Sanierungsberatung
für Unternehmer
und Freiberufler

Jeder Unternehmer besitzt das Recht auf eine zweite Chance. Mit den neuen Sanierungsverfahren entschulden wir Ihr Unternehmen binnen Jahresfrist.

Die Fachbegriffe hierzu lauten: Schutzschirm, Insolvenzplan
und Eigenverwaltung:

  1. Schutzschirm: Das Unternehmen steht unter Gläubigerschutz.
  2. Eigenverwaltung: Die Geschäftsführung führt das Unternehmen eigenverantwortlich fort. Im Hintergrund läuft die Sanierung.
  3. Insolvenzplan: Das Unternehmen erhält einen Schuldenschnitt und wird entschuldet.

Die Sanierung dauert regelmäßig unter einem Jahr. Danach setzen Sie die Geschäftstätigkeit in einem neu geordneten und schuldenfreien Unternehmen fort. Nutzen Sie diese neue Chance für einen Turnarround Ihres Unternehmens.

In einer ersten Beratung lässt sich klären, ob der Turnarround am besten mit dem Schutzschirmverfahren zu schaffen ist oder mit einem alternativen Sanierungsverfahren.

Meine Erfahrung

Als spezialisierter Rechtsanwalt für Insolvenzrecht berate ich seit über 15 Jahren zur Entschuldung und Sanierung von Unternehmen und Freiberuflern. Aktuelles Beispiel ist die Hagemann Logistic und Transport GmbH aus Velten bei Berlin (ca. 200 Mitarbeiter, 10 Mio. Bilanzsumme), für die ich als Sanierungsberater ein Schutzschirmverfahren eingeleitet habe und durch das Schutzschirmverfahren begleite. Bei einer jeden Sanierung kommt es mir darauf an, nicht nur das Unternehmen zu restruturieren, sondern zugleich den typischwerweise mithaftenden Unternehmer.

Weiterführende Links:

Vier Tipps vor einer Regelinsolvenz

1. Als Einzelunternehmer oder Freiberufler erst in die Insolvenz, nachdem alles vorbereitet ist

Nur der GmbH-Geschäftsführer (jur.Pers.) muss sofort Regelinsolvenz beantragen. Der Einzelunternehmer oder Freiberufler hat keine gesetzliche Insolvenzantragspflicht. Diese Gesetzeslücke sollte er konsequent für sich nutzen, indem er den Geschäftsbetrieb zunächst nur einstellt. Der eigentliche Insolvenzantrag wird später gestellt.

So vorzugehen, kann vorteilhaft sein. Soll zum Beispiel eine Auffanggesellschaft die bisherige Tätigkeit fortsetzen, benötigt man eine gewisse Überbrückungszeit. Ein eingestellter Geschäftsbetrieb ist außerdem die Voraussetzung für eine Verbraucherinsolvenz, was weitaus vorteilhafter ist, als eine Regelinsolvenz.

Tipp: Beantragen Sie als Einzelunternehmer oder Freiberufler erst dann die Regelinsolvenz, wenn es für Sie sinnvoll ist.

2. Gründen Sie eine Auffanggesellschaft

Wenn Sie trotz Insolvenzverfahren selbständig bleiben wollen, stehen Ihnen zwei Möglichkeiten offen:

Entweder, Sie gehen mit laufendem Geschäftsbetrieb in die Regelinsolvenz und versuchen anschließend beim Insolvenzverwalter die Freigabe des Gewerbetriebs aus der Insolvenzmasse gegen Zahlung eines Geldbetrages durchzusetzen..

Oder, es wird möglichst weit vor der Insolvenz eine Auffanggesellschaft gegründet, in der Sie später beschäftigt sind. Dann stellen Sie den alten Geschäftsbetrieb ein. Erst nachdem sich das neue Unternehmen eingespielt hat, beantragen Sie als als Arbeitnehmer ein (Verbraucher)-Insolvenzverfahren.

Welcher Weg für Sie der bessere ist, hängt von der Struktur Ihres Unternehmens ab, insbesondere von der Größe, der Anzahl der Arbeitnehmer und der Betriebsmittel, die sich im Unternehmen befinden.

Tipp: Gründen Sie am besten eine Auffanggesellschaft, wenn Sie trotz Insolvenz selbständig bleiben wollen.

3. Nutzen Sie die Vorteile der EU-Insolvenz – binnen 18 Monaten schuldenfrei

Nutzen Sie die Vorteile der neuen EU-Insolvenz. Während in Deutschland das Insolvenzverfahren 6 Jahre dauert, ist in England oder Frankreich (Elass) bereits nach ca. 18 Monaten schuldenfrei.

Die EU-Insolvenz bedeutet zwar einen finanziellen Mehraufwand, aber Sie verkürzen das Verfahren um nahezu fünf Jahre, was gerade für Unternehmer wichtig ist.

Jedoch nicht nur die Verkürzung des Verfahrens ist von Vorteil. Sondern Sie schneiden durch das englische Insolvenzverfahren auch sämtliche Anfechtungsrechte des deutschen Insolvenzrechts ab. Dies kann ein unschätzbarer Vorteil sein.

Tipp: Beziehen Sie die Möglichkeiten einer EU-Insolvenz mit in Ihre strategischen Überlegungen ein.

4. Trennen Sie Vermögen von den Schulden

Wichtig ist es, dass Sie Überschneidungen von Vermögen und Schulden entflechten. Besitzen Sie beispielsweise zusammen mit Ihrem Ehegatten eine Immobilie und haben Sie beide zusammen das Hausdarlehn unterschrieben, sind Ehegatte und Immobilie in höchster Gefahr.

Gehen Sie in die Insolvenz, gilt die finanzierende Bank als Gläubiger – auch wenn die Immobilie nichts mit Ihrem Unternehmen zu tun hat oder der Ehegatte die Kreditraten regelmäßig bedient. Als Folge Ihrer Insolvenz wird die Bank das Darlehn kündigen. Nicht nur Ihnen gegenüber, sondern auch gegenüber dem Ehegatten. Dann ist auch dieser pleite. Dies muss unbedingt vermieden werden.

Tipp: Entflechten Sie Vermögen und Risiko und leisten Sie vor der Insolvenz keinesfalls Zahlungen an Verwandte.

Für weitere Tipps zur Regelinsolvenz vereinbaren Sie am besten einen Beratungstermin.

16 Gedanken zu „Sanierungsberatung
für Unternehmer
und Freiberufler“

  1. Sehr geehrter Herr Franzke,
    mein RA forderte u.a. zur Beantragung einer Regelinsolvenz einen lückenlosen Lebenslauf. Ist dies tatsächlich erforderlich udn welchen Hintergrund hat dies?
    Vielen Dank für Ihr Feedback!

    1. Hallo,
      nein, das ist nicht erforderlich und Hintergrund ist ein übereifriger Insolvenzverwalter. Lassen Sie sich nicht darauf ein.

  2. Hallo,
    ich betreibe eine Gaststätte und im Moment kann ich einiges nur schwer zahlen. Ich habe 9 Mitarbeiter auf Minijobbasis und eine Festangestellten (diese Kosten fressen einen auf). Der Festangestellte wird jetzt auf einen Minijob umgestellt.
    Mein Betrieb ist keine GmbH! Das Finanzamt hat mein Konto zu gemacht, weil ich die Umsatzsteuer nur schleppend zahlen konnte.
    Ich habe große Angst in die Insolvenz zu rutschen und alles zu verlieren, denn ich besitze ein kleines Haus für mich und meinen Sohn. Es ist kein eigenes Grundstück vorhanden, denn ich habe das Grundstück nur gepachtet, heißt, ich stehe nicht im Grundbuch und das Haus ist noch nicht bezahlt. Verliere ich das dann auch? Wenn bin ich nur geschäftlich insolvent und nicht privat….

    Was mache ich am Besten???

    1. Hallo,
      seien Sie ehrlich zu sich selbst: Wenn Sie es trotz aller Sparmaßnahmen nicht schaffen, dann ist es besser aufzugeben, als sich über Jahre so lange zu quälen, bis man aus gesundheitlichen Gründen aufgeben muss. Es ist aber richtig, dass dann das Haus in Gefahr sein könnte. Der Pachtvertrag des Grundstückes ist zwar nicht betroffen, aber falls Sie die Hauseigentümerin sind, kann es eng werden. Aber leider haben Sie keine Wahl. Wenn Sie das Gewerbe nicht aufgeben, dann wird in den nächsten Wochen das Finanzamt einen Insolvenzantrag gegen Sie stellen. Tut mir leid für die schlechten Nachrichten.

  3. Sehr geehrter Herr Franzke,

    es schildert sich folgender Sachverhalt, Ich war 30 Jahre Selbständig und musste durch die AOK im April 2008 in Regelinsolvenz gehen.
    Vor meinem Mehrfamilienhaus (auch Selbstgenutzt) wurde die Komplette Straße inkl. Fußweg erneuert, Kostenpunkt 6.500,00 € Die Rechnung habe ich im Oktober 2008 erhalten.
    Die Baumaßnahmen fanden im Jahr 2007 statt. Die Rechnung wurde mir im Oktober 2008 Zugestellt.

    Muss ich diese Rechnung noch Begleichen oder fällt diese in die Insolvenz mit hinein?

    Besten Dank im Voraus

  4. Sehr geehrter Herr Franzke,
    ich betreibe mit einem Geschäftspartner eine Wohnmobil Firma An-Verkauf. Vor ca. 9 Jahren fingen wir mit Vermietungen von Wohnmobilen an, seit 1.1.2012 ist der Betrieb so gewachsen, das wir uns ein Autohaus angemietet haben und aus der Firma eine OHG gemacht haben. Nach anfänglichen Schwierigkeiten haben wir aber gute Umsätze erziehlt. Im Jahr 2012 ca 1,5 Mio.
    Ich bin noch voll Berufstätig und habe mehr im Hintergrung mitgewirkt (PC Arbeit und ab und zu beim Verkauf mitgeholfen), mein Geschäftspartner (kommt aus dem Kfz-Gewerbe und seine Frau (Steuerfachfrau) sind voll in der Firma tätig, plus 3 Angestellte.
    Nun stehen wir vor dem AUS.
    Aber es stehen
    ca. 145.000 € an Steuerschulden Finanzamt
    ca. 130.000 € an Darlehn
    weitere Schulden für Steuerberater, Zulieferer etc.
    insgesamt ca. 400.000 €
    Wir sind Zahlungunfähig, das Bankkonto ist gesperrt.
    Privat ist bei uns kein Vermögen vorhanden. Unser Haus wie auch das von meinem Geschäftspartner sind vor ca. einem Jahr auf unsere Frauen überschrieben worden und noch nicht abbezahlt. Meine Frau ist auch selbstständig im Bereich Buchhandel.
    Wie gehen wir jetzt am besten vor, ohne das wir in eine Privatinsolvenz geraten.
    Mit freundlichen Grüßen
    und großem Dank
    K. D. Herrmann

    1. Hallo,
      Zunächst einmal müsste man sich überlegen, ob Sie das Unternehmen überhaupt fortführen wollen oder aufgeben. Wollen Sie das Unternehmen fortführen, müsste man überlegen, ob eine Insolvenz in Eigenverwaltung (kleines Schutzschirmverfahren) bei Ihrem Unternehmen möglich ist und man könnte das Unternehmen später in ca. neun Monaten über einen Insolvenzplan endgültig sanieren. Ein derartiges Verfahren hätte zur Folge, dass Sie sich zugleich die Privatinsolvenz sparen.

      Haben Sie sich aber entschieden nicht weiterzumachen bzw. ist eine Fortführung des Unternehmens in einem Schutzschirmverfahren nicht möglich, müsste man die OHG so schnell wie merklich abmelden und danach das Unternehmen abwickeln. Dies würde Ihnen aber eine Privatinsolvenz nicht ersparen, weil Sie alle privat haftend sind. um Ihnen die lange Laufzeit eines Privatinsolvenzverfahrens zu ersparen, müsste man für Ihre private Insolvenzverfahren Insolvenzplanverfahren beantragen und durchführen, damit Sie innerhalb eines Jahres schuldenfrei sind. Ob Sie durch das private Insolvenzplanverfahren die Häuser retten können, vermag ich noch nicht zu sagen. Bekanntlich ist das Insolvenzplanverfahren für Privatpersonen völlig neu, enthält aber hervorragende Möglichkeiten, selbst finanzierte Immobilien unbeschadet durch ein Insolvenzverfahren zu führen.

      Ihre Beratung ist aber derart komplex, dass ich Ihnen unbedingt empfehle den Kontakt zu mir aufzunehmen und eine persönliche Beratung zu führen. Falls Sie nicht in Berlin ansässig sind, kann auch eine Telefonkonferenz organisiert werden.

  5. Sehr geehrte Damen und Herren
    Wie auch im Fall bei Vesna Scholz Ihren Mann geht es mir genauso.
    Nur das mein Gläubiger die SOKA Bau ist .
    Es geht da um eine Summe von fast 20.000 €.
    Mein Verhältnis zu mein juristischen Beistand ist sehr gut, nur kann Sie mich in dieser Angelegenheit nicht beraten, da Sie eine Fachanwältin fürs Arbeitsrecht ist, und nicht für Insolvenzen usw.
    Ich betreibe seid 12 Jahren einen kleinen Baubetrieb.
    Nur nach etlichen Rückschlägen , ist mir die offenen Summe über den Kopf gewachsen, und meine Bank hat mir meine Kredite gekündigt.
    Meine Auftrgslage ist gut, und ich habe jeden Monat zu tun.
    Angestellte habe ich nicht mehr, will ich auch nicht mehr. Nur noch als kurzfristige Beschäftigung .
    Bitte helfen Sie mir !
    MfG
    T.Rohs

    1. Hallo,
      klar helfe ich Ihnen. Die Frage ist nur, wie und was Sie gerne hätten. Teilzahlungsvergleiche mit der SOKA Bau sind nahezu ausgeschlossen, also bleibt nur: Bezahlen oder in die Insolvenz. Man müsste sich beraten und dann entscheiden, ob Sie mit laufendem Geschäftsbetrieb in die Insolvenz gehen, ob Sie das Gewerbe vorher abmelden und mit einer neuen Firma weitermachen, die Ihnen nicht gehört oder ob Sie die Selbständigkeit ganz einstellen und als Arbeitnehmer weitermachen.

  6. Hallo,

    darf man rein rechtlich bei vorhanden Kontopfändungen und Eintrag ins Schuldnerverzeichnis mit dem Girokonto ins Ausland gehen ( zb Schweiz ) um wieder Geschäftlich aktiv zu werden, oder ist das rechtlich verboten bzw gibt es irgendwelche Probleme/Schwierigkeiten ?

    1. Hallo,

      ja, das darf man. Wenn Ihr Konto gepfändet ist, dann haben Sie jederzeit dazu das Recht, bei einer anderen Bank ein neues Konto aufzumachen und dorthin das Einkommen überweisen zu lassen.

  7. Hallo,

    was passiert, wenn dem Gesellschafter einer Ein-Mann-GmbH in den 12 Monaten vor Insolvenzantrag ingesamt 15.000 EUR stückchenweise als Darlehensrückzahlung zugeflossen sind, der Gesellschafter aber im Gegenzug in dieser Zeit der GmbH ca. 10.000 EUR wieder als Darlehen zur Verfügung gestellt hat.

    Muss der Gesellschafter dann im Anfechtungsfall 15.000 EUR an die GmbH zurückzahlen oder nur die Differenz, also 5.000 EUR?

    VG, Meier

    1. Hallo,

      der Gesellschafter muss im Anfechtungsfall 15.000 EUR leisten. In der Insolvenz gilt das (vereinfachte) Prinzip: Alles was in die Gesellschaft geht, wird festgehalten, alles was raus geht, holt der Insolvenzverwalter zurück.
      Grüsse
      Franzke

  8. Sehr geehrter Herr Franzke!

    Mein Mann ist seit 7 Jahren selbständiger Transportunternehmer. Durch unglückliche Umstände haben sich einige Schulden angehäuft. Er hat mit 2 Gläubigern eine Ratenvereinbarung getroffen. Mit dem 3., dem Finanzamt, hat unser Steuerberater eine Vereinbarung getroffen, daß wir eine Teilsumme bringen und den Rest in Raten abzahlen. Es geht um Umsatztsteuerschulden. Das FA hätte das Geld nächste Woche erhalten. Wir haben ein Geschäftsfahrzeug verkauft, welches nächste Woche vom Käufer abgeholt wird. Den Gewinn aus diesem Verkauf hätten wir an das FA gezahlt. Nun konnte sich wohl der Sachbearbeiter nicht gedulden und hat beim Amtsgericht ein Insolvenzantragsverfahren gestellt. Dieser kam heute per Einschreiben bei uns an. Soll ausgefüllt bis 17.03.14 ans Amtsgericht zurück. Welche Möglichkeiten haben wir diesen Insolvenzantrag abzuwenden? Die Steuerschulden betragen EUR 16.000,–. Unsere Auftragslage ist gut und wir hätten die Möglichkeit die Schulden in den nächsten Monaten stückweise abzutragen. Deshalb ärgern wir uns über die voreilige Handlungsweise des Finanzbeamten. Könnten Sie uns auch telefonisch beraten? Vielen Dank für Ihre Antwort.

    Mit freundlichen Grüßen
    Scholz

    1. Hallo,

      klar kann ich Sie telefonisch beraten. Die schlechte Nachricht ist aber: Finanzämter stellen immer Insolvenzanträge gegen Selbständige mit Steuerschulden. Den Insolvenzantrag kann man nur noch abwenden, indem man SOFORT ALLES bezahlt. Ist dies nicht möglich, muss man sich mit dem Insolvenzantrag abfinden. Damit man später die Restschuldbefreiung erhält, muss Ihr Mann so schnell wie möglich einen eigenen Insolvenzantrag stellen! Dann muss man sehen, wie es weitergeht. Das kommt auf den Insolvenzverwalter an. Es gibt durchaus die Möglichkeit, trotz Insolvenz selbständig zu bleiben, indem man mit dem Verwalter einen Deal macht: Er gibt den Gewerbebetrieb aus der Masse frei gegen Zahlung eines fest vereinbarten monatlichen Geldbetrages. Falls Sie weitere Infos wünschen, berate ich Sie gerne, hierzu bitte am besten einen Telefontermin buchen.

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