassen.

    Ich zahle € 238,00 Miete und ein paar Euro fürs Telefon und
    habe sonst keine Kosten.

    Es stehen noch Provisionen aus, die in zwei bis drei Monaten alle offenen Positionen begleichen würden.

    Die Probleme sind durch meine Erkrankung und durch einen kranken Mitarbeiter entstanden.

    Was kann ich tun, um die GmbH zu retten?

    Die LST könnten wir innerhalb von 3 Monaten begleichen!
    Evtl. sogar schneller.

    MfG
    P V Buttlar

    1. Hallo,

      Leider kann ich Ihnen hier wenig Hoffnung machen. Die Insolvenz Antragspflicht besteht nun mal und auch die Aussicht, dass Sie in ca. 3 Monaten die Lohnsteuer bezahlen können, hilft nicht weiter. Das einzige was helfen würde wäre, dass Sie entweder eine Stundungsvereinbarung mit dem Finanzamt vereinbaren oder sie leihen sich das Geld. Bessere Ratschläge kann ich Ihnen in dieser schwierigen Situation leider nicht geben. Seien Sie vorsichtig: mit dem Finanzamt ist nicht zu spaßen. Es ist durchaus möglich, dass das Finanzamt in Kürze einen Insolvenzantrag gegen die GmbH stellt. Vielleicht kommen Sie dem Finanzamt zuvor.

      Grüße
      Franzke

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